. Rekordüberschuss der GKV

Kassen erzielen Finanzergebnis in Rekordhöhe

Den gesetzlichen Krankenkassen (GKV) geht es so gut wie noch nie. Nach den vorläufigen Finanzergebnissen haben die Kassen in 2012 einen Überschuss von über fünf Milliarden Euro erzielt und verfügen über ein Finanzpolster von 28,3 Milliarden.
Kassen erzielen Finanzergebnis in Rekordhöhe

GKV: Ein Teil der Überschüsse soll den Versicherten zu Gute kommen

Gestern hat das Bundesgesundheitsministerium die vorläufigen Finanzergebnisse für das Jahr 2012 veröffentlicht. Die für die gesetzlichen Krankenkassen äußerst positive Entwicklung ist zum einen auf Lohn-, Renten- sowie Beitragssatzsteigerungen zurückzuführen. Zum anderen hat sich die rigorose Sparpolitik bei den Arzneimitteln bemerkbar gemacht. Neben Rabattverträgen im Bereich nicht patentgeschützter Arzneimittel hat auch die Einführung neuer Festbeträge zu finanziellen Entlastungen geführt.

So konnten die gesetzlichen Krankenkassen - trotz eines Anstiegs bei den Ausgaben pro Versicherten um 2,6 Prozent für ambulante und 2,7 Prozent für stationäre Behandlungen - einen Überschuss von rund 5,07 Mrd. Euro erzielen. Einnahmen in Höhe von rund 189,6 Mrd. Euro standen Ausgaben in Höhe von rund 184,5 Mrd. Euro gegenüber. Im Vergleich zum Vorjahr haben die Kassen sowohl mehr eingenommen als auch mehr ausgegeben (plus 3,2 Prozent bzw. plus 4,9 Prozent).

Daniel Bahr: „Kassen und Gesundheitsfonds stehen auf solidem Fundament“

Der Gesundheitsfonds erzielte 2012 einen Überschuss von rund 3,55 Mrd. Euro. Zusammen mit den Liquiditätsreserven des Gesundheitsfonds in Höhe von rund 13,1 Mrd. Euro verfügen die Kassen nun über 28,3 Mrd. Euro an Finanzreserven. „Die Finanzergebnisse zeigen, dass die Krankenkassen und der Gesundheitsfonds auf einem soliden finanziellen Fundament stehen“, sagte Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr. Gleichzeitig verwies er auf die konjunkturellen Risiken in der Euro-Zone. „Derzeit wird davon ausgegangen, dass sich die Entwicklung der Einnahmen gegenüber dem Vorjahr deutlich abflachen wird“, so Bahr. Hinzukommt, dass in diesem Jahr den Kassen rund zwei Milliarden Euro an Einnahmen aus der zum Jahresbeginn gestrichenen Praxisgebühr fehlen werden. Zudem ist mit weiteren Mehrausgaben für die Versicherten zu rechnen.

Von der positiven Finanzentwicklung des Jahres 2012 haben unterdessen alle Krankenkassen profitiert - auch diejenigen, die bis 2011 noch über unzureichende Betriebsmittel und Rücklagen verfügten oder verschuldet waren. 2012 konnten sämtliche Kassen auf die Erhebung eines Zusatzbeitrags verzichten.

Krankenhausgesellschaft erklärt die Kassen für saniert

In Anbetracht der Rekordergebnisse der Kassen erklärt der Präsident der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Alfred Dänzer die Kassen für saniert. Die Kassen sollten jetzt die dringend benötigten Hilfsmittel für Kliniken freigeben. Die fortgesetzten Kürzungen bei den Krankenhäusern von insgesamt 2,1 Milliarden Euro bis 2014 hätten nun jede Rechtfertigung verloren.

Doch von den Überschüssen profitieren zunächst andere. So wollen die Kassen ihre Versicherten an der Überschussentwicklung beteiligen und für das Jahr 2013 Prämien auszuzahlen. Das Finanzvolumen der Prämienzahlungen soll sich in diesem Jahr mehr als verzehnfachen und bis zu 700 Millionen Euro betragen. Außerdem werden die Kassen in den nächsten zwei Jahren insgesamt 4,5 Mrd. Euro zur Haushaltskonsolidierung beitragen. Damit leistet das Bundesministerium für Gesundheit den größten Beitrag aller Ressorts. Das Stopfen von Haushaltslöchern aus Versichertenbeiträgen ist allerdings höchst umstritten.

Foto: © Setareh - Fotolia.com

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Krankenkassen , Gesundheitsfonds , Krankenhäuser

Anzeige
 

Weitere Nachrichten zum Thema Krankenkassen

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Der Gesundheitsweise Professor Ferdinand Gerlach über das neue Gutachten des Sachverständigenrates und warum die Kluft zwischen Praxen und Kliniken überwunden werden muss.
. Weitere Nachrichten
Mehrere Präparate des Blutdrucksenkers Valsartan mussten zurückgerufen werden, weil sie mit dem vermutlich krebserregenden Stoff N-Nitrosodimethylamin verunreinigt sind. Nun wurden weitere betroffene Valsartan-Präparate gefunden.
Auch Väter können am Baby-Blues leiden. Das geht aus einer US-Studie hervor. Schon lange bekannt ist, dass einige Mütter nach der Entbindung eine sogenannte postpartale Depression entwickeln.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Anzeige
 

. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

St. Joseph Krankenhaus Berlin-Tempelhof, Wüsthoffstraße 15, 12101 Berlin, Konferenzraum1
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.