. Therapiemanagmenet von Herz-Kreislauferkrankungen

Kardio-App: Charité sucht Studienteilnehmer

Das Therapiemanagement bei Herz-Kreislauferkrankungen selbst in die Hand nehmen: Das verspricht eine neue Kardio-App, die derzeit an der Charité erprobt wird. Für die Studie werden noch Teilnehmer gesucht.
Herzpatienten können die Kardio-App der Charité kostenlos in einer Studie testen

Herzpatienten können die Kardio-App der Charité kostenlos in einer Studie testen

An der Charité wird gerade ein digitaler Patientenpass für Menschen mit einer Herz-Kreislauferkrankung evaluiert. Die Kardio-App soll Patienten die Möglichkeit geben, ihre Erkrankung selbst zu managen und zu kleinen Tageszielen motivieren.

Für die Studie werden aktuell noch Teilnehmer gesucht. Die Charité verspricht 25 Euro Aufwandsentschädigung für die Nutzung der App über fünf Monate und die Beantwortung eines Fragebogens. Teilnehmen können Patienten zwischen 18 und 80 Jahren, die an Herzinsuffizienz, einer Herzrhythmusstörung oder einer koronaren Herzkrankheit (KHK) leiden, sowie Patienten nach einem Herzinfarkt oder einem Herzklappenersatz. Außerdem müssen die Studienteilnehmer ein Smartphone oder Tablet besitzen und damit umgehen können, wie es in den Teilnahmebedingungen der Charité heißt.

Kardio-App soll Behandlungsabläufe verbessern

„Die Behandlung von Herz-Kreislauferkrankungen bringt häufig umfangreiche Untersuchungs- und Therapiemaßnahmen mit sich, zudem sind meist mehrere Behandler eingebunden“, meint Studienleiterin Dr. Sabine Stamm-Balderjahn vom Institut für Medizinische Soziologie und Rehabilitationswissenschaft der Charité. Dies bedeute für alle Beteiligten einen hohen Dokumentations- und Koordinationsaufwand. „Wir evaluieren nun, inwieweit ein mobiler Patientenpass, der medizinischen Daten von der Diagnose und Therapie bis hin zur Nachsorge effizient bündelt, die Behandlungsabläufe verbessern kann.“

 

Medizinische Daten stets griffbereit

Die App bündelt alle wichtigen Untersuchungs- und Therapiebefunde von der Diagnose über die Behandlung bis hin zur Nachsorge. So können zum Beispiel Werte für Blutdruck, Puls, Glucose und Lipide in der App gesammelt und deren Verläufe verfolgt werden. „Der große Vorteil der App ist, dass sämtliche medizinische Daten ständig verfügbar sind, das ist gerade bei Arztbesuchen wichtig“, so Stamm-Balderjahn.

Darüber hinaus unterstützt die App die Patienten dabei, ärztliche Empfehlungen umzusetzen und selbst aktiv zu werden. Körperliche Aktivitäten etwa können geplant werden, über eine Fortschrittsanzeige werden die Nutzer motiviert, gesetzte Tagesziele zu erreichen. Der Erfolg wird visuell angezeigt.

Zudem können Termine für Besuche bei Ärzten und Gesundheitsanbietern eingetragen werden und Angaben zu Diagnosen und Begleitdiagnosen dokumentiert werden. Auch die Medikamenteneinnahme lässt sich über die Anwendung steuern.

Keine persönliche Vorstellung nötig

Ob die App den Patienten die erhofften Vorteile bringt, wird in einem Fragebogen eruiert. Gefragt wird unter anderem nach dem Nutzungsverhalten und der Zufriedenheit. Den Fragebogen bekommen die Patienten zugeschickt. Eine persönliche Vorstellung im Studienzentrum ist nicht nötig, was gerade Risikopatienten entgegenkommen dürfte.

Interessierte können sich telefonisch oder per E-Mail an Dr. Sabine Stamm-Balderjahn wenden: Telefon: 030 - 4505 17 109; E-Mail: sabine.stamm-balderjahn(at)charite.de.

Foto: © Adobe Stock/pikelstock

Autor: ham
Hauptkategorien: Berlin , Medizin
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