Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Kann Lavendelöl bei Bronchitis helfen?

Das aus Lavendel gewonnene Öl (Spiköl) soll bei akuter Bronchitis die Symptome verbessern können. Forscher haben diese Wirkung in einer Studie überprüft – mit positiven Ergebnissen.
Lavendelöl

Das Öl des Lavendels kann das Immunsystem stärken

Lavendel soll die Gesundheit auf verschiedene Weise fördern. Ihm werden antiseptische, antimykotische und sogar antivirale Wirkungen nachgesagt. Zudem soll es krampflösend und durchblutungsfördernd wirken. Im seelischen Bereich ist seine beruhigende, nervenstärkende und schlaffördernde Wirkung bekannt. Untersuchungen konnten zeigen, dass Lavendelduft die alpha-Wellen-Aktivität im EEG erhöht, was ein Zeichen für Beruhigung ist. Traditionell wird Lavendelöl auch bei akuter Bronchitis eingesetzt. In einer Studie mit 245 Personen haben Forscher diese Wirkung überprüft. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin „Pneumologie veröffentlicht.

Schnellerer Symptomrückgang mit Lavendelöl

Alle Probanden litten an einer akuten Bronchitis, hatten sonst aber keine weiteren Lungenerkrankungen. Für die Studie wurden die Patienten in zwei Gruppen eingeteilt. Während die Teilnehmer der ersten Gruppe drei Mal täglich zwei Kapseln aus Spiköl, dem Öl des Lavendels, erhielten, nahmen die anderen ein Placebopräparat zu sich.

Die Forscher protokollierten dann den Schweregrad der Erkrankung anhand des sogenannten BSS (bronchitis severity score). Dieser setzt sich aus fünf Krankheitssymptomen zusammen: Husten, Schleimproduktion, Brustschmerzen, Rasselgeräusche und Atemnot. Jeder dieser Werte kann auf einer Skala von Null bis Vier bewertet werden. Insgesamt kann der BSS also bis maximal 20 Punkten reichen.

Die Forscher bestimmten nun den Schwergrad der Bronchitis zu Beginn der Erkrankung sowie sieben und zehn Tage danach. Auch die Lebensqualität der Patienten sowie die Sicherheit des Medikaments wurden überprüft. Wie sich zeigte, ging der BSS bei den Teilnehmern, die das Lavendelöl einnahmen, deutlich schneller zurück, nämlich um 4,54 Punkte nach sieben Tagen im Vergleich zu 2,92 Punkten in der Placebogruppe.

 

Lavendel stärkt die Immunabwehr

Der Trend war auch nach zehn Tagen zu beobachten. Zudem verbesserte sich die Lebensqualität der Patienten durch das Lavendelöl schneller. Vertragen wurde das Medikament nach Angaben der Forscher gut.

Die Wirkung des Spiköls bei Bronchitis lässt sich durch mehrere Mechanismen erklären. So steigert es unter anderem das Phagozytosevermögen der Leukozyten, stärkt also die Immunabwehr, und unterstützt zudem den Auswurf von Bronchialschleim. Lavendelöl kann als Kapsel eingenommen oder bis zu dreimal täglich inhaliert werden. Zudem können einige Tropfen des Öls über Nacht auf einen Duftstein geträufelt werden, der neben dem Kopfkissen aufgestellt wird. Die Anwendung ersetzt jedoch nicht den Arztbesuch.

Foto: Adobe Stock / Gerhart Seybert

Foto: ©Gerhard Seybert - stock.adobe.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Komplementärmedizin , Atemwegserkrankungen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Lavendel

23.01.2020

Innere Unruhe und Anspannung kennt jeder. Doch bei manchen Menschen werden sie zum Dauerzustand. Verschiedene Methoden können helfen, innerer Unruhe entgegenzuwirken. Bei schwerwiegenden Problemen sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden.

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Eine Kohlenmonoxid-Vergiftung kann rasch zum Tod führen. Die Vergiftung kann aber auch schleichend verlaufen. Betroffene haben anfangs grippeähnliche Symptome, im Verlauf kann es schweren gesundheitlichen Schäden wie Herzinfarkten, Lähmungen bis hin zu Psychosen kommen. Mit dem Beginn der Kaminsaison warnen Experten nun vor den Gefahren.


 
Interviews
Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.

Logo Gesundheitsstadt Berlin