. Komplementärmedizin

Kann Lavendelöl bei Bronchitis helfen?

Das aus Lavendel gewonnene Öl (Spiköl) soll bei akuter Bronchitis die Symptome verbessern können. Forscher haben diese Wirkung in einer Studie überprüft – mit positiven Ergebnissen.
Lavendelöl

Das Öl des Lavendels kann das Immunsystem stärken

Lavendel soll die Gesundheit auf verschiedene Weise fördern. Ihm werden antiseptische, antimykotische und sogar antivirale Wirkungen nachgesagt. Zudem soll es krampflösend und durchblutungsfördernd wirken. Im seelischen Bereich ist seine beruhigende, nervenstärkende und schlaffördernde Wirkung bekannt. Untersuchungen konnten zeigen, dass Lavendelduft die alpha-Wellen-Aktivität im EEG erhöht, was ein Zeichen für Beruhigung ist. Traditionell wird Lavendelöl auch bei akuter Bronchitis eingesetzt. In einer Studie mit 245 Personen haben Forscher diese Wirkung überprüft. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin „Pneumologie veröffentlicht.

Schnellerer Symptomrückgang mit Lavendelöl

Alle Probanden litten an einer akuten Bronchitis, hatten sonst aber keine weiteren Lungenerkrankungen. Für die Studie wurden die Patienten in zwei Gruppen eingeteilt. Während die Teilnehmer der ersten Gruppe drei Mal täglich zwei Kapseln aus Spiköl, dem Öl des Lavendels, erhielten, nahmen die anderen ein Placebopräparat zu sich.

Die Forscher protokollierten dann den Schweregrad der Erkrankung anhand des sogenannten BSS (bronchitis severity score). Dieser setzt sich aus fünf Krankheitssymptomen zusammen: Husten, Schleimproduktion, Brustschmerzen, Rasselgeräusche und Atemnot. Jeder dieser Werte kann auf einer Skala von Null bis Vier bewertet werden. Insgesamt kann der BSS also bis maximal 20 Punkten reichen.

Die Forscher bestimmten nun den Schwergrad der Bronchitis zu Beginn der Erkrankung sowie sieben und zehn Tage danach. Auch die Lebensqualität der Patienten sowie die Sicherheit des Medikaments wurden überprüft. Wie sich zeigte, ging der BSS bei den Teilnehmern, die das Lavendelöl einnahmen, deutlich schneller zurück, nämlich um 4,54 Punkte nach sieben Tagen im Vergleich zu 2,92 Punkten in der Placebogruppe.

 

Lavendel stärkt die Immunabwehr

Der Trend war auch nach zehn Tagen zu beobachten. Zudem verbesserte sich die Lebensqualität der Patienten durch das Lavendelöl schneller. Vertragen wurde das Medikament nach Angaben der Forscher gut.

Die Wirkung des Spiköls bei Bronchitis lässt sich durch mehrere Mechanismen erklären. So steigert es unter anderem das Phagozytosevermögen der Leukozyten, stärkt also die Immunabwehr, und unterstützt zudem den Auswurf von Bronchialschleim. Lavendelöl kann als Kapsel eingenommen oder bis zu dreimal täglich inhaliert werden. Zudem können einige Tropfen des Öls über Nacht auf einen Duftstein geträufelt werden, der neben dem Kopfkissen aufgestellt wird. Die Anwendung ersetzt jedoch nicht den Arztbesuch.

Foto: Adobe Stock / Gerhart Seybert

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Komplementärmedizin , Atemwegserkrankungen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Lavendel

| Innere Unruhe und Anspannung kennt jeder. Doch bei manchen Menschen werden sie zum Dauerzustand. Verschiedene Methoden können helfen, innerer Unruhe entgegenzuwirken. Bei schwerwiegenden Problemen sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
 
 
. Interviews
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.