. Luftverschmutzung

Kann Feinstaub Alzheimer auslösen?

Die genauen Ursachen für Alzheimer sind bisher noch unklar. Doch offenbar scheinen mehrere Auslöser in Betracht zu kommen. US-Forscher sind nun der Meinung, dass auch Feinstaub zur Entstehung von Alzheimer beitragen kann.
Feinstaub, Alzheimer

Feinstaub soll nicht nur Lunge und Herz schädigen, sondern auch das Gehirn

Das Thema Feinstaub ist in aller Munde – nicht erst seit der Diskussion um die Dieselfahrverbote. Zu den bekannten Gesundheitsproblemen, die durch Feinstaub ausgelöst werden können, kommt nun eventuell noch ein weiteres hinzu: Alzheimer. Eine Studie US-amerikanischer Forscher zeigt eine Korrelation zwischen der Ablagerung bestimmter Proteine im Gehirn, die als frühe Indikatoren für eine spätere Alzheimer-Erkrankung gelten, und der Menge messbarer Spuren von Feinstaub im Körper. Die Wissenschaftler hatten dazu die Gehirne Verstorbener untersucht. Die Studie wurde im Fachmagazin „Journal of Environment Research“ veröffentlicht.

Schon junge Menschen weisen erste Spuren von Alzheimer auf

Für ihre Studie hatten die Forscher die Gehirne von 203 noch recht jungen, verstorbenen Menschen untersucht. Alle stammten aus Mexiko-City und waren zwischen einem und 40 Jahre alt. Mexiko-City gilt als Stadt mit extrem hoher Feinstaubbelastung. Auch die Ozonwerte sind dort sehr hoch. Das jüngste untersuchte Gehirn stammte von einem elf Monate alten Jungen. Auch dieses wies bereits entsprechende Ablagerungen im Gehirn auf.

Nach Angaben der Forscher sind 99,5 Prozent der jungen Stadtbewohner von Mexiko-City von den Merkmalen der Alzheimer-Krankheit betroffen. Dies sei als eine „schwere Gesundheitskrise“ zu betrachten. Bislang war Feinstaub vor allem als Risikofaktor für Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen bekannt. Nach Auffassung der US-Wissenschaftler kommt nun mit Alzheimer ein weiterer Risikofaktor hinzu.

Feinstaub schädigt die Gefäße

Feinstaub ist gesundheitlich vor allem deshalb so bedenklich, weil die winzig kleinen Partikel bis in die Lungenbläschen vordringen. Von dort gehen sie in die Blutbahn über und können die Gefäßwände schädigen. Die Folge sind chronische Entzündungen und Arteriosklerose. Langfristig drohen Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkte und Schlaganfälle. Einen Schwellenwert für gesundheitlich unbedenkliche Mengen an Feinstaub gibt es nicht.

Foto: © WS-Design - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Pflege
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Luftverschmutzung , Feinstaub , Demenz , Alzheimer

Weitere Nachrichten zum Thema Feinstaub

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Patienten liegen sich wund, werden mit Medikamenten ruhiggestellt oder viel zu oft ins Krankenhaus eingewiesen: Der neue Pflegereport der AOK hat gravierende Mängel in deutschen Pflegeheimen aufgedeckt. Doch es gibt auch gute Heime.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
. Interviews
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.