Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
28.08.2017

Kaltes Wasser entfernt Keime ebenso gut wie heißes

Das Händewaschen gilt mit als die wichtigste Hygiene-Maßnahme. US-Forscher zeigten jetzt, dass kaltes Wasser Keime ebensogut eliminiert wir heißes.
Händewaschen

Keime lassen sich auch mit kaltem Wasser und Seife entfernen

Händewaschen ist eine wichtige Hygiene-Maßnahme. Mögliche Krankheitserreger werden dadurch eliminiert. In eine Studie der Rutgers-University in New Brunswick wurde getestet, bei welcher Wassertemperatur schädliche Bakterien am ehesten entfernt werden.

In der Studie, die im Fachmagazin Journal of Food Protection veröffentlicht wurde, wurden große Mengen eines harmlosen Bakteriums - ein nichtpathogener Stamm von Escherichia coli - auf den Händen von 20 Teilnehmern verteilt. Dann wurden die Probanden gebeten, ihre Hände in 15 Grad, 26 oder 38 Grad Celsius warmen Wasser zu waschen. Dabei wurden 0,5 ml, 1 ml oder 2 ml Seife verbraucht.

Kaltes Wasser entfernt Keime ebenso gut wie heißes

Ein Ergebnis: Die Temperatur des verwendeten Wassers spielte keine Rolle, berichtet der Lebensmittelwissenschaftler Prof. Donald Schaffner. Kaltes Wasser entfernt Keime ebenso gut wie heißes. Die Effektivität hing vielmehr von der Dauer der Handwaäsche ab: 20 Sekunden sollten es schon sein. Dabei sollten die Hände gut eingeschäumt werden. Handfläche, Handrücken und die Fingerzwischenräume einzeln gesäubert und nach dem Abspülen am besten ein Einmalhandtuch zum Trocknen benutzt werden.

 

Desinfektionsmittel im Haushalt überflüssig

Eine antimikrobielle Seife, die 1% Chlorxylenol enthielt, erzielte in der Studie keine besseren Ergebnisse als eine herkömmliche Haushalts-Seife. Desinfektionsmittel sollten im Privathaushalt nur in medizinisch begründeten Ausnahmenfällen verwendet werden, rät  denn auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Derlei in Drogeriemärkten als Spray, Gel oder Einmal-Tücher erhältliche Produkte werden damit beworben, schädliche Mikroorganismen zu beseitigen. Zum Schutz vor Infektionen sei es aber grundsätzlich ausreichend, die Grundregeln der Hygiene im Haushalt zu berücksichtigen, so das BfR. Das heißt, Wasser und Seife zu benutzen.

Von den amtimikrobiellen Produkten gingen vielmehr auch gesundheitliche Risiken aus: Laut BfR können die Inhaltsstoffe Allergien oder Ekzeme auslösen. Diskutiert wird zudem das Risiko einer Resistenzbildung von Mikroorganismen gegen die eingesetzten bioziden Wirkstoffe.

Foto: beeboys/Fotolia.com

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Hygiene , Händedesinfektion
 

Weitere Nachrichten zum Thema Händewaschen

31.03.2020

Ladenkassen sind Nadelöhre: Kunden kommen anderen Kunden und dem Kassenpersonal unvermeidlich nahe. Man muss mit Bargeld oder Bezahlterminals umgehen, die schon viele vor einem berührt haben. Was man beim Einkaufen oder am Geldautomaten tun kann, um möglichst kontaktarm und hygienisch zu bezahlen oder Geld abzuheben.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Vor der Covid-19-Impfung Schmerzmittel einzunehmen, um mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden, ist nicht ratsam. Denn Ibuprofen, Aspirin oder Paracetamol könnten die Wirkung des Impfstoffs beeinflussen. Auch die Einnahme von Schmerzmitteln direkt nach der Impfung könnte die Immunantwort abschwächen.

Was viele sich lange wünschten, wurde unter dem Druck der Pandemie Wirklichkeit: Arbeiten im Homeoffice. Doch jetzt zeigt sich: Die neue Freiheit ist nicht immer auch gesund. Mehr als ein Drittel der Heimarbeiter klagt über Rückenschmerzen und andere Beschwerden. Auch der negative Stress wird mehr.

 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin