Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Kaffeetrinker leben länger

Mittwoch, 19. Juli 2017 – Autor:
Rein statistisch leben Kaffeetrinker etwas länger als Personen, die üblicherweise keinen Kaffee trinken. Ob es einen kausalen Zusammenhang gibt, ist unklar. Klar scheint jetzt aber, dass das beliebte Heißgetränk das Krebsrisiko nicht erhöht.
Kaffee ist besser als sein Ruf: Das belegen große Ernährungsstudien

Kaffee ist besser als sein Ruf: Das belegen große Ernährungsstudien

Erneut haben zwei Studien gezeigt, dass Kaffee weder das Krebsrisiko erhöht – wie früher oft behauptet - noch sonstige negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat. Die aktuellen Auswertungen deuten vielmehr das Gegenteil an: Rein statistisch leben Kaffeetrinker sogar etwas länger. Allerdings sollte der Kaffee nicht zu heiß getrunken werden, warnt der Krebsinformationsdienst KID, denn das sei schädlich für die Schleimhäute in Mund und Speiseröhre und erhöhe dann wieder das Krebsrisiko.

EPIC Studie bestätigt IARC

Die Internationale Krebsforschungsagentur IARC war im vergangenen Jahr zu der Erkenntnis gelangt, dass ein Krebsrisiko durch Kaffee anhand der Studienlage ausgeschlossen werden kann. Wissenschaftler der europäischen Ernährungsstudie EPIC („European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition“) bestätigen nun diesen Fund. Daten von fast einer halben Million Teilnehmern aus zehn europäischen Ländern, die seit den 1990er Jahren erhoben wurden, zeigten, dass der Kaffeekonsum keine gesundheitsschädlichen Auswirkungen hat. Untersucht wurde die Lebensweise der Teilnehmer, die Todesfälle durch Krebs und andere Todesursachen wie Herz-Kreislauferkrankungen bis hin zur Selbstmordraten. Dabei schnitten Kaffeetrinker gut ab – sie lebten rein statistisch sogar etwas länger. Zu ähnlichen Aussagen gelangten kürzlich auch Forscher, die in den USA eine Untersuchung an Menschen nichteuropäischer Abstammung durchgeführt hatten.

 

Kaffee möglicherweise sogar ein Krebsverhinderer

Daraus zu schließen, dass Kaffee gesund ist, sei aber noch zu früh, meinen die EPIC-Forscher. Ein solcher Gesamtüberblick sichere zunächst vor allem die Aussage, dass die Inhaltsstoffe von Kaffee nicht gefährlich seien. Ob Kaffee auch schützende Effekte hat, müssten Detailanalysen noch zeigen. Die Wissenschaftler gehen derzeit davon aus, dass Kaffee vor entzündungsähnlichen Reaktionen im Körper schützt. Diese Schutzfunktion könnte auch Krebserkrankungen verhindern, vor allem, Leberkrebs. Aber bislang ist das nur eine Vermutung. Wissenschaftlich Beweise stehen noch aus. 

Foto: pixabay Freie kommerzielle Nutzung

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Kaffee , Krebs , Ernährung
 

Weitere Nachrichten zum Thema Kaffee

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Das zeigt sich auch in der Sommerhitze. Ihre Haut ist im Verhältnis zur Körpermasse doppelt so groß. Das macht sie anfällig für Flüssigkeitsverlust und bietet eine enorme Angriffsfläche für die Einwirkung von Sonne und Hitze.


 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin