. Herzgesundheit

Kaffee verursacht keine Herzrhythmusstörungen

Immer noch sind viele Menschen unsicher, ob sich Kaffee negativ auf die Herzgesundheit auswirkt. Eine aktuelle Studie zeigt nun, dass selbst hohe Dosen Koffein bei älteren Patienten mit systolischer Herzinsuffizienz und Herzrhythmusstörungen keinen negativen Einfluss haben.
Kaffee schadet dem Herzen nicht

Keine Angst vor Kaffee - auch bei Herzrhythmusstörungen!

Kaffee lässt kurzfristig Puls und Blutdruck steigen und stand daher lange unter dem Verdacht, auch Herzrhythmusstörungen auslösen zu können. Doch nach und nach mehren sich die Hinweise, dass Kaffee der Gesundheit nicht schadet und das Herz sogar schützen kann, indem das Koffein Kalkablagerungen reduziert. Epidemiologische Studien haben mittlerweile auch gezeigt, dass Kaffeetrinker seltener eine koronare Herzkrankheit oder Schlaganfälle erleiden als Menschen, die keinen Kaffee trinken. Auch für Herzrhythmusstörungen gibt es ähnliche Ergebnisse. Doch epidemio­logische Studien liefern noch keinen sicheren Beweis.

Keine erhöhte Rate an Arrhythmien durch Koffein

Nun haben Forscher um Luis Rohde von der Universidade Federal do Rio Grande do Sul in Porto Alegre in einer randomisierten Doppelblindstudie untersucht, ob hochdosiertes Koffein herzkranken Menschen schaden kann. 51 Patienten im Alter von durchschnittlich 61 Jahren nahmen an der Studie teil. Alle litten an einer Herzinsuffizienz, und fast jeder von ihnen wurde mit Betablockern und/oder Hemmern des Angiotensin-Systems behandelt. Zudem hatten alle Probanden einen implantierten Defibrillator, der Unregelmäßigkeiten im Herzschlag aufzeichnete und im Notfall eine lebensbedrohliche Arrhythmie beenden konnte.

Für die Untersuchung nahmen die Patienten über fünf Stunden lang jede Stunde einen entkoffeinierten Kaffee zu sich, dem bei der Hälfte der Patienten 100 mg Koffein und bei den anderen ein Laktosepulver zugefügt wurde. Wie sich zeigte, hatte die hohe Koffeindosis keinen Einfluss auf die Rate der ventrikulären oder supraventrikulären Arrhythmien; es gab in der Gruppe, die das Koffein zu sich nahm, sogar einen leichten, aber nicht signifikanten Vorteil. So wurden in der Koffeingruppe während des Untersuchungszeitraums 185 und in der Placebogruppe 239 ventrikuläre Extrasystolen registriert. Der Unterschied der nicht anhaltenden ventrikulären Tachykardien war mit 16 in der Koffeingruppe und 19 in der Placebogruppe ebenfalls nicht signifikant. In beiden Gruppen kam es zu sechs supraventrikulären Extrasystolen.

Entwarnung für Kaffee?

Die Forscher sehen daher keinen Hinweis, dass selbst hoher Koffeinkonsum ein akutes Risiko für Patienten mit Herzrhythmusstörungen darstellt. Welche Folgen ein langfristiger hoher Koffeingenuss hat, können sie aus der Studie allerdings nicht folgern. Zudem waren viele der Patienten gewohnheitsmäßig starke Kaffeetrinker und unter Umständen an hohe Dosen Koffein bereits gewöhnt. Dennoch bestätigt die aktuelle Studie frühere Untersuchungen, die ebenfalls kein erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen oder andere Herzerkrankungen durch Koffein feststellen konnten.

Foto: © Maksim Shebeko - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorie: Medizin

Anzeige
 

Weitere Nachrichten zum Thema Koffein

| Der Konsum von täglich mehr als vier Tassen koffeinhaltigem Kaffee (über 600 ml) im Vergleich zu weniger als einer Tasse täglich senkt das Diabetes-2-Risiko. Das besagt eine Studie. Immer öfter berichten Forscher über gesundheitsfördernde Wirkungen des Heißgetränks.
| Kaffee nutzt der Gesundheit mehr, als dass er schadet, und kann neuesten Studien zufolge sogar das Herz schützen. Dass Kaffeetrinker dennoch nicht unbedingt gesünder sind, hat andere Gründe: Denn offenbar haben sie häufiger schlechte Angewohnheiten.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Mehrere Präparate des Blutdrucksenkers Valsartan mussten zurückgerufen werden, weil sie mit dem vermutlich krebserregenden Stoff N-Nitrosodimethylamin verunreinigt sind. Nun wurden weitere betroffene Valsartan-Präparate gefunden.
Auch Väter können am Baby-Blues leiden. Das geht aus einer US-Studie hervor. Schon lange bekannt ist, dass einige Mütter nach der Entbindung eine sogenannte postpartale Depression entwickeln.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

Anzeige
 

. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender

St. Joseph Krankenhaus Berlin-Tempelhof, Wüsthoffstraße 15, 12101 Berlin, Konferenzraum1
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.