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11.03.2015

Kaffee ist gut fürs Herz

Kaffee nutzt der Gesundheit mehr, als dass er schadet, und kann neuesten Studien zufolge sogar das Herz schützen. Dass Kaffeetrinker dennoch nicht unbedingt gesünder sind, hat andere Gründe: Denn offenbar haben sie häufiger schlechte Angewohnheiten.
Kaffee kann Herz schützen.

Kaffee ist besser als sein Ruf.

Immer wieder wird darüber diskutiert, ob Kaffee ungesund ist und wie sich das Heißgetränk auf die Funktionen von Herz und Kreislaufsystem auswirkt. Vor allem weil Koffein den Blutdruck steigen lässt und unter Umständen Herzrhythmusstörungen auslösen kann, wird oft vermutet, dass Kaffee dem Herzen schadet. Eine aktuelle Studie, an der rund 25.000 Menschen mitwirkten, kam nun zu dem Ergebnis, dass maßvoller Kaffeekonsum das Herz sogar schützen und das Risiko für verengte Herzarterien senken kann.

Drei bis fünf Tassen Kaffee pro Tag sind gesund

Bereits im vergangenen Jahr hatte eine Untersuchung von Wissenschaftlern aus Boston ergeben, dass drei bis fünf Tassen Kaffee am Tag das Herz schützen können. Dazu hatten sie die Daten aus 36 Kaffee-und-Herz-Studien ausgewertet. Insgesamt hatten mehr als 1,3 Millionen Personen an den Studien teilgenommen. Die Gründe für die positive Wirkung des Kaffees konnten die Forscher allerdings nicht erkennen.

Um die Zusammenhänge genauer zu erforschen, haben Ärzte aus Südkorea nun die Daten von mehr als 30.000 Menschen analysiert, die zu einem Check-up ins Krankenhaus gekommen waren. 25.000 von ihnen tranken regelmäßig Kaffee. Die Forscher befragten die Teilnehmer nach ihren Ernährungsgewohnten und fertigten zudem Computertomografien der Herzen an. Auch der Grad der Verkalkung der Herzkranzgefäße wurde gemessen.

Es zeigte sich, dass in den Arterien der Teilnehmer, die drei bis fünf Tassen Kaffee am Tag tranken, am wenigsten Kalkablagerungen zu finden waren. Daran änderte sich auch nichts, als die Ärzte nur Raucher miteinander verglichen, nur Teilnehmer mit Bluthochdruck oder nur mit Übergewicht. Allerdings stellten die Forscher auch fest, dass Kaffeetrinker oft viele andere Gewohnheiten haben, die dem Körper schaden. So rauchen Kaffeetrinker häufiger, trinken im Durchschnitt mehr Alkohol und essen mehr Fleisch. Wenn also manche Kohortenstudien zu dem Ergebnis kommen, dass Kaffeetrinker weniger gesund sind, kann dies vor allem mit anderen Lebensgewohnheiten zu tun haben, die bei dieser Bevölkerungsgruppe besonders häufig auftreten.

 

Kaffee kann auch die Nerven schützen

Neben der positiven Wirkung auf das Herz wird Kaffee seit einiger Zeit auch eine gewisse Schutzwirkung vor neurodegenerativen Erkrankungen wie beispielsweise Alzheimer, Parkinson oder Multiple Sklerose zugeschrieben. Zudem fanden Forscher im vergangenen Jahr heraus, dass Kaffee zu einem Reinigungsprozess in den Organen beitragen kann. Die Zellen von Herz, Leber und Skelettmuskulatur sollen demnach gereinigt und die Zellfunktion verbessert werden. Allerdings funktioniert dies nach Angaben der Forscher nur, wenn der Kaffee ohne Milch getrunken wird, da das Methionin in der Milch den Prozess offenbar verhindert.

Foto: © amenic181 - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
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