Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
24.06.2019

Kaffee ist gut für die Leber – auch ohne Koffein

Alkohol, Rauchen, süße und fette Speisen – die üblichen Verdächtigen setzen auch der Leber zu. Bloß Kaffee ist gut für die Leber, und zwar auch in großen Mengen und ohne Koffein.
Kaffee, Entgiftung, Leber

Kaffee hilft offenbar der Leber bei der Entgiftung. Entkoffeinierter Kaffee hat dieselbe Wirkung

Kaffee gehört weltweit zu den beliebtesten Getränken. Was viele nicht wissen: Kaffee schützt auch Herz und Leber. Der Vorteil für die Leber scheint sogar unbegrenzt zu sein. Je mehr Kaffee getrunken wird, desto mehr profitiert die Leber. Bislang dachte man, dass es vor allem das Koffein im Kaffee ist, das positiv für den Metabolismus ist und antientzündlich wirkt. Eine Studie aus den USA konnte aber zeigen, dass entkoffeinierter Kaffee die Leber genauso gut schützt.

Ein Ärzteteam um Dr. Qian Xiao vom National Cancer Institute in Bethesda (Maryland, USA) hatte die Daten einer groß angelegten Bevölkerungsstudie untersucht. Im Rahmen des US „National Health and Nutrition Examination Survey“ wurden die Lebens- und Ernährungsgewohnheiten sowie die Gesundheit von Zehntausenden von US-Bürgern abgefragt. 27.000 Personen hatten Blut abgegeben und zudem einen Fragebogen ausgefüllt, was sie in den letzten 24 Stunden zu sich genommen hatten.

Bessere Leberwerte ab drei Tassen Kaffee täglich

Die Analyse zeigte: Diejenigen, die drei oder mehr Tassen Kaffee zu sich genommen hatten, hatten häufiger bessere Leberwerte: Sowohl die Gamma- GT, GOT, GPT als auch die alkalische Phosphatase waren in der Regel niedriger, egal ob der Kaffee mit Koffein oder entkoffeiniert getrunken wurde.

Eine andere Studie zeigte, dass Kaffee am besten schwarz getrunken werden sollte. Forscher aus Österreich und Frankreich hatten herausgefunden, dass Kaffee eine Art Selbstverdauungsprogramm in Gang setzt, das die Zellen reinigt und entgiftet. Das könnte auch die leberschützende Wirkung erklären. Allerdings werde dieses Entgiftungsprogramm durch tierisches Eiweiß, wie es in Milch enthalten ist, gehemmt. Bisher ist noch nicht abschließend geklärt, welche der zahlreichen Inhaltsstoffe des Kaffee für diesen positiven Effekt verantwortlich sind. Aber das ist vielleicht auch gar nicht so wichtig.

Erst einmal gilt: „Kaffee verbessert die Leberwerte, reduziert das Risiko für Gallensteine und vermindert das Risiko für eine Leberzirrhose“, heißt es bei der deutschen Leberstiftung. Dagegen sollten Alkohol, sehr süße und sehr fette Speisen vom Speiseplan gestrichen werden. Auch Rauchen sei wahres Gift für die Leber.

 

Leber ist ein Entgiftungsorgan

Die Leber steuert den Stoffwechsel und verarbeitet Zucker, Fette, Vitamine und Mineralien. Die Leber gilt auch als Entgiftungsorgan, da sie giftige Substanzen in ungefährliche Stoffe verwandelt.

Durch einen ungesunden Lebensstil kommt die Leber jedoch an ihre Grenzen: Mittlerweile hat jeder dritte Erwachsene in Deutschland eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Fettleber. Eine verfettete Leber kann sich entzünden. Damit wächst die Gefahr für eine Leberzirrhose und Leberkrebs. Hier hilft nur eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten.

Ob die Leber bereits Schaden genommen hat, kann der Hausarzt mit einer einfachen Blutuntersuchung überprüfen. Sind die Leberwerte GPT, GOT und GGT erhöht, sollte eine weiterführende Diagnostik erfolgen, rät die Leberstiftung. Dadurch würden die meisten Lebererkrankungen noch rechtzeitig erkannt.

Foto: © Kzenon - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Kaffee , Leber , Leberkrebs
 

Weitere Nachrichten zum Thema Kaffee

19.07.2017

Rein statistisch leben Kaffeetrinker etwas länger als Personen, die üblicherweise keinen Kaffee trinken. Ob es einen kausalen Zusammenhang gibt, ist unklar. Klar scheint jetzt aber, dass das beliebte Heißgetränk das Krebsrisiko nicht erhöht.

11.03.2015

Kaffee nutzt der Gesundheit mehr, als dass er schadet, und kann neuesten Studien zufolge sogar das Herz schützen. Dass Kaffeetrinker dennoch nicht unbedingt gesünder sind, hat andere Gründe: Denn offenbar haben sie häufiger schlechte Angewohnheiten.

18.08.2020

Kaffee erhöht nicht den Blutdruck. Das ist das Ergebnis einer Meta-Studie zu gesundheitlichen Auswirkungen von Kaffee und Koffein. Das aromatische Heißgetränk verringert sogar das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
 
Weitere Nachrichten
Der Wirkstoff Nusinersen zur Behandlung von spinaler Muskelatrophie (SMA) hat nach Einschätzung des IQWiG einen erheblichen Zusatznutzen für Kinder mit SMA Typ1. Die Kinder mit einem frühen Krankheitsbeginn profitieren demnach von einer lebensverlängernden Behandlung.

Der AstraZeneca-Impfstoff ist jetzt auch für Senioren zugelassen. Damit könnten die älteren Corona-Risikogruppen schneller durchgeimpft werden. Über Härtefalle, die aus ärztlicher Sicht eine vorzeitige Impfung benötigen, entscheidet in Berlin eine neue Clearingstelle.

Frust-Essen, mehr Alkohol, unfreiwillige Häuslichkeit, weniger Bewegung: Die COVID-19-Pandemie hinterlässt auch bei Gesunden ihre Spuren. 43 Prozent der Verbraucher haben zugenommen – um 5,5 Kilo im Schnitt. Bei jedem Siebten sind es sogar 10 Kilo oder mehr. Das zeigt eine INSA-Umfrage des rbb für sein Sendegebiet Berlin/Brandenburg.
 
Interviews
Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.

Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.

Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin