. Ernährung

Kaffee erhöht nicht den Blutdruck

Kaffee erhöht nicht den Blutdruck. Das ist das Ergebnis einer Meta-Studie zu gesundheitlichen Auswirkungen von Kaffee und Koffein. Das aromatische Heißgetränk verringert sogar das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Kaffee, Kaffeetasse, Koffein

Kaffee lässt nicht wie gedacht den Blutdruck ansteigen

Kaffee erhöht nicht den Blutdruck. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Meta-Studie zu gesundheitlichen Auswirkungen von Kaffee und Koffein. Das aromatische Heißgetränk verringert sogar das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Das tägliche Trinken von zwei bis fünf Tassen senkt außerdem das Risiko für Diabetes-2, einige Krebsarten und Lebererkrankungen. Das berichten Forscher um Rob van Dam von der Saw Swee Hock School of Public Health an der University of Singapur.

Kaffee erhöht nicht den Blutdruck

Die gesundheitlichen Vorteile von Kaffee sind neben dem Koffein auf den darin enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe zurückzuführen, darunter Polyphenole, das Alkaloid Trigonellin, Melanoidine, Magnesium, Kalium und Vitamin B. Diese Verbindungen können den oxidativen Stress senken und die Darmgesundheit und den Stoffwechsel verbessern.

In Studien mit koffeinhaltigem Kaffee wurde selbst bei Personen mit Bluthochdruck keine wesentliche Auswirkung auf den Blutdruck festgestellt, möglicherweise weil andere Bestandteile des Kaffees wie Chlorogensäure der blutdruckerhöhenden Wirkung von Koffein entgegenwirken. Kaffee erhöht also nicht den Blutdruck.

 

Verringertes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Tatsächlich war der Kaffeekonsum mit einem verringerten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen verbunden, wobei das geringste Risiko für 3 bis 5 Tassen pro Tag bestand. Es wurde ein umgekehrter Zusammenhang zwischen Kaffeekonsum und koronarer Herzkrankheit, Schlaganfall und Tod aufgrund kardiovaskulärer Ursachen beobachtet.

Verringertes Risiko für Diabetes 2

Stoffwechselstudien legen nahe, dass Koffein die Energiebilanz verbessern kann, indem es den Appetit verringert und den Grundumsatz sowie die lebensmittelinduzierte Thermogenese erhöht. Begrenzte Evidenz aus randomisierten Studien bestätigt einen bescheidenen positiven Effekt der Koffeinaufnahme auf das Körperfett.

Der Konsum von koffeinhaltigem und koffeinfreiem Kaffee verringert die Insulinresistenz in der Leber. Gewohnheitsmäßiger Kaffeekonsum wurde durchweg mit einem verringerten Risiko für Typ-2-Diabetes in Verbindung gebracht, mit ähnlichen Assoziationen für koffeinhaltigen und entkoffeinierten Kaffee.

Wer auf seinen Cholesterinspiegel achten muss, sollte allerdings den Konsum von ungefiltertem Kaffee (French-Press-Methode, türkisch oder skandinavisch gekochter Kaffee, Espresso) begrenzen. Diese Zubereitungsmethode setzt einen Stoff frei, der das LDL-Cholesterin erhöht.

Leicht verringertes Risiko für einige Krebsarten

Kaffeekonsum ist mit einem leicht verringerten Risiko für Melanome, Nicht-Melanom-Hautkrebs, Brustkrebs und Prostatakrebs verbunden. Er wirkt sich auch auf die Lebergesundheit aus, das zeigt sich anhand geringerer Enzyme, die Leberschäden widerspiegeln, und eines geringeren Risikos für Leberfibrose und Leberzirrhose.

Koffein hemmt die Hepatokarzinogenese in Tiermodellen, koffeinhaltiger Kaffee senkt den Kollagenspiegel in der Leber bei Patienten mit Hepatitis C.

Verringertes Risiko für Gallensteine

Kaffeekonsum wurde mit einem verringerten Risiko für Gallensteine und Gallenblasenkrebs in Verbindung gebracht, wobei eine stärkere Assoziation für koffeinhaltigen Kaffee als für entkoffeinierten Kaffee besteht, was darauf hindeutet, dass Koffein eine schützende Rolle spielen könnte. In US-Kohorten war der Konsum von sowohl koffeinhaltigem als auch entkoffeiniertem Kaffee mit einem verringerten Risiko für Nierensteine verbunden.

Kaffee und Parkinson

Die Forscher fanden Studien, die einen umgekehrten Zusammenhang zwischen dem Konsum von koffeinhaltigem Kaffee und der Parkinson-Krankheit zeigten. Darüber hinaus verhindert Koffein die Parkinson-Krankheit in Tiermodellen. Van Dam schränkt die Aussagekraft der ausgewerteten Untersuchungen aber ein.

"Es handelt sich um epidemiologische Studien, so dass wir die Möglichkeit nicht vollständig ausschließen können, dass es andere Merkmale der Kaffeekonsumenten gibt, die ihr geringeres Risiko für diese Krankheiten erklären." Die Studien enthalten möglicherweise Messfehler und Fehleinschätzungen, da die meisten Untersuchungen die Brühstärke, die Tassengröße oder die dem Kaffee zugesetzte Milch oder Zucker nicht berücksichtigen.

Weniger Selbstmord und Depressionen

Kaffee- und Koffeinkonsum wurde in mehreren Kohorten in den USA und in Europa mit einem verringerten Risiko für Depressionen und Selbstmord in Verbindung gebracht, obwohl diese Ergebnisse möglicherweise nicht für Personen mit sehr hoher Zufuhr (mehr als 8 Tassen pro Tag) gelten. Kaffeekonsum wurde nicht konsequent mit dem Risiko von Demenz oder Alzheimer in Verbindung gebracht.

Der Konsum von 2 bis 5 Standardtassen Kaffee pro Tag wurde in Kohortenstudien auf der ganzen Welt mit einer verringerten Mortalität in Verbindung gebracht. Bei einem Konsum von mehr als 5 Tassen Kaffee pro Tag war das Sterberisiko in großen Kohortenstudien geringer oder ähnlich dem Risiko ohne Kaffeekonsum. Der Konsum von koffeinhaltigem Kaffee und der Konsum von entkoffeiniertem Kaffee waren in ähnlicher Weise mit einem verringerten Todesrisiko aus irgendeinem Grund verbunden.

Koffein kann Aufmerksamkeit erhöhen

In moderaten Dosen (40 bis 300 mg) kann Koffein Müdigkeit reduzieren, die Aufmerksamkeit erhöhen und die Reaktionszeit verkürzen. Diese Wirkungen von Koffein wurden bei Personen beobachtet, die gewöhnlich kein Koffein konsumieren sowie nach kurzen Abstinenzperioden bei gewohnheitsmäßigen Konsumenten.

Die Aufnahme von Koffein kann die Wachsamkeit bei Aufgaben von langer Dauer verbessern, die nur eine begrenzte Stimulation bieten wie Arbeiten am Fließband, Langstreckenfahren und Fliegen von Flugzeugen. 

Koffein beeinträchtigt Schlaf

Koffeinkonsum später am Tag kann die Einschlafzeit verlängern und die Schlafqualität verringern. Koffein kann auch Angst auslösen, insbesondere bei hohen Dosen (einmalig 200 mg oder mehr als 400 mg pro Tag) und Personen mit Angstzuständen oder bipolaren Störungen.

Das Absetzen der Koffeinaufnahme nach dem gewöhnlichen Verzehr kann zu Entzugssymptomen führen, einschließlich Kopfschmerzen, Müdigkeit, verminderter Wachsamkeit und depressiver Stimmung sowie in einigen Fällen zu grippeähnlichen Symptomen.

Zu viel Koffein kann negative gesundheitliche Folgen haben, einschließlich Angstzuständen, Schlaflosigkeit oder psychomotorischer Unruhe. Es wird empfohlen, den Koffeinkonsum für die Allgemeinbevölkerung auf 400 mg pro Tag zu beschränken.

Koffein während der Schwangerschaft reduzieren

Eine höhere Koffeinaufnahme wurde mit einem geringeren Geburtsgewicht und einem höheren Risiko für einen Schwangerschaftsverlust in Verbindung gebracht. Assoziationen mit niedrigem Geburtsgewicht wurden sowohl bei Kaffee als auch bei Tee beobachtet. Die Assoziation zwischen Koffein und Schwangerschaftsverlust war bei niedrigeren Aufnahmemengen nicht signifikant.

Obwohl die Hinweise auf nachteilige Auswirkungen von Koffein auf die Gesundheit des Fötus nicht schlüssig sind, raten die Forscher, den Koffeinkonsum während der Schwangerschaft auf maximal 200 mg pro Tag zu beschränken. Die Studie wurde im Fachmagatin NEJM veröffentlicht.

Foto: Adobe Stock/Nitr

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Kaffee , Koffein
 

Weitere Nachrichten zum Thema Kaffee

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Schenken macht Spaß – die meisten Menschen kennen das. Forscher konnten das sogar im MRT bestätigen und die hirnphysiologischen Grundlagen für den Zusammenhang zwischen Großzügigkeit und Glücksgefühl zeigen.
Schwangerschaftsdiabetes verläuft oft ohne nennenswerte Symptome. Die Diagnose erfolgt daher meist viel zu spät. Experten fordern ein effektiveres Screening, um die Schwangerschaftskomplikation rechtzeitig aufzudecken.
 
 
. Interviews
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.