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19.04.2016

Kaffee beugt Diabetes vor

Der Konsum von täglich mehr als vier Tassen koffeinhaltigem Kaffee (über 600 ml) im Vergleich zu weniger als einer Tasse täglich senkt das Diabetes-2-Risiko. Das besagt eine Studie. Immer öfter berichten Forscher über gesundheitsfördernde Wirkungen des Heißgetränks.
Kaffee senkt das Diabetes-Risiko

Vier Tassen Kaffee am Tag können Diabetes vorbeugen

In der EPIC-Deutschland-Studie mit mehr als 42.600 Probanden aus Potsdam und Heidelberg war der verstärkte Kaffee-Konsum mit einem um 23 Prozent verringerten Typ-2-Diabetes-Risiko assoziiert. Ein ähnlicher Zusammenhang deutete sich auch für entkoffeinierten Kaffee an, heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE).

Diese Studienergebnisse bestätigten etliche andere Studien aus den Jahren zuvor. Forscher suchten nun genauer nach dem dahinterstehenden Wirkmechanismus. Bei Typ-2 Diabetes geht die Insulinresistenz nicht nur mit erhöhten Blutzuckerspiegeln, sondern auch mit erhöhten Harnsäurespiegeln im Blut einher. Denn die durch die Insulinresistenz bedingte verstärkte Ausschüttung von Insulin und der daraus resultierende erhöhte Insulinspiegel (Hyperinsulinämie) verringert die Ausscheidung von Harnsäure.

Kaffee wirkt auf Insulinresistenz und beugt so Diabetes vor

Kaffeegenuss verbessert bekanntermaßen die Insulinresistenz. Eine jetzt erschienene Studie aus Kanada untersuchte, inwieweit es eine Verbindung zwischen Blutzuckerspiegeln und Harnsäurespiegeln bei Kaffeetrinkern und Nicht-Kaffeetrinkern gibt und inwieweit sich der Kaffeekonsum dabei auf die Insulinresistenz auswirkt.

In der über 16 Jahre laufenden Studie wurden 143 gesunde Kaffeetrinker mit 77 gesunden Personen verglichen, die keinen Kaffee tranken. Außerdem wurden 48 Kaffee trinkende Menschen mit Diabetes mit 42 Diabetespatienten verglichen, die keinen Kaffee tranken. Die Kaffeetrinker beider Gruppen nahmen täglich drei bis vier Tassen Kaffee zu sich.

 

Kaffee wirkt auf Blutzucker- und Harnsäurespiegel

Nach 16 Jahren regelmäßigem Kaffeegenuss lagen die Nüchtern-Blutzuckerspiegel bei den Normalpersonen mit 75 ± 13 mg/dl nur geringfügig niedriger als die 79 ± 12 mg/dl bei den Normalpersonen, die in dieser Zeit keinen Kaffee tranken. Die Harnsäurespiegel waren jedoch bei den Kaffeetrinkern mit 7,7 ± 1,2 mg/dl signifikant niedriger als bei den Nicht-Kaffeetrinkern mit 8,5 ± 1,3 mg/dl.

Ganz anders jedoch war die Situation bei den Diabetespatienten. Hier hatten die Kaffeetrinker mit 104 ± 27 mg/dl deutlich niedrigere Nüchtern-Blutzuckerspiegel als die Nicht-Kaffeetrinker mit 128 ± 31 mg/dl. Ähnlich wie bei den gesunden Normalpersonen lagen die Harnsäurewerte der kaffeetrinkenden Diabetespatienten mit 8,7 ± 1.1 mg/dl signifikant niedriger als bei denen, die keinen Kaffee tranken, deren Harnsäure 9,8 ± 1,6 mg/dl betrug.

Niedriger Harnsäurespiegel verbessert Insulinsensitivität

Die Ergebnisse zeigen, dass die Verbesserung der Insulinresistenz bei Diabetikern nach Kaffeegenuss nicht nur mit niedrigeren Blutzuckerspiegeln sondern auch mit niedrigeren Harnsäurespiegeln einhergeht und somit möglicherweise auch die Reduzierung der Harnsäurespiegel zur Verbesserung der Insulinsensitivität führt.

Foto: volff

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