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Kälte als Trigger für Herzinfarkte?

Kälte scheint ein wichtiger Trigger für die Entstehung eines Herzinfarkts zu sein. Zu diesem Ergebnis kamen belgische Forscher, als sie verschiedene Umweltfaktoren in Beziehung zur Wahrscheinlichkeit eines akuten Myokardinfarkts setzten.
Kälte als Trigger für Herzinfarkte

Kälte kann Herzinfarkte begünstigen.

In bisherigen Studien ist vor allem die Feinstaubbelastung der Luft in Zusammenhang mit der Entstehung von Herzinfarkten gebracht worden. Dabei blieben aber meist andere mögliche Faktoren wie beispielsweise Temperaturveränderungen unberücksichtigt, wie die belgische Forscher bemängelten. Das Team um Professor Marc Claeys aus Antwerpen wollte daher den jeweiligen Einfluss von Luftverschmutzung und Temperatur auf die Herzinfarktrate unabhängig voneinander untersuchen.

Schon geringe Temperaturschwankungen begünstigen Herzinfarkte

Für ihre Analyse haben die Forscher Daten von fast 16.000 Patienten ausgewertet, die zwischen 2006 und 2009 an 32 belgischen Herzkatheter-Zentren wegen eines Herzinfarkts behandelt wurden. Die Wissenschaftler verglichen die Häufigkeit des Auftretens von Herzinfarkten mit meteorologischen Daten desselben Zeitraums. Betrachtet wurden dabei die Feinstaubbelastung der Luft, die Schwarzrauchemission, die Temperatur und die relative Luftfeuchtigkeit.

Es stellte sich heraus, dass vor allem zwischen der Temperatur und dem Auftreten von Herzinfarkten ein signifikanter Zusammenhang bestand. Den Daten zufolge stieg mit jedem Absinken der Temperatur um zehn Grad die Herzinfarkt-Rate um sieben Prozent an. Die Belastung der Luft durch Feinstaub schien hingegen weniger bedeutsam zu sein. Wie Studienleiter Claeys beim Kongress der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) in Amsterdam erklärte, können anscheinend schon geringe Temperaturunterschiede Herzinfarkte begünstigen.

 

Vor hohen Belastungen schützen

Kälte kann zu einer Verengung der Blutgefäße führen, weswegen das Herz mehr Kraft aufbringen muss, was wiederum bei einer entsprechenden Vorerkrankung zu einer Überlastung des Herzmuskels führen kann. Die belgischen Forscher vermuten zudem, dass eine Stimulation von Kälterezeptoren im sympathischen Nervensystem zu einer verstärkten Ausschüttung von Katecholaminen wie Adrenalin und Noradrenalin führen kann.

Personen mit erhöhtem Herzinfarktrisiko sollten sich daher bei starken Temperaturschwankungen schützen. Betroffene sollten bei Kälte zudem auf starke körperliche Anstrengungen verzichten. Das bedeutet allerdings nicht, dass sie im Winter auf alle körperlichen Aktivitäten verzichten sollten – im Gegenteil. Gerade bei starken Temperaturunterschieden zwischen Drinnen und Draußen ist es wichtig, sich regelmäßig zu bewegen. Allerdings sollten hohe Spitzenbelastungen, die das Herz überfordern können, vermieden werden.

Foto: © K.- P. Adler - Fotolia.com

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Hauptkategorie: Medizin
 

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