. Ernährung

Junkfood beeinträchtigt Gedächtnisleistung

Australische Forscher haben herausgefunden, dass auch ein kurzzeitiger Verzehr von Junkfood die Gedächtnisleistung dauerhaft beeinträchtigen kann. Das Experiment fand zwar mit Ratten statt, die Ergebnisse sind aber vermutlich auch auf Menschen übertragbar.
Junkfood beeinträchtigt Gedächtnisleistung

Gesunde Ernährung schützt möglicherweise vor Abbau der Gedächtnisleistungen

Junkfood besteht vor allem aus viel Fett und Zucker. Dass sich diese Stoffe nicht nur auf die Hüften schlagen, sondern auch die Gedächtnisleistung erheblich beeinträchtigen, haben Forscher der University of New South Wales in Australien in einer Versuchsreihe mit Ratten gezeigt. Schon nach einer Woche Junkfood-Verzehr litt das Vermögen der ansonsten intelligenten Tiere, Orte wiederzuerkennen, die Ratten hatten etwa Probleme zu merken, wenn ein Gegenstand verrückt wurde. Überdies litten sie nachweisbar auch unter Entzündungen im hippocampalen Bereich des Gehirns, der mit der räumlichen Erinnerungsfähigkeit in Verbindung gebracht wird.

Forscher halten Schädigung für irreversibel

Professor Margaret Morris von der medizinischen Fakultät der UNSW: „Das Überraschende an den Forschungsergebnissen ist die Schnelligkeit, mit der sich die Wahrnehmungsfähigkeit verschlechterte.“ Den vorläufigen Daten zufolge sei die Schädigung auch nicht reversibel wenn die Ratten wieder auf eine gesunde Ernährung umgestellt würden. „Das ist sehr bedenklich“, so die Forscherin.

Für ihre Experimente hatten die Forscher Ratten in drei Gruppen eingeteilt: Eine Gruppe erhielt sehr fett- und zuckerhaltige „Junkfood“- Nahrung, mit Kuchen, Chips und Keksen, eine andere gesundes Futter und die dritte Gruppe gesundes Futter plus Zucker. Interessanterweise waren die Ergebnisse bei Ratten, die zwar gesundes Futter, aber zusätzlich Zuckerwasser erhielten, ähnlich wie bei der Junkfood-Gruppe. Ebenso interessant: Die zuckerhaltige Nahrung wirkte sich nur auf das räumliche Erinnerungsvermögen aus. Andere Gedächtnisleistungen – wie etwa das Wiedererkennen von Dingen – blieben unbeeinträchtigt, egal, was die Ratten gefressen hatten.

Kalorienreiches Essen verschlechtert die Funktion des Hippocampus

„Wir vermuten, dass die Ergebnisse auch auf Menschen übertragbar sind“, betont Morris. Die Ernährung wirke sich in jedem Alter auf das Gehirn aus, aber je älter wir werden, desto entscheidender sei sie. Möglicherweise könne man mit einer gesunden Ernährung auch dem Abbau kognitiver Fähigkeiten entgegenwirken. Bislang weiß man dass Übergewicht Entzündungen im Körper auslösen kann. Dass es auch Änderungen im Gehirn hervorrufen kann, ist ein relativ neuer Befund.

Foto: AOK Mediendienst

Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Ernährung , Gedächtnis , Gehirn

Weitere Nachrichten zum Thema Ernährung

| Schwarzkümmelöl wird schon seit Jahrtausenden gegen eine Vielzahl von Beschwerden eingesetzt und gilt auch heute noch manchen Menschen geradezu als Allheilmittel. Doch was ist dran an den Behauptungen über die positiven gesundheitlichen Wirkungen des Öls?

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Kann ein „übersäuerter“ Körper auf Dauer krank machen? Professor Dr. Andreas Pfeiffer vom Deutschen Zentrum für Ernährungsforschung erläutert, ob die Befürchtung wirklich zutrifft.
. Weitere Nachrichten
Epidemiologische Studien haben bereits Hinweise darauf geliefert, dass Störungen der inneren Uhr – beispielsweise durch Nachtschichten – das Krebsrisiko erhöhen können. Forscher der Charité – Universitätsmedizin Berlin haben die Zusammenhänge nun genauer untersucht.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Für Menschen mit Behinderung sind Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe nach wie vor nicht selbstverständlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Ulla Schmidt, MdB und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, darüber gesprochen, was getan werden muss, um die Situation von Betroffenen zu verbessern.
Prof. Hendrik Streeck leitet Deutschlands erstes Institut für HIV-Forschung am Universitätsklinikum Duisburg-Essen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem US-Rückkehrer über sein größtes Ziel gesprochen: eine präventive Impfung gegen HIV.