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Jung, sportlich und plötzlich tot

Der plötzliche Herztod kann jeden treffen. Junge Sportler sind da keine Ausnahme. Meistens steckt eine unerkannte Herzerkrankung oder eine verschleppte Myokarditis dahinter.
Der plötzliche Herztod reißt jedes Jahr Hunderte Sportler aus dem Leben

Der plötzliche Herztod reißt jedes Jahr Hunderte Sportler aus dem Leben

Bei nahezu allen Sportarten ist es schon passiert: Junge Sportler brechen zusammen und sterben einen plötzlichen Herztod. Dramatisch war unter anderem der Fall des 28-jährigen kamerunischen Fußballspielers Marc-Vivian Foé, der 2003 während des Confederations-Cup in Frankreich starb. Millionen Menschen verfolgten vor dem Fernseher das fatale Ereignis.

Wissenschaftler schätzten, dass auf 100.000 Sportler pro Jahr etwa 0,7 bis 3 solcher Todesfälle kommen. Männer sind davon deutlich häufiger betroffen als Frauen.

Schon ab 35 Jahren verengen sich die Herzkranzgefäße

Was aber löst den plötzlichen Herztod bei Sportlern aus? Die Ursachen richten sich nach dem Alter. Bei Sportlern ab 35 Jahren sind in 80 Prozent der Fälle verengte Herzkranzgefäße schuld. Mediziner sprechen von einer koronaren Herzkrankheit (KHK). Die entsteht durch Ablagerungen in den Gefäßen. Durch den beschleunigten Herzschlag und den erhöhten Blutdruck während des Sports können Verletzungen an verengten Herzkranzgefäßen auftreten. Um die zu reparieren, bilden sich Blutgerinnsel. Ein fataler Mechanismus, denn jetzt werden die ohnehin schon verengten Herzkranzgefäße verstopft. Es kommt zum Herzinfarkt, der zu Kammerflimmern und schließlich zum Herztod führt.

 

Ursachen für den plötzlichen Herztod

Bei jüngeren Sportlern liegt meist eine unerkannte Herzkrankheit vor, zum Beispiel ein angeborener Herzfehler. Völlig gesund stirbt keiner – obwohl Leistungssport eine große Belastung fürs Herz ist.

„Bei Sportlerinnen und Sportlern unter 35 Jahren sind die häufigsten Ursachen eines plötzlichen Herztods Erkrankungen des Herzmuskels, der Herzklappen, der Hauptschlagader oder der Herzkranzgefäße“, erklärt Jürgen Scharhag, Leiter der Abteilung Sportmedizin, Leistungsphysiologie und Prävention am Institut für Sportwissenschaft der Universität Wien. Dies seien zu einem großen Teil angeborene Herzfehler. Trifft Leistungssport beispielsweise auf einen erblich bedingt verdickten Herzmuskel können durch die hohe Belastung, die hohe Herzfrequenz sowie den erhöhten Sauerstoffbedarf des Herzens lebensbedrohlichen Herzrhythmusstörungen ausgelöst werden.

Herzmuskelentzündung großes Risiko für junge und älter Sportler

Auch eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) kann zum plötzlichen Herztod führen. Eine Myokarditis kann prinzipiell durch jede banale Erkältung entstehen, manchmal ohne Symptome. Viren oder Bakterien befallen dann den Herzmuskel. Eine aktuelle Studie zeigt, dass fast alle jungen Sportler, die aufgrund einer Myokarditis gestorben waren, vorher eine Infektion der oberen Atemwege durchgemacht hatten. Herzspezialisten raten Sportlern deshalb, sich bei einem Infekt immer ausreichend zu schonen und das Training erst dann wieder aufzunehmen, wenn sie wieder vollständig gesund sind und sich fit fühlen.

„Patienten mit einer gesicherten Myokarditis müssen sich auf alle Fälle mehrere Monate konsequent schonen: viel Ruhe, keine körperliche Belastung, keinerlei Sport oder Ausdauertraining, wenn möglich Fahrstuhl statt Treppe“, sagt Sportmediziner Scharhag. Dies gelte selbstverständlich auch für schwere körperliche Arbeit.

„Sport ist erst wieder nach einer Karenzzeit von mindestens drei bis sechs Monaten möglich, wenn sich die Herzfunktion wieder komplett erholt hat und der Sportkardiologe nach verschiedenen Untersuchungen wieder grünes Licht gibt."

Grundsätzlich gilt: Jeder Leistungssportler sollte sein Herz initial vom Kardiologen abklären lassen. Für Interessierte hat die Deutsche Herzstiftung den neuen Ratgeber herausgegeben: „Bedrohliche Herzrhythmusstörungen: Wie schütze ich mich vor dem plötzlichen Herztod?“ Der Band kann unter www.herzstiftung.de oder per Tel. 069 955128400 oder Mail: bestellung@herzstiftung.de angefordert werden.

Foto: pixabay

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
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