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Jedes zweite Schulkind leidet unter Kopfschmerzen

Rechtzeitig zum Schulanfang in Berlin startet heute die erste bundesweite Aktion zur Kopfschmerzprävention an Schulen. Unter dem Motto "Aktion Mütze - Kindheit ohne Kopfzerbrechen" können Schüler der 7. Klassen in diesem Schuljahr lernen, besser mit stressbedingten Kopfschmerzen umzugehen und sich auch im Schulalltag bewusst zu entspannen.

Gegen das Kopfzerbrechen: Eine Aktion gegen Kopfschmerz startet an Schulen.

Initiatoren der bundesweiten Aktion sind die Schmerzklinik Kiel und die ZIES gGmbH, eine gemeinnützige Organisation, die sich für Menschen mit Gesichts- und Kopfschmerzen einsetzt.

„Leistungsdruck in der Schule, Freizeitstress am Nachmittag, aber auch Reizüberflutung oder unregelmäßiges Essen führen immer häufiger zu Spannungskopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen oder lösen sogar Migräne-Anfälle aus", sagte Prof. Hartmut Göbel, Direktor der Schmerzklinik Kiel, bei der Pressekonferenz und erläuterte den Hintergrund der Aktion: Nach Angaben des Mediziners hat jedes zweite Kind im Grundschulalter regelmäßig Kopfschmerzen. 

Kopfschmerzen bei Kindern können langfristig zu psychischen Erkrankungen führen

Sogar jedes siebte Schulkind werde aufgrund von Kopfschmerzen medizinisch behandelt. Darüber hinaus seien Migräne und Kopfschmerzen bei Kindern nicht nur ein akutes Problem, sondern könnten zu langwierigen psychischen Problemen führen oder sich zu lebenslangen chronischen Kopfschmerzen auswachsen.

„Mit der von Politik, Krankenkassen und Unternehmen getragenen Kampagne sprechen wir Lehrer, Schüler und Eltern gemeinsam an", erklärte Karin Frisch, Geschäftsführerin der ZIES gGmbH und selbst Lehrerin bei der Pressekonferenz. Frisch hat zusammen mit Prof. Hartmut Göbel eine Unterrichtseinheit zur Kopfschmerzprävention für Schülerinnen und Schüler der 7. Jahrgangsstufe entwickelt. Das Material umfasst nach Angaben der ZIES Hintergrundinformationen für Lehrer und Eltern, verschiedene Arbeitsblätter für Kinder und einen Kopfschmerz-Fragebogen. 

 

Langfristig soll das Präventionsprogramm fest in den Unterricht integriert werden

Die „Aktion Mütze“ wird auch mit einem Bus auf Tour gehen und im Rahmen von Projektstunden Schüler und Lehrer für das Thema zu sensibilisieren versuchen. Langfristiges Ziel sei die feste Verankerung von Maßnahmen zur Kopfschmerzprävention in den Lehrplänen.

Die Anschubfinanzierung der Aktion wird von den Krankenkassen getragen. Um jedoch alle Schüler der 7. Klasse in Deutschland erreichen zu können, sei die Aktion jedoch noch auf weitere Förderer angewiesen, so die Initiatoren.

Foto: Zlatan Durakovic - Fotolia.com

Autor: Cornelia Wanke
Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
 

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