. Mortalität bei Diabetes

Jeder sechste Todesfall in Deutschland durch Diabetes bedingt

Typ-2-Diabetiker haben ein deutlich erhöhtes Sterberisiko im Vergleich zu Menschen ohne diese Erkrankung. Forscher plädieren daher für verstärkte Maßnahmen in der Prävention von Diabetes und der Folgeerkrankungen.
Diabetes, Mortalität bei Diabetes

Immer mehr Menschen sterben an den Folgen einer Diabetes-Erkrankung

Lange Zeit fehlten Angaben zur Sterblichkeit durch Diabetes in Deutschland. Nun berichten Forscher des Deutschen Diabetes-Zentrums (DDZ), dass die Zahl der Todesfälle in Folge einer Diabeteserkrankung im Jahr 2010 bei 138.000 lag. Das waren 16 Prozent aller Todesfälle in Deutschland. Aufgrund dieser Zahlen kommen die Wissenschaftler um Thaddäus Tönnies vom Institut für Biometrie und Epidemiologie des DDZ zu dem Ergebnis, dass die Mortalitätsrate von Menschen mit Typ-2-Diabetes zwei- bis dreimal höher liegt als von Menschen ohne Diabetes. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forscher in der Zeitschrift Der Diabetologe.

Steigende Mortalität durch Diabetes

Typ-2-Diabetes wird mittlerweile von einigen Experten als vermutlich größte Epidemie der Menschheitsgeschichte bezeichnet. Rund 415 Millionen Menschen sind weltweit betroffen. Neben verhaltens- und umweltbezogenen Risikofaktoren trägt in vielen Ländern die Alterung der Bevölkerung zum Anstieg der Fallzahlen bei.

Für ihre aktuelle Übersichtsarbeit untersuchten die Forscher des DDZ die relevante Literatur in MEDLINE über die Suchplattform PUBMED, sortierten sie thematisch und fassten die Ergebnisse zusammen. Demnach ist die Sterblichkeit aufgrund von Diabetes in Deutschland um das Zwei- bis Dreifache erhöht. Frauen weisen eine höhere Übersterblichkeit auf als Männer, mit zunehmendem Alter sinkt diese jedoch.

Künftig sei aufgrund steigender Fallzahlen von Typ-2-Diabetes noch mit einer deutlichen Zunahme diabetesbedingter Todesfälle zu rechnen, so die Studienautoren. Sie plädieren daher für verstärkte Maßnahmen zur Primär- und Sekundärprävention, um der steigenden Mortalitätslast entgegenzuwirken.

 

Blindheit und Amputationen häufige Folgen von Diabetes

Menschen mit Diabetes sterben meist nicht an der Erkrankung selbst, sondern an einer der zahlreichen Folgeerkrankungen. Dazu gehören akute Gefäßverschlüsse wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle. Neben potenziell tödlichen Erkrankungen drohen auch noch andere schwerwiegende Folgen wie Blindheit, Neuropathie, diabetischer Fuß oder Amputationen. Durch eine frühe Diagnose und eine optimale Einstellung des Blutzuckers lassen sich solche Folgen in vielen Fällen vermeiden. Zu den Präventionsmaßnahmen gehören auch ausreichend Bewegung und eine gesunde Ernährung.

Foto: © kamasigns - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorien: Demografischer Wandel , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Diabetes , Diabetischer Fuss , Ernährung
 

Weitere Nachrichten zum Thema Diabetes

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Fußboden, Küchentisch, Schaukelstuhl oder sogar das eigene Bett: Im improvisierten Homeoffice entstehen ungeahnte neue Arbeitsorte. Für stundenlanges Arbeiten sind sie aber oft nicht konzipiert. Die dauerhafte Arbeit im Homeoffice kann deshalb etwa zu Verspannungen und Schmerzen im Bewegungsapparat führen, denen man aber vorbeugen kann. Ein Beispiel: der „Mausarm".
Die EU-Kommission hat eine wichtige koordinierende Funktion zwischen den EU-Mitgliedsstaaten in der Coronakrise. So hat beispielsweise die EU Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 für alle Mitgliedsstaaten bestellt. Über die Rolle der EU in der Corona-Pandemie, die Diskussion um Grenzschließungen und die gemeinsame Impfstoffbeschaffung der EU sprach Gesundheitsstadt Berlin in einem Podcast mit dem langjährigen Mitglied des Europäischen Parlaments, Elmar Brok.
 
 
. Interviews
Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.
Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.