Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Jeder Fünfte betroffen: Was Patienten gegen Arthrose tun können

Freitag, 4. Oktober 2019 – Autor:
Ab 50 Jahren weist nahezu jeder Fünfte im Röntgenbild eine Knie- oder Hüftgelenksarthrose auf. Nur 20 bis 30 Prozent der Patienten haben zu diesem Zeitpunkt bereits Beschwerden. Was sie am besten dagegen tun können.
knieschmerzen, kniegelenk, kniearthrose, schmerzen

Athrose-Patienten können etwas gegen das rasche Fortschreiten ihrer Erkrankung tun – Foto: ©PiyawatNandeenoparit - stock.adobe.com

Arthrose nimmt mit dem Alter zu. Ab 50 Jahren weist nahezu jeder Fünfte im Röntgenbild eine Knie- oder Hüftgelenksarthrose auf. Nur 20 bis 30 Prozent dieser Patienten haben zu diesem Zeitpunkt bereits Beschwerden. Sie können etwas dagegen tun.

Die kürzlich aktualisierte Leitlinie Hüftarthrose zeigt auf, wann und wie Patienten mit und ohne Symptome behandelt werden sollten, wie sie ihre Lebensqualität erhalten und einen Gelenkersatz hinauszögern.

Anlauf-, Ermüdungs- und Entlastungsschmerz

Ebenfalls überarbeitet wurde die Leitlinie zur operativen Behandlung der Kniearthrose. Darüber berichteten Experten im Vorfeld des Deutschen Kongresses für Orthopädie und Unfallchirurgie (DKOU) am 24. Oktober in Berlin. Auf einem Patiententag erhalten Betroffene dort Tipps. Dafür ist eine Voranmeldung nötig.

Eine beginnende Arthrose zeigt sich durch Anlauf-, Ermüdungs- und Belastungsschmerz. "Wenn diese Schmerzen anhalten, sollte der Betroffene unbedingt einen Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie aufsuchen", empfiehlt Prof. Georg Matziolis, Ärztlicher Direktor des Deutschen Zentrums für Orthopädie der Waldkliniken Eisenberg und Autor der kürzlich aktualisierten Leitlinie Hüftarthrose (Coxarthrose).

 

Was Patienten gegen Arthrose tun können

Was Patienten gegen Arthrose tun können: In der Frühdiagnostik hat der Patient durchaus Einfluss darauf, eine Arthrose mild verlaufen zu lassen und einen drohenden Gelenkersatz abzuwenden. "Übergewicht ist ein entscheidender Risikofaktor für die Entwicklung der Knie- und Hüftarthrose", erklärt Matziolis. Daher sei eine Gewichtabnahme in Verbindung mit Sport für übergewichtige Patienten empfehlenswert.

Um eine möglichst effektive Therapie zu gewährleisten, empfiehlt die Leitlinie ein individuell gestaltetes Selbstmanagement-Programm. Den Patienten sollen dabei Techniken und Fähigkeiten nähergebracht werden, die sie brauchen, um besser mit der Arthrose im Alltag, Sport und Beruf umzugehen.

Risikofaktoren Diabetes, Übergewicht, Herzinsuffizienz

Insbesondere Patienten mit Diabetes mellitus, Übergewicht und Herzinsuffizienz sollten für die Symptome von Arthrose sensibilisiert sein. Aber auch Patienten, die etwa an einer Hüftdysplasie oder an Arthritis leiden, haben ein erhöhtes Erkrankungsrisiko. "Darüber hinaus sind natürlich Personen gefährdet, die beruflich schweren Körperbelastungen ausgesetzt sind oder Fehlstellungen aufweisen, etwa X- oder O-Beine", erklärt Matziolis.

Helfen Lebensstilveränderungen, Medikamente und konservative Therapien nicht mehr, müssen Patienten auf ein Kunstgelenk zurückgreifen. "Eine Gelenkprothese ist ein großer Schritt. Daher muss die Entscheidung, wann ein Gelenkersatz stattfinden sollte, interdisziplinär und mit intensiver Beteiligung des Patienten stattfinden", betont Prof. Klaus-Peter Günther, Geschäftsführender Direktor des UniversitätsCentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie der TU Dresden.

Vor Implantat-Infektionen schützen

Auf dem Patiententag des DKOU erklärt Prof. Matziolis, wie die Hüftgelenkarthrose entsteht, welche Patienten betroffen sind und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt. Dort klärt Prof. Günther auch darüber auf, wann ein Kunstgelenk nötig wird und worauf Patienten bei der Entscheidung zu einem künstlichen Gelenk achten sollten.

Zudem erfahren Patienten Neuigkeiten zur operativen Behandlung der Kniearthrose und wie sie sich vor Infektionen ihres Implantats schützen können. Die Anmeldung ist unter dkou.org/registrierung/ möglich.

Foto: piyawatnandeenoparit/fotolia.com

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Gelenkschmerzen
 

Weitere Nachrichten zum Thema Knie-Arthrose

08.03.2016, aktualisiert: 27.09.2017

Kohlwickel sind ein bekanntes Hausmittel bei Gelenkschmerzen. Forscher der Universität Duisburg-Essen testeten ihre Wirksamkeit bei Knie-Arthrose. Die Kohlblätter beeinflussten Schmerz und Beweglichkeit.

 

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
 
Weitere Nachrichten
Damit eine Sonnenbrille nicht trügerische Sicherheit vorgaukelt, sondern unsere empfindlichen Augen vor aggressiver UV-Strahlung wirksam schützt, muss sie bestimmte Mindeststandards erfüllen. Der UV-Schutz bis 400 Nanometer ist nur einer davon.


Innenstädte leiden besonders unter Hitzewellen. Was Grünflächen leisten können, um die Temperaturen zu drücken, haben jetzt Forscher der TU München untersucht. Demnach kommt es neben dem Anteil der Vegetation auch auf die Art der Bepflanzung an.
 
Interviews
Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin