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Jeder dritte Deutsche schläft schlecht

Jeder dritte Deutsche schläft schlecht. Und ein Viertel der Erwachsenen kommt nicht auf die empfohlenen sechs Stunden Schlaf. Das zeigt eine Studie der TK.
Schlafstörung

Schlechter oder zu wenig Schlaf kann krankmachen

Jeder dritte Erwachsene in Deutschland schläft nur mittelmäßig, schlecht oder sehr schlecht. Ein Viertel (24 Prozent) kommt nicht auf die von Gesundheitsexperten empfohlenen sechs Stunden Schlaf. Das geht aus der Studie "Schlaf gut, Deutschland" hervor, die die Techniker Krankenkasse (TK) jetzt vorstellte.

„Knapp 40 Prozent sehen Jobstress als Hauptursache, dass sie nicht in den Schlaf finden“, erklärt Peter Wendt, der bei der TK für die Umfrage zuständig ist. Weitere Gründe sind private Probleme mit 28 Prozent und gesundheitliche Beschwerden mit 22 Prozent.

Schlechte Schläfer haben mehr Gesundheits-Probleme

Die Schlechtschläfer sind laut der TK-Studie deutlich mehr von gesundheitlichen Beschwerden betroffen. 54 Prozent leiden unter Muskelverspannungen und Rückenschmerzen, bei den Gutschläfern sind es nur 35 Prozent. Wer schlecht schläft, fühlt sich im Vergleich zu den Gutschläfern mehr als doppelt so häufig erschöpft (44 zu 21 Prozent), gereizt (33 zu 9 Prozent) und niedergeschlagen (21 zu 6 Prozent).

Gewohnheiten und Umstände, die den gesunden Schlaf fördern, bezeichnen Experten als Schlafhygiene. „Vieles können wir nicht oder nur schwer beeinflussen wie zum Beispiel Straßenlärm oder das Schnarchen des Partners. Die Studie zeigt aber auch, dass man schon mit kleinen Lebensstilveränderungen viel erreicht“, erklärt Dr. Utz Niklas Walter vom Institut für Betriebliche Gesundheitsberatung.

 

Jeder dritte Deutsche schläft schlecht

So beklagen 41 Prozent die Zimmertemperatur, 23 Prozent konsumieren vor dem Schlafen schwere Mahlzeiten und 15 Prozent koffeinhaltige Getränke. Bei sieben Prozent der Erwachsenen liegt das Smartphone auf dem Nachttisch oder unter dem Kopfkissen. Besonders hoch ist der Anteil bei den Unter-30-Jährigen: Hier stört das Handy bei jedem Fünften den Schlaf.

Jeder dritte Deutsche schläft schlecht - unter den Berufstätigen mit unregelmäßigen Arbeitszeiten oder Schichtdienst sind es sogar 40 Prozent, die über eine schlechte Schlafqualität klagen. Die Hälfte von ihnen schläft höchstens fünf Stunden. Wer nicht ausreichend schläft, gefährdet nicht nur die eigene Gesundheit, auch die anderer Menschen - wenn Unfallrisiko und Fehlerquote im Job steigen.

Im Schlaf sortiert sich das Gehirn

Schlaf ist wichtig. Der Mensch muss sich erholen, um kreativ und  leistungsfähig zu sein. „Im Schlaf sortiert das Gehirn seinen Zwischenspeicher. Dafür muss das System herunterfahren, das ist im laufenden mentalen Betrieb nicht möglich“, so Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK.

Laut der Studie liegt der Anteil der mit flexiblen Arbeitszeiten Beschäftigten in Deutschland mittlerweile bei 30 Prozent. Der Bedarf steigt mit dem Anspruch der Verbraucher, rund um die Uhr alles erledigen zu können. Digitalisierung und Globalisierung verändern die Arbeitswelt und die Anforderungen an die Beschäftigten. „Was sich allerdings nicht ändert, ist die innere Uhr des Menschen und sein Schlafbedürfnis“, so TK-Chef Baas.

Nachtschichten kosten 156 Prozent Energie

Die innere Uhr des Menschen tickt im Tag-Nacht-Rhythmus, ist also am Tag auf Aktivität und in der Nacht auf Ruhe programmiert. Dr. Walter: „Wer nachts arbeiten muss - und das betrifft etwa jeden fünften Schichtarbeiter - liegt über Kreuz mit seinem natürlichen Biorhythmus. Gegen die innere Uhr zu arbeiten, kostet zusätzliche Energie und wirkt sich negativ auf die Schlafqualität aus.“

Untersuchungen zeigen, dass Beschäftigte bei gleicher Tätigkeit zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich beansprucht werden. „Die Frühschicht liegt bei 100 Prozent Energieeinsatz, die Spätschicht bei 113 und die Nachtschicht bei 156 Prozent. Wer also möchte, dass Beschäftigte trotzdem gesund bleiben, muss sich um eine wirksames betriebliches Gesundheitsmanagement kümmern", so Dr. Walter.

Vorgesetzte können auch für gute Schlafqualität sorgen

Bei der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH in Mannheim passiert das bereits: Stefanie Wagner, verantwortet dort das betriebliche Gesundheitsmanagement: „Unausgeschlafene Beschäftigte sind für einen Verkehrsbetrieb ein großes Sicherheitsrisiko. Deshalb ist die Frage, wie wir auch im Schichtdienst dafür sorgen, dass unsere Mitarbeiter genügend Ruhezeiten bekommen, besonders wichtig.“ Neben gesunden Schichtplänen sei auch das Thema Führung wichtig. Vielen Vorgesetzten sei nicht bewusst, dass sie Einfluss darauf haben, ob ihre Mitarbeiter in den Schlaf finden. Denn viele Beschäftigte treibt nachts das Gedankenkarussell um.

Um Menschen zu unterstützen, zu einem gesunden Schlafverhalten zu kommen, bietet die TK ein Online-Schlaftraining an. Es ist über die Website www.tk.de (Webcode 036592) abrufbar. Für die Studie "Schlaf gut, Deutschland" befragte das Meinungsforschungsinstitut Forsa im Juli 2017 einen bevölkerungsrepräsentativen Querschnitt der Erwachsenen in Deutschland zu ihrem Schlafverhalten.

Foto: sven vietense/Fotolia.com

Autor: bab
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