Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

IVF: Offenbar kein erhöhtes Brustkrebsrisiko

Montag, 1. August 2016 – Autor:
Eine Hormonbehandlung im Rahmen einer In-vitro-Fertilisation (IVF) führt offenbar nicht zu einem erhöhten Risiko für Brustkrebs. Das ist das Ergebnis einer Langzeitstudie, die nun im amerikanischen Ärzteblatt veröffentlicht wurde.
In-vitro-Fertilisation

Eine In-vitro-Fertilisation scheint das Risiko für Brustkrebs nicht zu erhöhen – Foto: vchalup - Fotolia

Viele Formen von Brustkrebs sind hormonabhängig. Daher wird immer wieder darüber diskutiert, ob eine Hormonbehandlung, wie sie im Rahmen einer In-vitro-Fertilisation durchgeführt wird, die Entstehung von Brustkrebs begünstigen könnte. Studien kamen hier bisher zu widersprüchlichen Ergebnissen, was für die betroffenen Frauen eine große Verunsicherung bedeutet. Nun hat eine große Langzeitstudie gezeigt, dass der kurzfristige intensive Eingriff in den Hormonhaushalt bei einer Kinderwunsch-Behandlung offenbar nicht zu einem Anstieg des Brustkrebsrisikos führt.

Zahl der Brustkrebsfälle nicht erhöht

Die Forscher um Alexandra van den Belt-Dusebout vom Nederlands Kanker Intituut in Amsterdam untersuchten für ihre Studie die Daten von 25.108 Frauen, die in den Jahren 1983 bis 1995 an einem der zehn niederländischen IVF-Zentren behandelt worden waren und im Durchschnitt 3,6 IVF-Zyklen erhalten hatten. Die Frauen wurden in den folgenden 20 Jahren beobachtet und die Anzahl der aufgetretenen Fälle von Brustkrebs festgehalten. Der Analyse zufolge lag das Brustkrebsrisiko bei den mit IVF behandelten Frauen nicht höher als in der Allgemeinbevölkerung oder einer Kontrollgruppe von Frauen, die keine IVF-Behandlung erhalten hatten.

 

Einige Fragen noch offen

Interessanterweise wurde bei einer höheren Zahl von IVF-Zyklen sogar ein vermindertes Brustkrebs­risiko gefunden. So erkrankten Frauen, die sich sieben oder mehr IVF-Zyklen unterzogen, zu 45 Prozent seltener an Brustkrebs als Frauen, die nur ein oder zwei Zyklen erhalten hatten. Dies könnte aber mit einem insgesamt schlechten Ansprechen auf die injizierten Hormone zusammenhängen.

Die Ergebnisse der Studie müssen dennoch mit Vorsicht betrachtet werden, da nur die wenigsten der beobachteten Frauen bei Studienende bereits die Wechseljahre erreicht hatten und das Brustkrebsrisiko bekanntlich nach der Menopause deutlich ansteigt. Daher werden zur endgültigen Klärung der Frage, wie sich eine IVF-Behandlung auf das Brustkrebsrisiko auswirkt, wohl noch weitere Studien abzuwarten sein.

Foto: © vchalup - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Wechseljahre
 

Weitere Nachrichten zum Thema Kinderwunsch

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten


Erreger der durch Zecken übertragenen Lyma-Borreliose ist das Bakterium Borrelia burgdorferi. Zur Entdeckung trugen Mütter aus Lyme (Connecticut) bei - daher der Name –, deren Kinder gehäuft an Gelenksentzündungen litten.
 
Interviews
Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin