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Ist Fingerknacken ungesund?

Freitag, 14. September 2018 – Autor:
Nicht nur Kinder haben ihren Spaß daran. Auch viele Erwachsene knacken lautstark mit ihren Fingern. Was dahinter steckt und ob es ungesund ist, das erklärt ein Experte.
Fingerknacken, ungesund

Häufiges Fingerknacken leiert Gelenke und Bänder aus. Darum besser die Finger davon lassen – Foto: ©sebra - stock.adobe.com

Die einen wackeln mit den Ohren, die anderen knacken mit den Fingern, weil das so lustige Geräusche macht. Ob man es nun mag oder nicht: Wirklich gesund hört sich das Fingerknacken  nicht an. Interessant ist daher die Frage, wodurch das Knackgeräusch entsteht und ob das Knacken mit den Fingern schädlich is. 

In allen Gelenken des Menschen befindet sich Gelenkschmiere, die sogenannte Synovialflüssigkeit. Werden nun die Gelenke überdehnt – indem man an den Fingern zieht - wird ein Unterdruck erzeugt und es werden schlagartig Gase freigesetzt. Dies sorgt für das knackende Geräusch. Die Annahme, dass Gasbläschen dabei zerplatzen und es deshalb laut im Gelenk wird, gilt inzwischen als widerlegt.

Häufiges Überdehnen leiert Gelenke und Bänder aus

Bleibt die Frage, ob Fingerknacken ungesund ist. Direkt ungesund sei das nicht, sagt Dr. Wolfgang Reuter, Gesundheitsexperte bei der DKV Deutsche Krankenversicherung. „Wer mit den Fingern knackt, bekommt weder Schwellungen, noch erhöht sich die Anfälligkeit für Gelenkkrankheiten wie Arthrose.“

Dennoch rät der Experten dazu, es mit dem Fingerknacken nicht zu übertreiben. Vielmehr sollte man versuchen, die Gewohnheit abzulegen. Denn: „Beim Fingerknacken werden Gelenk und Bänder überdehnt. Sie könnten im Laufe der Zeit ausleiern“, sagt Reuter.

Vorsicht sei zudem geboten, wenn die Gelenke von alleine knackten oder schmerzten. Das könne auf Gelenkprobleme hindeuten. „In diesem Fall sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen“, so der Mediziner.

 

 Es kann auch im Nacken knacken

Übrigens können auch in anderen Gelenken Knackgeräusche entstehen, etwa in den Knien nach längerem Sitzen. Ganz häufig passiert das bei Verspannungen im Nacken. Massagen oder Dehnungsübungen sorgen dann ebenfalls für einen Unterdruck in den Halswirbelgelenken, so dass Gase in der Gelenkschmiere entstehen und sich mit den typischen Knackgeräuschen entladen.

Viel Forschung gibt es dazu nicht. Ärzte sind sich aber sicher, dass es längst aufgefallen wäre, wenn es bei Menschen, bei denen es häufig mal knackt, zu größeren gesundheitlichen Problemen gekommen wäre.

Foto: ©sebra - Fotolia.com

Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
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