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IQTiG übernimmt Qualitätssicherung

Das neu gegründete IQTiG-Institut wird ab 2015 die Qualitätssicherungsdaten der Kliniken und Praxen aufbereiten und öffentlich machen. Doch nicht alle sehen der Arbeit des IQTiG freudig entgegen. Ärztevertreter fürchten zu viel Einfluss der neuen Qualitätsinstanz.
IGTiG übernimmt Qualitätssicherung

Das IQTiG bestimmt Qualitätsstandards für die Krankenhäuser.

Die Qualitätssicherung im deutschen Gesundheitswesen muss verbessert werden; darin sind sich fast alle Experten einig. Denn die bisherigen Qualitätsberichte der Krankenhäuser, aber auch die von den Krankenkassen herausgegebenen Ranglisten sind unzureichend, um ein hohes Niveau der medizinischen Versorgung zu garantieren. Daher beschloss der Gemeinsame Bundesausschus (G-BA) im Sommer dieses Jahres, dass ein neues Institut die Daten aus der Qualitätskontrolle sektorenübergreifend sammeln, aufbereiten und veröffentlichen sollte. Bisher hat dies das Göttinger AQUA-Institut getan.

IQTiG soll keine „Datenkrake“ werden

Nun soll das IQTiG (Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen) im Auftrag des G-BA im Januar 2015 seine Arbeit aufnehmen und ab 2016 die Referenzstelle für Qualitätsmessung und -sicherung in Deutschland werden. Zunächst soll vor allem der stationäre Bereich im Fokus stehen, später sollen die Qualitätssicherungsmaßnahmen auch für den ambulanten Bereich entwickelt werden. Schließlich sollen beide Sektoren miteinander verflochten werden. Zukünftig werden die Experten also solche Qualitätsstandards bestimmen, die für beide Sektoren verbindlich sind. Wichtig ist für die Arbeit des Instituts auch, dass nicht nur die Versorgungsfachleute verstehen, warum eine Klinik oder eine Schwerpunktpraxis wirklich gut ist oder was verändert werden muss, um Fehler und Risikofaktoren abzustellen. 

Zudem soll das IQTiG keine „Datenkrake“ werden, die den Ärzten noch mehr Bürokratie als bisher abverlangt. Vielmehr will das Institut „sparsam“ mit den Daten umgehen und sich nach dem Willen des G-BA erst einmal mit den Routinedaten der Krankenkassen zufriedengeben. Ansonsten gehen jedoch die Wünsche der Mitwirkenden an die zukünftige Arbeit des IQTiG weit auseinander. So fürchten Ärzte und Ärztevertreter einen zu großen Einfluss der neuen Instanz und geben zu bedenken, dass nicht alle ärztlichen Leistungen normierbar sind.

 

Qualitätssicherung ersetzt nicht die Rolle des einzelnen Arztes

Vehement protestierten etwa die Zahnärzte gegen eine einseitige Nutzung der Daten im Sinne der Krankenkassen: „Aus Qualitätsberichten abgeleitete Rankings für den ambulanten Bereich lehnen wir entschieden ab“, erklärte zum Beispiel Wolfgang Eßler von der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung. Andere Experten betonen, dass die Rolle des Arztes zentral bleibe, auch wenn natürlich seine Arbeit bestimmten Standards unterworfen sein muss.

Inwieweit auf den Arzt in den nächsten Jahren dann doch Mehrbelastungen zukommen werden und was der Wechsel von AQUA zu IQTiG konkret bedeutet, lässt sich im Moment noch nicht vorhersagen. Nach dem Willen des G-BA sollen im Lauf der Zeit auch Patientenbefragungen als weiteres Messwerkzeug für die Behandlungsqualität in der Medizin dazukommen. Weitere konkrete Maßnahmen sind jedoch bisher noch nicht bekannt.

Foto: © ep stock - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Gesundheitspolitik
 

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