. Menschen mit Behinderungen

Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen

Allein in Deutschland leben über sieben Millionen Menschen mit einer Schwerbehinderung. Viele von ihnen fühlen sich vom gesellschaftlichen Leben ausgegrenzt. Der heutige Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen soll dem entgegenwirken.
Gleichberechtigigung für behinderte Menschen

Menschen mit Behinderungen wollen gleichberechtigt am Leben teilhaben.

Jedes Jahr am 3. Dezember findet der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung (auch bezeichnet als Internationaler Tag der Behinderten) statt. Er soll die Belange von Menschen mit Behinderung ins Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken und den Einsatz für die Rechte der Betroffenen fördern. Weltweit wird der Tag für verschiedenste Aktionen genutzt, um Menschen zu informieren und für die Gleichstellung behinderter Menschen zu plädieren.

Internationaler Tag der Menschen mit Behinderungen

Ins Leben gerufen wurde der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung im Jahr 1993 von den Vereinten Nationen. Ein Schwerpunkt der Veranstaltungen liegt seitdem auf dem Thema Gleichberechtigung und Teilhabe. Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ruft dazu auf, behinderte Menschen so weit wie möglich am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen. Der diesjährige Aktionstag steht unter dem Motto „Nur mit uns – Selbstbestimmung für Menschen mit Behinderung“. Die Idee dahinter: Nur eine weitgehende Autonomie entspricht dem Grundrecht auf Menschenwürde und ist auch in der UNO-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen genannt.

Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen

In der deutschen Gesetzgebung hat sich in den letzten Jahren bereits viel getan. So steht seit 1994 in Artikel 3 des deutschen Grundgesetzes der Satz: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ Doch erst im Jahr 2002 wurden ein eigenes Bundesgesetz und mehrere Landesgesetze erlassen, in denen genauer beschrieben wird, welche Benachteiligungen konkret verboten sind. So müssen Behörden seitdem ihre Internetseiten barrierefrei gestalten, so dass auch Menschen mit Einschränkungen wie beispielsweise Sehbehinderungen sie wahrnehmen und verstehen können. Im Jahr 2006 wurde dann das Allgemeine Gleichstellungsgesetz (AGG) (bekannter als „Antidiskriminierungsgesetz“) beschlossen.

Durch diese Gesetze haben Menschen mit Behinderungen in Deutschland heute den Anspruch auf verschiedene Teilhabeleistungen. Dazu gehören Gebärdensprachdolmetscher, mit denen zum Beispiel gehörlose Studenten die Vorlesungen an der Universität verfolgen können, oder Arbeitsassistenten, die Menschen mit Behinderungen am Arbeitsplatz unterstützen. Aber auch persönliche Assistenten, die behinderte Menschen beispielsweise beim Kino- oder Konzertbesuch begleiten, gehören dazu.

Über sieben Millionen schwerbehinderte Menschen in Deutschland

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes leben heute mehr als sieben Millionen schwerbehinderte Menschen in Deutschland; das sind fast neun Prozent der Gesamtbevölkerung. Dazu gehören nicht nur Personen mit sichtbaren Behinderungen wie Rollstuhlfahrer oder Blinde, sondern auch Menschen mit Lernschwierigkeiten, chronischen psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder chronisch Krebskranke. Trotz der neueren Gesetze werden sie auch heute noch von vielen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens ausgegrenzt.

Foto: © auremar - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorie: Medizin

Weitere Nachrichten zum Thema Schwerbehinderung

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Dass körperliche Inaktivität, hoher Alkoholkonsum, Rauchen und Bluthochdruck Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen sind, ist bekannt - wie ungleich diese innerhalb Deutschlands verteilt sind, jedoch weniger. Eine Studie zeigt, dass Menschen aus dem Ostteil des Landes ein ungünstigeres Risikoprofil aufweisen.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Für Menschen mit Behinderung sind Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe nach wie vor nicht selbstverständlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Ulla Schmidt, MdB und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, darüber gesprochen, was getan werden muss, um die Situation von Betroffenen zu verbessern.
Prof. Hendrik Streeck leitet Deutschlands erstes Institut für HIV-Forschung am Universitätsklinikum Duisburg-Essen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem US-Rückkehrer über sein größtes Ziel gesprochen: eine präventive Impfung gegen HIV.
Die Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern der Homöopathie sind verhärtet. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Homöopathie-Kritikerin Dr. med. Natalie Grams über wissenschaftliche Prinzipien und den verbreiteten Wunsch nach medizinischen Alternativen gesprochen.