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Insomnie: Forscher entdecken neue Risikogene

Schlaflosigkeit ist weit verbreitet. Oft sind der Lebensstil oder psychische Faktoren schuld, doch es gibt auch eine genetische Disposition. Forscher haben jüngst weitere Gene identifiziert, die mit Schlaflosigkeit in Verbindung zu stehen scheinen. Damit wurden 956 Risikogene für Insomnie entdeckt.
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Eine Insomnie kann durch den Lebensstil, aber auch genetisch bedingt sein

Bei einer Insomnie handelt es sich um eine Schlafstörung, bei der die Betroffenen nicht einschlafen oder durchschlafen können oder morgens vorzeitig erwachen. Häufig ist diese Schlaflosigkeit ein vorübergehendes Phänomen, beispielsweise in bestimmten Stresssituationen. Doch bei einigen Menschen wird das Problem dauerhaft. Von einer chronischen Insomnie spricht man, wenn die Patienten an mindestens drei Tagen in der Woche über mehr als drei Monate hinweg an Schlafstörungen leiden. Durch die dauerhafte Schlaflosigkeit kommt es zunehmend auch im Alltagsleben zu Einschränkungen. Depressionen und auch körperliche Erkrankungen können die Folge sein.

Vielfältige Ursachen für Insomnie

Die Ursachen für eine Insomnie sind vielfältig und reichen von hormonellen Faktoren über psychische Ursachen, verschiedene körperliche Erkrankungen bis hin zum Drogengebrauch. Da aber auch bekannt ist, dass es eine familiäre Häufung der Erkrankung gibt, haben Forscher in den vergangenen Jahren ihr Augenmerk verstärkt auf genetische Faktoren gelegt. Nun wurden neue Risikogene gefunden. Damit sind 956 DNA-Abschnitte bekannt, welche die Anfälligkeit für eine Insomnie erhöhen. Die neuen Ergebnisse wurden kürzlich im Fachmagazin „Natur Genetics“ veröffentlicht.

 

956 Risikogene für Insomnie identifiziert

Für ihre Studie haben die Forscher um Philip Jansen von der Freien Universität Amsterdam die Daten von insgesamt 1,3 Millionen Menschen ausgewertet. Sie analysierten die Angaben der Patienten zum Schlafverhalten und verglichen diese Daten mit den genetischen Anlagen.

Das Resultat: Die Wissenschaftler fanden insgesamt 956 Gene, von denen bestimmte Varianten das Risiko für Insomnie zu erhöhen scheinen. Weitere Untersuchungen zeigten, dass ein Teil dieser DNA-Abschnitte eine wichtige Rolle für die Funktionalität von Axonen spielt – jenen Nervenzellfortsätzen, die im Gehirn elektrische Impulse weiterleiten. Ein anderer Teil der identifizierten Risikogene ist dagegen nur in speziellen Hirnzelltypen aktiv, unter anderem in Neuronen im Hypothalamus und Claustrum.

Die Forscher betonen, dass ein einzelnes Gen keine Schlafstörungen auslösen kann. Erst die Kombination kann das Risiko für eine Insomnie erhöhen. Interessant ist auch, dass sich die neu entdeckten Risikogene zum Teil mit Genen überschneiden, die in Zusammenhang mit psychiatrischen Erkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen stehen.

Hoffnung auf neue Therapieoptionen

„Das ist ein wichtiges Ergebnis. Denn bisher haben wir die Ursachen der Insomnie immer im Bereich von Hirnschaltkreisen gesucht, die den Schlaf regulieren“, so Mitautor Eus Van Someren vom Niederländischen Institut für Neurowissenschaften. „Jetzt zeigt sich, dass wir unsere Aufmerksamkeit auf Bereiche richten müssen, die Emotionen und Stress kontrollieren.“ Künftig wollen die Forscher die neu gefundenen Risikogene und ihre Rolle für bestimmte biologische Prozesse im Gehirn genauer untersuchen. Sie hoffen, dass sich dadurch das Verständnis von Schlafstörungen verbessert und sich möglicherweise neue Behandlungsoptionen ergeben.  

Foto: © stokkete - Fotolia.com

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Hauptkategorie: Medizin
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