. Überforderung

Innere Unruhe: Was man dagegen tun kann

Innere Unruhe und Anspannung kennt jeder. Doch bei manchen Menschen werden sie zum Dauerzustand. Verschiedene Methoden können helfen, innerer Unruhe entgegenzuwirken. Bei schwerwiegenden Problemen sollte jedoch ein Arzt aufgesucht werden.
innere Unruhe, Anspannung, Nervosität

Innere Unruhe kann für die Betroffenen überaus quälend sein

Ständig angespannt, nervös, unkonzentriert und gereizt: Immer mehr Menschen klagen über innere Unruhe. Die Betroffenen kommen nicht zur Ruhe und können nicht entspannen. Kommt es hin und wieder zu solchen Zuständen, ist das in der Regel unproblematisch. Oft gibt es einen konkreten Auslöser und sobald dieser behoben ist, verschwinden auch die Unruhezustände. Doch wenn die innere Anspannung zum Dauerzustand wird, ist das meist ein Alarmzeichen für ein größeres Problem. Dahinter kann sich nämlich auch eine Depression oder eine andere psychische Erkrankung verstecken.

Stress häufigster Auslöser für Unruhe

Die Ursachen für innere Unruhe und Anspannung sind vielfältig. Leistungsdruck, private oder finanzielle Belastungen, Stress bei der Arbeit, Probleme mit den Kindern oder eine schwere Erkrankung gehören dazu. Biochemisch gerät der Hirnstoffwechsel der Betroffenen durcheinander. Der Reizfilter des Nervensystems funktioniert nicht mehr richtig, das Gleichgewicht der Botenstoffe gerät aus der Balance und es kommt zur Übererregung von Nervenzellen. Der Körper reagiert mit Unruhezuständen, Angstgefühlen und Schlafstörungen.

 

Nach körperlicher Ursache forschen

Nicht immer müssen es jedoch psychische Gründe sein, die zur permanenten Anspannung führen. Auch körperliche Ursachen sind möglich. Dazu gehören Schilddrüsenprobleme, Bluthochdruck, Unterzuckerung oder auch die Hormonumstellung bei Frauen während der Wechseljahre. Auch Medikamente können innere Unruhe verursachen, z. B. bestimmte Antidepressiva wie Citalopram oder das Asthmamittel Theophyllin. Liegt eine Medikamentenabhängigkeit, beispielsweise von Schlaf- oder Beruhigungsmitteln, vor, kann innere Unruhe ein Entzugssymptom sein.

Weitere Substanzen, die zu innerer Unruhe und Angststörungen führen können, sind Alkohol und bestimmte Drogen wie LSD oder hallizogene Pilze. Auch Drogen wie Cannabis, die normalerweise entspannend wirken, können zu paradoxen Reaktionen führen und innere Unruhe auslösen. Zu den häufigsten Ursachen bei Unruhe gehören jedoch chronischer Stress und Sorgen.

Tipps gegen innere Unruhe

Was also tun bei Unruhezuständen, die einfach nicht aufhören wollen? Folgende Maßnahme haben sich bewährt:

  • Stress reduzieren: Wichtig ist es herauszufinden, welche Situationen den größten Stress verursachen, und Strategien zu entwickeln, diese zu vermeiden oder zu mindern.
  • Pausen machen: Schon kleine Unterbrechungen von der Arbeit, ein kurzer Spaziergang an der frischen Luft oder ein Gespräch mit den Kollegen hilft, um Körper und Geist herunterzufahren. Die Pausen müssen nicht lang sein, sollten aber bewusst genutzt werden, um abzuschalten.
  • Entspannungsübungen: Atemübungen, Meditation, Progressive Muskelentspannung – viele Methoden helfen, um innere Unruhe zu vermindern. Wichtig ist es, die Übungen regelmäßig durchzuführen, am besten nicht erst dann, wenn der Stress besonderes groß ist.  
  • Körperliche Aktivität: Sport oder auch nur ein langer Spaziergang – Egal, was man bevorzugt, jede Art von Bewegung hilft gegen innere Unruhe. Körperliche Aktivität gilt als eines der besten Mittel, um Unruhezustände zu bekämpfen. 
  • Sprechen Sie darüber! Wer unter innerer Anspannung leidet, sollte unbedingt darüber reden. Freunde, Kollegen oder auch ein Therapeut können dabei helfen, Abstand von den eigenen Problemen zu bekommen und neue Lösungsansätze zu finden.  
  • Medikamente: Auch wenn viele Menschen sich dagegen sträuben, können Medikamente sehr sinnvoll bei der Bekämpfung von Unruhezuständen sein. Oft helfen jedoch schon leichte Mitte wie ein Tee aus Baldrian oder Hopfen, eine Aromatherapie mit Lavendelöl oder die Einnahme von Johanniskraut. Bei schweren, langanhaltenden Unruhezuständen sollte allerdings der Hausarzt oder ein Psychiater aufgesucht werden. Unter Umständen liegt eine Angsterkrankung oder eine Depression vor, die professionell behandelt werden müssen.

Lebensweise überdenken

Besonders wichtig ist es, den Auslöser für die innere Unruhe zu suchen und möglichst zu reduzieren. Möglicherweise sind es nur Kleinigkeiten oder aber doch ein größeres Problem, das die Zustände verursacht. Dabei kann sich herausstellen, dass es am falschen Arbeitsplatz, an gravierenden Problemen in der Partnerschaft, am Lebensstil oder einfach nur an der Denkweise liegt. In jedem Fall hilft dann der Mut zur Veränderung, um wieder Ruhe und Entspannung zu finden.

Foto: © fizkes - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Stress
 

Weitere Nachrichten zum Thema Stress

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
 
 
. Kliniken
. Interviews
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.