. Weltbevölkerungstag am 11. Juli 2019

In 80 Jahren gibt es 2,2 Milliarden Menschen mehr

Nach neuesten Schätzungen der UN wird die Bevölkerung bis zum Jahr 2100 von heute 7,7 Milliarden Menschen auf 10,9 Milliarden anwachsen. Das ist zwar etwas weniger als bislang angenommen. Doch für den Erdball ist das Bevölkerungswachstum eine Katastrophe.
Bevölkerungswachstum, Prognose, Afrika

Im Jahr 2100 wird es fas 11 Milliarden Menschen auf der Welt geben. Davon stammen 4,3 Milliarden aus Afrika

Kurz vor dem Weltbevölkerungstag am 11. Juli 2019 haben die Vereinten Nationen (UN) ihre Prognose für das Bevölkerungswachstum leicht nach unten korrigiert. Im Jahr 2100 soll demnach die Bevölkerung von heute 7,7 Milliarden Menschen auf 10,9 Milliarden wachsen - nicht wie bislang angenommen auf 11,2 Milliarden. Grund für die leichte Korrektur nach unten ist, dass die UN von einem steten Fall der weltweiten Geburtenrate ausgeht – von jetzt 2,5 Kindern pro Frau auf 2,1 Kinder pro Frau.

Allerdings sinken die Geburtenraten nicht dort, wo es am dringendsten nötig wäre: In Afrika, besonders südlich der Sahara, ist die Fertilitätsrate mit 4,6 Kindern pro Frau auch weiterhin hoch und liegt deutlich über dem weltweiten Durchschnitt von 2,5 Kindern pro Frau.

In Afrika verdreifacht sich die Bevölkerung

Das führt zu einem starken Bevölkerungswachstum in Afrika und letztlich auf der ganzen Welt: Heute leben 1,5 Milliarden Menschen auf dem afrikanischen Kontinent, in nur 80 Jahren werden es knapp dreimal so viele sein, nämlich 4,3 Milliarden Menschen.

„Es ist an der Zeit, die Ursachen des hohen Bevölkerungswachstums insbesondere in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara nüchtern zu analysieren und offen in außen- und entwicklungspolitischen Kontexten zu diskutieren“, sagt Renate Bähr, Geschäftsführerin der Deutschen Stiftung Weltbevölkerung (DSW). „Die Einflussfaktoren, die zu sinkenden Kinderzahlen führen, und die Vorteile, die kleinere Familien für Frauen und Gesellschaften haben, sind hinreichend bekannt.“

Kein Zugang zu Verhütungsmitteln 

Laut Bähr können heute rund 214 Millionen Mädchen und Frauen noch immer nicht eine Schwangerschaft verhüten, obwohl sie sich dies wünschen. Gerade aber in Afrika hätten Frauen oft keine Mitspracherechte. „Das macht deutlich, wie notwendig ein besserer Zugang zu Verhütungsmitteln und eine damit einhergehende Selbstbestimmung von Frauen und Mädchen ist“, so Bähr. Darum sei Gleichberechtigung der Geschlechter eine wichtige Voraussetzung für eine zukunftsfähige Bevölkerungsentwicklung.

Mehr Frauenrechte gefordert

„Die DSW fordert daher ein stärkeres internationales Engagement für die Stärkung von Frauen und Mädchen und ihrer Rechte, eine Intensivierung von Aufklärungsprogrammen für Jugendliche sowie ein verbessertes, zuverlässiges Angebot an Verhütungsmitteln.“

Der im November anstehende Nairobi Gipfel ICPD+25, auf dem die Ziele der Kairoer Weltbevölkerungskonferenz (ICPD) von 1994 überprüft werden, böte Deutschland die Chance, ein klares Zeichen für eine nachhaltige Entwicklung zu setzen.

Foto: © Dennis - Fotolia.com

Autor: ham
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