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16.03.2017

Impotent durch Haarwuchsmittel

US-Forscher warnen vor bestimmten Mitteln gegen Haarausfall. Die Wirkstoffe Finasterid und Dutasterid können zu Erektionsstörungen und Impotenz führen, insbesondere nach einer längeren Anwendung.
Gut gegen Haarausfall, schlecht für die Potenz: Studie bestätigt Nebenwirkungen von Finasterid und Dutasterid

Gut gegen Haarausfall, schlecht für die Potenz: Studie bestätigt Nebenwirkungen von Finasterid und Dutasterid

Haarausfall bei Männern kann heute mit verschiedenen Wirkstoffen behandelt werden. Zwei davon sind Finasterid und Dutasterid. Doch die beiden Prostatamittel verursachen unerwünschte Nebenwirkungen, wie US-Forscher nun bestätigt haben. Insbesondere nach einer längeren Anwendung (sechs Monate und länger) wurden Libidoprobleme, Erektionsstörungen und Impotenz beobachtet. So traten bei jedem 17. Mann vorübergehende Potenzstörungen auf. In vielen Fällen dauert dies dreieinhalb Jahre, auch nach Absetzen des Medikaments.

Dreieinhalb Jahre Potenzstörungen

An der Studie unter Leitung von Steven Balknap von der Northwestern University Feinberg School of Medicine in Chicago nahmen rund 12.000 bis dato potenzgesunde Männer teil. Dabei wurden die beiden Wirkstoffe Finasterid und Dutasterid hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Sexualfunktion verglichen. Das Risiko für Erektionsstörungen war demnach in beiden Gruppen gleich groß. Besonders alarmierend: Selbst 90 Tage nach Absetzen der Haarwuchsmittel hielten die Beschwerden an. In den Beipackzetteln wird dagegen behauptet, Störungen der Sexualfunktion würden nach Beendigung der Therapie rasch wieder abklingen.

 

Risiko liegt bei 1,4 Prozent

Finasterid und Dutasterid werden zur Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie) eingesetzt, dienen aber auch als Mittel gegen hormonell bedingten Haarausfall. Dass sie sexuelle Störungen wie Impotenz, Nachlassen der Libido, Ejakulationsstörungen ist schon seit längerem bekannt. Die aktuelle Studie aus Chicago hat nun das Risikopotenzial unterstrichen. Mit 1,4 Prozent betroffener Männer ist die Wahrscheinlichkeit, für längere Zeit impotent zu werden, zwar relativ gering. Doch die Männer sollten um das Risiko wissen. Da beide Wirkstoffe verschreibungspflichtig sind, ist es an den Ärzten, hierzu ausführlich zu beraten. Manch einer nimmt dann wahrscheinlich doch lieber dünnes Haar in Kauf.

Foto: © pbombaert - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Gesundheitspolitik
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