. Studie

Impotent durch Haarwuchsmittel

US-Forscher warnen vor bestimmten Mitteln gegen Haarausfall. Die Wirkstoffe Finasterid und Dutasterid können zu Erektionsstörungen und Impotenz führen, insbesondere nach einer längeren Anwendung.
Gut gegen Haarausfall, schlecht für die Potenz: Studie bestätigt Nebenwirkungen von Finasterid und Dutasterid

Gut gegen Haarausfall, schlecht für die Potenz: Studie bestätigt Nebenwirkungen von Finasterid und Dutasterid

Haarausfall bei Männern kann heute mit verschiedenen Wirkstoffen behandelt werden. Zwei davon sind Finasterid und Dutasterid. Doch die beiden Prostatamittel verursachen unerwünschte Nebenwirkungen, wie US-Forscher nun bestätigt haben. Insbesondere nach einer längeren Anwendung (sechs Monate und länger) wurden Libidoprobleme, Erektionsstörungen und Impotenz beobachtet. So traten bei jedem 17. Mann vorübergehende Potenzstörungen auf. In vielen Fällen dauert dies dreieinhalb Jahre, auch nach Absetzen des Medikaments.

Dreieinhalb Jahre Potenzstörungen

An der Studie unter Leitung von Steven Balknap von der Northwestern University Feinberg School of Medicine in Chicago nahmen rund 12.000 bis dato potenzgesunde Männer teil. Dabei wurden die beiden Wirkstoffe Finasterid und Dutasterid hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Sexualfunktion verglichen. Das Risiko für Erektionsstörungen war demnach in beiden Gruppen gleich groß. Besonders alarmierend: Selbst 90 Tage nach Absetzen der Haarwuchsmittel hielten die Beschwerden an. In den Beipackzetteln wird dagegen behauptet, Störungen der Sexualfunktion würden nach Beendigung der Therapie rasch wieder abklingen.

 

Risiko liegt bei 1,4 Prozent

Finasterid und Dutasterid werden zur Behandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie) eingesetzt, dienen aber auch als Mittel gegen hormonell bedingten Haarausfall. Dass sie sexuelle Störungen wie Impotenz, Nachlassen der Libido, Ejakulationsstörungen ist schon seit längerem bekannt. Die aktuelle Studie aus Chicago hat nun das Risikopotenzial unterstrichen. Mit 1,4 Prozent betroffener Männer ist die Wahrscheinlichkeit, für längere Zeit impotent zu werden, zwar relativ gering. Doch die Männer sollten um das Risiko wissen. Da beide Wirkstoffe verschreibungspflichtig sind, ist es an den Ärzten, hierzu ausführlich zu beraten. Manch einer nimmt dann wahrscheinlich doch lieber dünnes Haar in Kauf.

Foto: © pbombaert - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorien: Medizin , Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Erektionsstörung
 

Weitere Nachrichten zum Thema Erektionsstörungen

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Ein Drittel der Zwölfjährigen in Deutschland hat bereits Karies im bleibenden Gebiss. Das ist eines der Ergebnisse des BARMER-Zahnreports 2020. Die Autoren betonen auch, wie wichtig die Pflege und regelmäßige Kontrolle von Milchzähnen ist.
 
 
. Interviews
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.
Noch müssen Ärzte in Deutschland keine Triagierung von COVID-19-Patienten vornehmen. Doch was wenn, die Intensivkapazitäten auch hier zu Lande nicht reichen? Gesundheitsstadt Berlin hat über das bedrückende Thema mit Prof. Dr. Elisabeth Steinhagen-Thiessen gesprochen. Die Charité-Medizinerin befasst sich als Mitglied des Deutschen Ethikrats und einer soeben eingerichteten Task Force des Berliner Senats intensiv mit dem Worst-Case-Szenario „Triagierung“.