Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Implantate brauchen noch bessere Pflege als natürliche Zähne

Mittwoch, 29. November 2017 – Autor:
Implantate brauchen eine fast noch sorgfältigere Pflege als natürliche Zähne. Eine mögliche Entzündung rund um die künstliche Zahnwurzel (Periimplantitis) ist schwierig zu behandeln und kann zum Implantat-Verlust führen.
Implantatpfosten

Eine Entzündung rund ein ein Implantat kann zum Verlust der künstlichen Zahnwurzel führen – Foto: ©AnnaMoskvina - stock.adobe.com

Implantate sind künstliche Zahnwurzeln, die der Zahnarzt mit einer Operation in den Kieferknochen einsetzt. Auf diesem Implantatpfosten kann er dann eine einzelne Krone, eine Brücke oder eine Prothese befestigen.

Implantate und der darauf befestigte Zahnersatz benötigen dabei eine besonders sorgfältige Pflege. Ansonsten droht eine Entzündung rund um die künstliche Zahnwurzel. Im schlimmsten Fall muss der Zahnarzt das Implantat dann wieder entfernen.

Implantate brauchen noch bessere Pflege als natürliche Zähne

Die Periimplantitis ist mit einer Parodontitis am natürlichen Zahn vergleichbar. „Bei nicht ausreichender Pflege können sich Bakterien am Implantat-Pfosten anheften, an ihm entlang nach unten wandern und eine Entzündung des Zahnfleischs verursachen“, erläutert Prof. Hans-Christoph Lauer, Direktor der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik der Universität Frankfurt am Main. Schreitet die Entzündung fort, kann sie auf den Knochen übergehen. Die Periimplantitis ist oftmals schlimmer und verbreitet sich schneller als eine Parodontitis an natürlichen Zähnen.

Grund ist der Aufbau des Implantats. Das aus dem Zahnfleisch ragende Verbindungsstück ist glatt und bei der täglichen Mundhygiene leicht zu reinigen. Der im Knochen verankerte Teil jedoch besitzt Gewindegänge und eine raue Oberfläche. Sind Bakterien bis hierher vorgedrungen, ist es viel schwieriger, sie zu entfernen als an einem natürlichen Zahn.

 

Implantate können zehn Jahre und mehr halten

Studien belegen: Über 90 Prozent der Implantate können zehn Jahre und länger halten. Das liegt nicht nur an dem verwendeten Material - meist gut verträgliches Titan - vor allem auf die gute Zahnpflege kommt es an. Dazu zählt, Zahnzwischenräume täglich mit Zahnseide und Interdentalbürsten zu reinigen, zweimal im Jahr zur Kontrolle zum Zahnarzt zu gehen und die Mundhygiene regelmäßig mit einer professionellen Zahnreinigung zu unterstützen.

Vorteil der Implantate im Vergleich zu herausnehmbaren Zahnersatz: Gesunde Nachbarzähne bleiben unberührt. Implantate sind belastbar wie ein natürlicher Zahn. Sie übertragen den Kaudruck direkt auf den Kieferknochen und vermeiden so Knochenschwund, wie er etwa unter einem Brückenglied mit der Zeit eintreten kann.

Nachbarzähne und Zahnfleisch müssen gesund sein

Es gibt einige Voraussetzungen für das Setzen von Implantaten: So müssen die Nachbarzähne gesund sein. Zähne, Zahnfleisch und Kiefer sollten entzündungsfrei sein. Nachbarwurzeln dürfen nicht zu dicht an der für das Implantat vorgesehenen Lücke liegen. Es muss genügend Kieferknochen vorhanden sein. Und der Patient sollte keine schwere Allgemeinerkrankung haben.

In der Regel heilen über 90 Prozent der künstlichen Zahnwurzeln erfolgreich ein. Rauchen erschwert diesen Prozess deutlich. Im Durchschnitt ist das Risiko, ein Zahnimplantat zu verlieren, bei Rauchern doppelt so hoch wie bei Nichtrauchern, heißt es weiter in einer Pressemitteilung des Zahnverbandes pro Dente. Schuld ist die durch das Rauchen verschlechterte Wundheilung. Ebenso droht ein schnellerer und stärkerer Knochenabbau in der Umgebung der Implantate. So kann es zu einem frühzeitigen Verlust der künstlichen Zahnwurzel kommen.

Foto: AnnaMoskvina/ Fotolia.com

Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Zahnmedizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Implantat

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten

Nagelpilz (Onychomykose) ist ein verbreitetes Leiden. Pilzsporen dringen in den Nagel ein und führen zu Verfärbungen und Verdickungen. Dagegen gibt es rezeptfreie Mittel. Wie wirksam sind sie?

Frauen erkranken deutlich häufiger an Osteoporose als Männer, vor allem im höheren Alter. Ein Hauptrisikofaktor ist das Geschlecht – aber das lässt sich nicht ändern. Deshalb ist es umso wichtiger, die Präventionsmöglichkeiten konsequent auszuschöpfen.
 
Kliniken
Interviews
Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.

Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin