Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Impfung schützt Kinder und Jugendliche vor HPV-bedingtem Krebs

Donnerstag, 3. März 2022 – Autor:
Eine kleine Spritze – und ich bekomme keinen Krebs? Ganz so weit ist die Medizin noch nicht. Eine der wenigen Ausnahmen aber ist die Impfung gegen „Humane Papillom-Viren“ (HPV), die oft beim ersten Sex übertragen werden und Krebs auslösen können. Die STIKO empfiehlt deshalb, einen Impfschutz schon bei Kindern zwischen 9 und 14 Jahren aufzubauen. Vor dem ersten Sex gilt er als besonders wirksam.
Junges Pärchen im Bett.

Krebserregende Humane Papillom-Viren werden oft schon beim ersten Sex übertragen. Ist der Impfschutz schon vorher aufgebaut, gilt er als am wirksamsten. Deshalb empfiehlt die STIKO die Impfung bereits im Alter zwischen 9 und 14. – Foto: AdobeStock/llhedgehogll

Humane Papillom-Viren (HPV) können Krebs auslösen: am Gebärmutterhals, im Mund- und Rachenraum, im Darmausgang und im Genitalbereich. Papillom-Viren sind weit verbreitet – unter Frauen und Männern gleichermaßen. Fast jeder Mensch infiziert sich im Laufe seines Lebens mit HPV, wobei die Infektion meist unerkannt verläuft und oft von selbst wieder abklingt. Allerdings: 12 der mehr als 200 bislang bekannten HPV-Typen werden als krebserregend eingestuft. Weil diese Viren oft schon beim ersten Sexualkontakt übertragen werden, empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) eine Impfung schon für Kinder im Alter zwischen 9 und 14 Jahren. Am wirksamsten ist die Impfung, wenn sie vor dem ersten Sexualkontakt abgeschlossen ist, zeigt eine Studie aus England. Versäumte Impfungen können aber bis zum Alter von 17 Jahren nachgeholt werden.

7.700 Menschen erkranken jährlich an HPV-bedingtem Krebs

Allein in Deutschland erkranken nach Angaben der Deutschen Krebshilfe jährlich etwa 7.700 Menschen an HPV-bedingtem Krebs, besonders viele davon am Gebärmutterhals. Rund 1.500 sterben daran – und das oft schon im mittleren Erwachsenenalter. Doch das müsste nicht sein. So weist die Krebshilfe darauf hin, dass die Impfung in Deutschland bereits seit 2006 verfügbar sei, aber noch immer zu wenig in Anspruch genommen werde.  Dabei schützt diese Impfung vor Infektionen mit humanen Papillomviren – und damit auch vor Krebserkrankungen, die als Folge der Infektion entstehen können. Zum „HPV Awareness Day“ am 4. März appelliert die Deutsche Krebshilfe an alle Eltern, diese Chance zur Krebsprävention zu nutzen und ihre Kinder impfen zu lassen.

 

„Viele Eltern kennen die HPV-Impfung schlichtweg nicht“

„Die HPV-Impfquote ist leider erschreckend gering“, sagt Gerd Nettekoven, der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krebshilfe. Weniger als 50 Prozent der 15-jährigen Mädchen und nur ein verschwindend geringer Anteil an Jungen seien vollständig gegen HPV geimpft. Dafür gibt es laut Nettekoven verschiedene Gründe: In Deutschland fehlt es demnach bisher an Strukturen und Strategien, die Kinder und Eltern automatisch an die Impfung erinnern. „Viele Eltern kennen die Impfung schlichtweg nicht oder haben Bedenken hinsichtlich ihres Nutzens", sagt der Krebshilfe-Vorstandschef weiter. Auch die Corona-Pandemie hat offenbar dazu geführt, dass andere wichtige Impfungen vernachlässigt werden, obwohl sie weiterhin wichtig sind.

Mit Impfung: HPV-bedingte Krebs-Todesfälle gingen „gegen null“

„Würde die Impfung konsequent in Anspruch genommen, könnten wir diese Erkrankungen auch bei uns vollständig zum Verschwinden bringen", sagt Christof von Kalle, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats beim Wissenschaftsverbund „Vision Zero e.V.“. Das Ziel der Vision Zero Initiative, die Zahl der vermeidbaren krebsbedingten Todesfälle gegen null zu bringen, ließe sich „für diese Krebsarten tatsächlich erreichen“.

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten , HPV-Impfung , HPV , Krebs , Gebärmutterhalskrebs , Impfen
 

Weitere Nachrichten zum Thema „Humane Papillom-Viren (HPV)“)

 

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten


 
Interviews
Affenpocken verlaufen in der Regel harmlos. Doch nicht immer. Dr. Hartmut Stocker, Chefarzt der Klinik für Infektiologie am St. Joseph Krankenhaus in Berlin Tempelhof, über die häufigsten Komplikationen, die Schutzwirkung der Impfung und den Nutzen von Kondomen.

Zöliakie kann in jedem Lebensalter auftreten und ein buntes Bild an Beschwerden machen. Bislang ist das wirksamste Gegenmittel eine glutenfreie Ernährung. Gesundheitsstadt Berlin hat mit PD Dr. Michael Schumann über die Auslöser und Folgen der Autoimmunerkrankung gesprochen. Der Gastroenterologe von der Charité hat an der aktuellen S2K-Leitinie „Zöliakie“ mitgewirkt und weiß, wodurch sich die Zöliakie von anderen Glutenunverträglichkeiten unterscheidet.

Aducanumab ist das erste in den USA zugelassene Medikament, das die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques zum Verschwinden bringt. Aber kann der neue monoklonale Antikörper mit dem Handelsnamen Aduhelm auch den Gedächtnisverlust stoppen? Und warum ist die Notfallzulassung in den USA durch die US-Food and Drug Administration (FDA) so umstritten? Darüber hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Neurologen und Alzheimer-Experten Prof. Johannes Levin vom LMU Klinikum München gesprochen.
Logo Gesundheitsstadt Berlin