. Herzschwäche

Impfung bei Herzinsuffizienz doppelt sinnvoll

Immer wieder wird über den Nutzen von Grippeimpfungen bei Patienten mit Herzinsuffizienz diskutiert. Nun zeigt eine Studie, dass Impfungen die Betroffenen nicht nur vor Infekten, sondern auch vor der Verschlechterung ihrer kardiovaskulären Erkrankung schützen können.
Impfung bei Herzinsuffienz sinnvoll

Herzschwache Patienten sollten sich impfen lassen

Die Herzinsuffizienz ist eine Herzmuskelschwäche, bei der das Herz nicht mehr in der Lage ist, das Blut ausreichend durch den Körperkreislauf zu pumpen. In der Folge entsteht ein Blutstau vor der linken Herzkammer. Kommt es bei einer Herzinsuffizienz außerdem noch zu einer Infektion, stellt das für das Herz sowie für den gesamten Körper eine zusätzliche Belastung dar. Deswegen wird Patienten mit Herzinsuffizienz im Allgemeinen empfohlen, sich mindestens gegen Influenza und Pneumokokken impfen zu lassen. Dennoch wird genau das auch immer wieder diskutiert. Eine aktuelle Studie konnte nun jedoch zeigen, dass die Impfungen für Betroffene sogar einen doppelten Nutzen haben.

Sinn von Grippeimpfung bei Herzinsuffizienz bisher umstritten

Studien hatten Hinweise darauf geliefert, dass eine Grippeimpfung bei Herzinsuffizienzpatienten wegen einer reduzierten Immunantwort weniger effektiv sein könnte. Ob dies tatsächlich der Fall ist, wollte nun ein Forscherteam um Professor Kazem Rahimi vom The George Institute for Global Health der Universität Oxford herausfinden. Dazu analysierten die Wissenschaftler die Daten von rund 59.000 Patienten aus dem britischen primärmedizinischen Register Clinical Practice Research Datalink.

Die Forscher suchten bei den Patienten nach Klinikweisungen jeder Art sowie speziell wegen Atemwegs- und Herzerkrankungen. Dann verglichen sie die Jahre, in denen die Patienten gegen Grippe geimpft worden, mit den Jahren, in denen dies nicht der Fall war. Es zeigte sich, dass eine Impfung das Risiko für Krankenhauseinweisungen tatsächlich signifikant reduzieren konnte. Dabei war 31 bis 300 Tage nach einer Grippeimpfung das Risiko für Einweisungen aufgrund von Atemwegsinfektionen um 16 Prozent und das Risiko für Krankenhausaufenthalte wegen kardiovaskulärer Erkrankungen um 30 Prozent gesunken.

 

Impfungen können Entzündungsprozesse positiv beeinflussen

Die Tatsache, dass der Effekt 31 bis 120 Tage nach der Grippeimpfung am stärksten war, sehen die Forscher als Hinweis, dass das Risiko wirklich durch die Impfung reduziert wurde. Interessant war für die Wissenschaftler aber vor allem, dass sich nicht nur die Klinikeinweisungen wegen Infektionen verringert hatten, sondern auch die wegen kardiovaskulärer Ursachen. Als Erklärung vermuten sie, dass die Impfung Entzündungsprozesse günstig beeinflusst, die durch Infektionen getriggert werden. Solche Prozesse könnten sekundär die kardiovaskuläre Erkrankung verschlechtern. Somit hätten Impfungen für Patienten mit Herzinsuffizienz einen doppelten Nutzen. Den Studienautoren zufolge sind die Ergebnisse dazu geeignet, die Diskussionen um den Sinn der Impfung bei herzschwachen Patienten zu beenden.

Foto: © miss_mafalda - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Herzschwäche

 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
Vitamin D stärkt nicht die Knochen: Es erhöht bei älteren Erwachsenen weder die Knochendichte noch schützt es vor Knochenbrüchen. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Meta-Studie.
Tiere und Pflanzen leben und ruhen entlang dem Lauf der Sonne. Der Mensch hat Elektrizität und macht auch die Nacht zum Tag – dabei widerstrebt das auch seiner Natur. Arbeiten im Schicht- oder Nachtdienst irritiert die innere Regie des Körpers, stört den Schlaf und erhöht das Risiko für eine Vielzahl von Erkrankungen.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Interviews
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
Prof. Dr. Andreas Michalsen, Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin und Professor für Klinische Naturheilkunde an der Charité, über die Grenzen der Schulmedizin, den Wildwuchs in der Naturheilkunde und warum sich beide Disziplinen gerade näherkommen.
Noch zu wenige Versicherte nehmen die Darmkrebsvorsorge wahr. Die AOK Nordost geht deshalb neue Wege. Stefanie Stoff-Ahnis, Mitglied der Geschäftsleitung der AOK Nordost und verantwortlich für das Ressort Versorgung, erläutert das Engagement, das soeben mit dem Felix Burda Award ausgezeichnet wurde.