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Impfstoff verlängert Leben von Glioblastom-Patienten

Ein personalisierter Impfstoff verbesserte die Überlebensraten von Patienten, die an einem Glioblastom erkrankt sind. Das zeigt eine noch nicht abgeschlossene Phase-III-Studie.
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Ein personalisierter Impfstoff verbesserte die Überlebensrate von Glioblastom-Patienten

Die meisten Menschen, die an einem Glioblastom erkranken - einem besonders bösartigen Hirntumor - sterben weniger als 18 Monate nach der Diagnose. In einer klinischen Phase-III-Studie wurde nun ein personalisierter Impfstoff getestet, der auf diesen Krebs abzielt. Ergebnis: Zwei Drittel der Patienten überlebten im Schnitt mehr als 32 Monate. Ein Drittel hatte ein durchschnittliches Gesamtüberleben von 40,5 Monaten.

An der Studie, die im Fachmagazin Journal of Translational Medicine erschien, nahmen 331Patienten an über 80 Standorten in Deutschland, Großbritannien, Kanada und den USA teil. Die Probanden erhielten die Standardtherapie und den personalisierten Impfstoff, der speziell auf sie zugeschitten ist, oder die Standardtherapie und ein Placebo.

Impfstoff verlängert Leben von Glioblastom-Patienten

In der Impfstoff-Gruppe befanden sich zunächst doppelt so viele Patienten wie in der Placebogruppe. Doch auch die Probanden aus der Placebo-Gruppe erhielten den Impfstoff, wenn ihr Krebs nach der anfänglichen Behandlung wieder auftrat. Letztlich erhielten fast 90 Prozent aller Teilnehmer den Prüfimpfstoff.

Die Studie, die vom Impfstoffhersteller Northwest Biotherapeutics finanziert wurde, läuft weiter, um insbesondere diejenigen Patienten zu untersuchen, die den Krebs überdurchschnittlich lange überlebten. Da fast 90 Prozent aller Teilnehmer den Impfstoff irgendwann erhielten, ist die Chance, dass die verlängerte Überlebenszeit mit der Impfung zusammenhängt, sehr hoch.

Untypischer Verlauf der Krebserkrankung

"Die gesamte Patientenpopulation scheint länger zu leben, als es normalerweise der Fall ist. 30 Prozent der Patienten haben sogar viel länger gelebt, als wir es angesichts des typischen Verlaufs dieser Krebserkrankung erwarten würden", sage der Onkologe Dr. Jian L. Campian, einer der Studien-Autoren und Assistenzprofessor für Medizin an der Washington University.

Überraschend war, dass die Patienten mit der deutlich verlängerten Überlebenszeit nicht die üblichen Eigenschaften aufwiesen, die sonst mit einer guten Prognose verbunden sind. "Wir werden diese Patienten weiter untersuchen, um zu verstehen, warum sie so gut abgeschnitten haben", so der Mediziner.

Immunzellen auf den Krebs trainiert

Der personalisierte Impfstoff wurde eigens für jeden Patienten hergestellt. Nach der Operation, bei der so viel wie möglich vom Tumor entfernt wurde, wurde Tumorgewebe mit Immunzellen des Patienten - dendritische Zellen genannt - in Kontakt gebracht. Das trainierte die dendritischen Zellen auf die Tumorzellen.

Die trainierten Zellen wurden dem Patienten dann in mehreren Impfungen wieder injiziert und aktivierten das Immunsystem, den Tumor aufzuspüren und zu zerstören. Laut Campian hatte der Impfstoff sehr wenig Nebenwirkungen, insbesondere im Vergleich zu Standard-Behandlung für diesen Krebs, die Chirurgie, Bestrahlung und Chemotherapie umfasst. Etwa 2 Prozent der Teilnehmer hatten nach Angaben der Forscher ein schwerwiegendes unerwünschtes Ereignis, das möglicherweise mit dem Impfstoff zusammenhängt.

Foto: natali_mis/fotolia.com

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