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17.12.2017

Immuntherapie bei Brustkrebs: Studie zeigt klinischen Nutzen

Patientinnen mit Trastuzumab-resistentem, fortgeschrittenem HER2-positivem Brustkrebs haben eine schlechte Prognose. Eine Studie zeigt nun, dass einige von der Immuntherapie mit Pembrolizumab profitieren. In einer Subgruppe war die Ansprechrate besonders gut.
Pembrolizumab bei Her2-positivem Brustkrebs: Patientinnen mit bestimmten Merkmalen sprechen auf die Immuntherapie an

Pembrolizumab bei Her2-positivem Brustkrebs: Patientinnen mit bestimmten Merkmalen sprechen auf die Immuntherapie an

HER2-positiver Brustkrebs wird standardmäßig mit Trastazumab behandelt. Der monoklonale Antikörper zielt auf den Wachstumsfaktor-Rezeptor HER2/neu und unterbindet so das Wachstum der Brustkrebszellen. Es kann jedoch zu Resistenzen kommen, das heißt der Tumor spricht nicht (mehr) auf das Mittel an und schreitet fort.

Genau solche Patientinnen wurden in der PANACEA-Studie nun mit einer Kombinationstherapie aus Pembrolizumab und Trastuzumab behandelt. Pembrolizumab (Keytruda) ist eine Immuntherapie, die an den PD1-Rezeptor bindet und die Interaktion zwischen seinen Liganden PD-L1 und PD-L2 blockiert. Bildlich gesprochen werden dadurch Bremsen des Immunsystems gelöst und die körpereigene anti-Tumor-Immunantwort reaktiviert.

Effekte in jedem vierten Fall

Erwartungsgemäß sprachen Frauen, deren Tumore PD-L1-negativ waren, nicht auf Pembrolizumab bzw. die Kombinationstherapie an. Dagegen zeigte der Immun-Checkpoint-Inhibitor bei den Patientinnen mit PD-L1-positiven Tumoren einen klinischen Nutzen: In dieser Gruppe erreichte die Studie ihren primären Endpunkt mit einer objektive Ansprechrate (ORR) von 15 Prozent und einer Krankheitskontrollrate (DCR) von 25 Prozent. Der große Durchbruch ist das zwar nicht. Eine Subgruppe profitierte allerdings deutlich besser von dem Checkpoint-Inhibitor. Bei Patientinnen mit PD-L1-positiven Tumoren, deren Metastasen mehr als fünf Prozent tumorinfiltrierende Lymphozyten (TILs) aufwiesen, betrug die objektive Ansprechrate immerhin 39 Prozent und die Krankheitskontrollrate 49 Prozent.

 

Tumorinfiltrierende Lymphozyten verbessern Therapieansprechen

Laut Studienleiterin Dr. Sherene Loi vom Peter MacCallum Cancer Centre in Melbourne, Australien, wurde die Kombinationstherapie relativ gut vertragen. Die häufigste Nebenwirkung war Fatigue (21%). Immunsystem-assoziierte Nebenwirkungen waren etwa Schilddrüsenüber- oder unterfunktion (6,7%) sowie Pneumonitis (3,4 %).

Drei Dinge schlussfolgert die Medizinerin aus den Studienergebnissen:  Einmal sieht sie ihre Hypothese bestätigt, dass die Umgehung des Immunsystems ein maßgeblicher Mechanismus der Trastazumab-Resistenz ist und das Fortschreiten der Erkrankung begünstigt. Zweitens hält sie die Bestimmung der tumorinfiltrierenden Lymphozyten für notwendig, um jene Patientinnen herauszufiltern, die von Pembrolizumab besonders profitieren. Und drittens glaubt sie, dass die PD1-Blockade künftig ein Baustein in der Therapie des HER2-positiven Mammakarzinoms werden könnte.

In die PANACEA-Studie waren insgesamt 58 Patientinnen mit Trastuzumab-resistentem, fortgeschrittenem HER2-positivem Brustkrebs eingeschlossen, davon sechs in Phase Ib. In Phase II wurden 40 Patientinnen in die PD-L1-positiven und 12 Patientinnen in die PDL1-negativen Studienkohorten aufgenommen. Die Patientinnen erhielten alle drei Woche 200 mg Pembrolizumab in Kombination mit der Standarddosis von Trastuzumab für 24 Monate oder bis zur Progression. Zum Zeitpunkt der Berichterstattung befanden sich noch fünf Patientinnen in Remission, also 10,8 Prozent der PDL1-positiven Kohorte. 

 Foto: © RFBSIP - Fotolia.com

Autor: ham
Hauptkategorie: Medizin
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