. Hormonersatztherapie

Immer weniger Frauen nehmen Hormone in den Wechseljahren

Da muss frau durch: Das sagen sich offenbar immer mehr Frauen während der Wechseljahre. Nur noch ein Bruchteil nimmt Hormone. Das war einmal anders.
Hormonpräparate, Risiken

Wegen möglicher Risiken: Nur noch jede 15. Frau nimmt Hormonpräparate

Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme – die Wechseljahre gehen mit vielen unerfreulichen Symptomen einher. An manchen Frauen geht die Hormonumstellung fast spurlos vorbei, viele leiden jedoch an mehr oder minder starken Beschwerden.

Noch im Jahr 2000 nahm darum jede dritte Frau zwischen 45 und 65 Jahren Hormone ein. Die Hormontherapie soll die Begleiterscheinungen der Wechseljahre lindern und außerdem eine vorbeugende Maßnahme gegen Osteoporose und Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein.

Hormonersatz birgt auch Risiken

Immer mehr Studien brachten in der Zwischenzeit aber zu Tage, dass der schützenden Wirkung auch Risiken gegenüberstehen. Demnach können bestimmte Hormonpräparate zum Beispiel das Risiko für Brustkrebs erhöhen, ebenso kann das Risiko für einen Schlaganfall, einen Herzinfarkt oder eine Thrombose steigen. Dabei sollten die Hormone die Frauen ja eigentlich gerade vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen.

 

Rückgang seit mehr als zehn Jahren

Ganz so sorglos wird die Hormontherapie deshalb nicht mehr eingenommen. Immer mehr Frauen verzichten darauf und stehen die Wechseljahre ohne Hormonersatz durch.

Zahlen dazu hat  jetzt die Techniker Krankenkasse (TK) in ihrem aktuellen im Gesundheitsreport veröffentlicht. Demnach hat im Jahr 2017 nur noch etwa jede 15. erwerbstätige Frau zwischen 45 und 65 Jahren ein Hormonpräparat von ihrem Arzt verordnet bekommen. Das sind gerade mal 6,6 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2000 waren es 37 Prozent, im Jahr 2010 nur noch 9,6 Prozent, also jede zehnte Frau.

Pro und Contra mit dem Arzt abwägen

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass der Rückgang der Verordnungen für Hormonpräparate in den vergangenen Jahren zwar geringer ausfällt, sich aber dennoch kontinuierlich fortsetzt", sagt Wiebke Arps, bei der TK verantwortlich für die Gesundheitsberichterstattung. "Wir empfehlen betroffenen Frauen, die Risiken einer Hormontherapie gemeinsam mit ihrem Arzt gründlich abzuwägen und sich über Alternativen zu informieren."

Für den Gesundheitsreport 2018 hat die TK die Krankschreibungen und Arzneimittelverordnungen der rund fünf Millionen bei der TK versicherten Erwerbspersonen ausgewertet. Die Zahlen zur Hormontherapie beziehen sich auf TK-Versicherte, zeigen aber einen allgemeinen Trend in Deutschland auf.

Foto: pixabay

Autor: ham
Hauptkategorien: Gesundheitspolitik , Medizin
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