. Welt-Vegetariertag

Immer mehr Vegetarier in Deutschland

Etwa zehn Prozent der Deutschen sind Vegetarier – das sind ungefähr fünfzehnmal mehr als noch vor dreißig Jahren. Der Welt-Vegetariertag am 1. Oktober 2016 soll darüber informieren, welche Vorzüge eine vegetarische Lebensweise hat.
Welt-Vegetariertag

Am 1. Oktober ist Welt-Vegetariertag

Es gibt viele Gründe für eine Ernährung ohne Fleisch: ethische oder gesundheitliche Überlegungen, aber auch der Wunsch, Umwelt und Klima zu schützen. Dementsprechend leben auch in Deutschland immer mehr Vegetarier – rund acht Millionen sind es zurzeit, immerhin etwa zehn Prozent der Bevölkerung. Nicht ganz eine Million Menschen verzichten hierzulande sogar ganz auf tierische Produkte, also auch auf Milchprodukte und Eier und leben vegan. Insgesamt essen die Menschen in Deutschland immer weniger Fleisch, und die Nachfrage nach vegetarischen und veganen Produkten wächst rasant.  

Viele Gründe für vegetarische Ernährung

Am Welt-Vegetariertag, der am 1. Oktober stattfindet, sollen Verbraucher darauf aufmerksam gemacht werden, dass eine vegetarische Ernährung aus verschiedenen Gründen gut für die Umwelt und für die eigene Gesundheit sein kann. Für die meisten Vegetarier ist aber der Tierschutz das Hauptargument für ihre fleischlose Kost. Entweder wollen sie gar keine Lebewesen essen oder akzeptieren einfach nicht die qualvollen Bedingungen der modernen Massentierhaltung. Aber auch ökologische Gründe spielen eine Rolle, denn für die Fleischproduktion werden viele Ressourcen verbraucht: Wertvolle Ackerflächen werden für die Herstellung von Tierfutter genutzt, und die Tiertransporte führen zu hohem Energie- und Wasserverbrauch. Wenn jeder Mensch seinen Fleischkonsum ein wenig reduzieren würde, könnten hier schon große Fortschritte erzielt werden.

 

Sorge um Mangelerscheinungen ist grundlos

Ob eine vegetarische Kost die Gesundheit prinzipiell fördert, ist allerdings nicht völlig unumstritten – denn dies hängt auch von vielen anderen Faktoren ab. Wer statt Fleisch allzu viel fetten Käse oder Sahne zu sich nimmt und seinen Zuckerkonsum nicht kontrolliert, wird kaum gesünder sein als andere. Immerhin hält mittlerweile auch die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) eine ausgewogene und abwechslungsreiche (ovo)-lakto-vegetarische Ernährung als Dauerkost für empfehlenswert.

Untersuchungen zeigen zudem, dass Vegetarier meist weniger Übergewicht haben und seltener an erhöhtem Blutdruck oder zu hohem Cholesterinspiegel leiden. Bei einer abwechslungsreichen Ernährung deckt die pflanzliche Kost auch den Proteinbedarf, und die notwendige Zufuhr von B-Vitaminen und Eisen kann durch eine gezielte Auswahl von Vollkorn- und Milchprodukten sowie speziellen Blattgemüsen sichergestellt werden. Von einer rein veganen Kost rät die DGE jedoch nach wie vor in vielen Fällen ab.

Foto: © tan4ikk - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Ernährung , Übergewicht , Bluthochdruck , Cholesterin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Fleischlose Kost

| Immer mehr Studien zeigen, dass Fleisch und Fisch gar nicht so gesund sind, wie man früher dachte. Jetzt haben Ernährungswissenschaftler einen neuen Zusammenhang entdeckt: Der Verzicht auf Fleisch könnte demnach das Diabetes-Risiko senken. Im Mittelpunkt steht eine bestimmte Aminosäure.
 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Nach dem Wunsch von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sollen flächendecke Fieber-Ambulanzen die Praxen entlasten, wenn die Corona-Infektionen in den Wintermonaten wieder zunehmen werden. Kinder- und Jugendärzte halten diese Idee für schädlich.
Im Vorfeld des World Health Summit sprechen Christian Drosten und Detlev Ganten über das Coronavirus im Speziellen und die globale Ausbreitung im Allgemeinen. Für den Virologen steht fest: Deutschland hat nichts besser gemacht als andere Länder. Und: Die Pandemie wird jetzt erst richtig losgehen.
 
 
. Interviews
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.
Das Essen in deutschen Krankenhäusern hat keinen besonders guten Ruf. Dabei lässt sich mit wenig Mehraufwand viel erreichen. Der Internist und Ernährungsmediziner Prof. Dr. Christian Löser erklärt die medizinischen und ökomischen Effekte einer gesunden Ernährung im Krankenhaus.
Pflegekräfte sind in der Coronakrise wichtiger denn je und gleichzeitig besonders gefährdet. Das persönliche Engagement ist und bleibt dennoch hoch. Über Wertschätzung, Sicherheitsrisiken und die Gefahr der Selbstausbeutung in Pflegeberufen hat Gesundheitsstadt Berlin mit dem Pflegeexperten Thomas Meißner gesprochen.