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Immer mehr Übergewicht bei Kindern

Dienstag, 2. August 2022 – Autor:
Kinder und Jugendliche bewegen sich von Natur aus viel lieber und leichter als Erwachsene. Trotzdem ist Übergewicht selbst bei den den Unter-19-Jährigen inzwischen ein wachsendes Problem. Das zeigen die Diagnosezahlen des aktuellen Barmer-Arztreports.
Effektbild: Jemand gießt Cola aus der Dose ins Glas - und es kommt nur weißer Zucker.

Ein hoher Konsum von zuckerhaltigen Limonaden gilt als eine der Hauptursachen für den wachsenden Anteil der Kinder und Jugendlichen mit Übergewicht. – Foto: AdobeStock/Pixel-Shot

Süßigkeiten, süße Brotaufstriche, süße Getränke: Ungünstige Ernährungsgewohnheiten führen dazu, dass Menschen immer häufiger bereits im Kindes- und Jugendalter an Übergewicht in problematischen Ausmaßen leiden. Das geht aus dem aktuellen Arztreport der „Barmer“ hervor. Bei 4,0 Prozent aller Kinder und Jugendlichen unter 19 Jahren diagnostizierten Ärzte im Jahr 2020 eine Adipositas. Allerdings sind die Unterschiede zwischen einzelnen Regionen in Deutschland offenbar sehr groß.

Übergewicht bei Kindern: Deutliches Nord-Süd-Gefälle

Die Diagnose „Adipositas“ erhielt am häufigsten Kinder im Nordosten Deutschlands. Platz eins belegt Mecklenburg-Vorpommern mit 5,7 und Platz zwei Sachsen-Anhalt mit 5,0 Prozent. Auf Platz drei folgt Brandenburg mit 4,6 Prozent. Am wenigsten sind dem Arztreport zufolge Kinder und Jugendliche in Bayern von Adipositas betroffen. Hier liegt der Anteil bei gerade einmal 2,3 Prozent.

 

Brandenburg: 36 Prozent mehr Übergewichtige als vor zehn Jahren

Einen sprunghaften Anstieg beim Problem Adipositas in jungen Jahren registrieren die Diagnosezahlen der Barmer insbesondere im Land Brandenburg. Hier diagnostizierten Ärzte im Jahr 2020 bei rund 20.600 Kindern und Jugendlichen unter 19 Jahren Adipositas. Im Jahr 2010 waren es rund 15.100 gewesen. Das entspricht einem Anstieg von rund 36 Prozent innerhalb von elf Jahren.

„Ungünstige Ernährung und Bewegungsmangel sind übergewichtsfördernde Alltagsgewohnheiten, die Kinder von ihren Eltern übernehmen und meist ihr Leben lang beibehalten. Eltern sollten hier ihre Rolle als Vorbild sehr ernstnehmen und gegebenenfalls ihren eigenen Lebensstil hinterfragen“, kommentiert dies Gabriela Leyh, Landesgeschäftsführerin der Barmer Berlin/Brandenburg.

Zu viel zuckerhaltige Lebensmittel, zu wenig Obst und Gemüse

Zu den Ursachen heißt es in einer Mitteilung der Barmer: „Studien zufolge greifen Kinder und Jugendliche häufig zu Süßigkeiten, zuckerhaltigen Getränken und Nahrungsmitteln mit ungesunden Fetten und selten zu Rohkost.“ Laut dem Kindergesundheitssurvey (KiGGS) des Robert-Koch-Instituts (RKI) essen nur 14 Prozent der Kinder und Jugendlichen die empfohlene Menge von fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag. Stattdessen konsumieren die 3- bis 17-Jährigen im Durchschnitt mehr als einen halben Liter zuckerhaltige Getränke, 68 Gramm Süßwaren und 12 Gramm süße Aufstriche pro Tag. Auch weil sie in größeren Mengen konsumiert werden, gelten zuckerhaltige Getränke als besonders ungesund.

Sommerferien: Zeit für Umstieg auf gesünderen Lebensstil

Barmer-Geschäftsführerin Ley ruft die Familien auf, die Sommerpause zu einer Umstellung auf einen gesünderen Lebensstil zu nutzen. „Die Sommerferien bieten eine schöne Gelegenheit, Kinder durch gemeinsames Kochen an frische Lebensmittel heranzuführen. Außerdem sollte viel Zeit mit körperlichen Aktivitäten im Freien und möglichst wenig Zeit am Bildschirm verbracht werden“, sagt Gabriela Leyh.

Hauptkategorie: Umwelt und Ernährung
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