. Durchfall

Immer mehr Rotavirus-Infektionen in Deutschland

Die Zahl der Infektionen mit dem hochansteckenden Rotavirus ist in Deutschland stark gestiegen. Rotaviren verursachen Magen-Darm-Infektionen und Fieber und können vor allem für Kleinkinder gefährlich werden.
Rotavirus

Das Rotavirus ist hochansteckend und vor allem für Kleinkinder gefährlich

Das Rotavirus ist weltweit die häufigste Ursache für Durchfall im Kindesalter. Bedrohlich wird die Infektion aber erst, wenn der Wasserverlust zu groß ist. Vor allem Kleinkinder sollten vor dem hochansteckenden Virus geschützt werden. Doch in Deutschland hat die Zahl der Rotavirus-Infektionen in diesem Jahr deutlich zugenommen.

Allein in Thüringen wurden dem Robert Koch Institut (RKI) laut einer Mitteilung der Barmer GEK seit Jahresbeginn über 2700 Rotavirus-Infektionen gemeldet – das sind bereits jetzt mehr als im gesamten Vorjahr mit 1600 Erkrankungen. Auch im Norden hat sich die Erkrankung stark ausgebreitet. In Schleswig-Holstein wurden bis Mitte Oktober 1019 Infektionen registriert, das sind 61 Prozent mehr als im entsprechenden Vorjahres-Zeitraum. In Hamburg stieg die Zahl von 843 auf derzeit 1270 Rotavirus-Infektionen. Auch in anderen Bundesländern gibt es nach Angaben der Barmer im Vergleich zum Vorjahr einen starken Anstieg.

Impfung ist der beste Schutz

Wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) erklärt, sind Rotaviren hochansteckend, so dass fast alle Kinder bis zum Alter von fünf Jahren bereits eine Infektion durchgemacht haben. Man kann sich aber im Laufe seines Lebens auch mehrfach anstecken. Eine wichtige Schutzmaßnahme ist eine gründliche Handhygiene. Vor allem nach dem Wickeln oder dem Toilettenbesuch sollte sich jeder seine Hände ausgiebig mit Seife waschen. Doch selbst gründliches Händewaschen und -desinfizieren können eine Ansteckung mit Rotaviren nicht vollständig verhindern, denn schon wenige Viruspartikel genügen, um eine Infektion auszulösen. Vor allem kleine Kinder, die gerne alles anfassen und in den Mund stecken, sind leichte Opfer für den Erreger und damit auch seine Hauptverbreitungsquelle.

Die sicherste Schutzmaßnahme ist daher nach wie vor die Impfung. „Babys sollten schon frühzeitig, im Alter von sechs bis zwölf Wochen, eine Schluckimpfung gegen Rotaviren erhalten. Dann sind sie etwa zwei bis drei Jahre geschützt, also genau während der Zeit, in der eine Infektion besonders schwer verlaufen kann“, erklärt Birgit Dziuk, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Thüringen. Impfstoffe gegen Rotaviren sind in Deutschland seit dem Jahr 2006 verfügbar. Die Rotavirus-Impfung wird von der Ständigen Impfkommission (STIKO) seit August 2013 empfohlen.

Rotavirus für Erwachsene weniger gefährlich

Die Symptome einer Rotavirus-Infektion treten nach einer Inkubationszeit von ein bis drei Tagen heftig und schlagartig auf. „Meist beginnt eine Rotaviren-Erkrankung mit Fieber und Erbrechen, danach kann es für etwa drei bis fünf Tage zu wässrigen Durchfällen kommen. Häufige Begleiterscheinungen sind auch Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Bauchschmerzen“, so Dziuk. Bei größeren Kindern und Erwachsenen nimmt die Erkrankung in der Regel keinen so schweren Verlauf, weil das Immunsystem schon mehrfach mit den Erregern konfrontiert wurde und dementsprechend trainiert ist.

Rotaviren sind hochansteckend und extrem widerstandsfähig. Außerhalb des Körpers können die Krankheitserreger mehrere Tage überleben. Infizierte scheiden die Krankheitserreger noch etwa eine Woche lang aus.

Foto: © Stepan Popov - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorie: Medizin

Weitere Nachrichten zum Thema Infektionskrankheiten

| Die Deutschen sind zu selten, zu spät und mit großen regionalen Unterschieden geimpft. Das meldet das Robert Koch-Institut (RKI). Bei Masern ist Deutschland Schlusslicht in der EU. Berlin hat dabei die niedrigste Masern-Impfquote.

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Weitere Nachrichten
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender

KZV Berlin, großer Sitzungssaal, Georg-Wilhelm-Straße 16, 10711 Berlin
. Kliniken
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Prof. Hendrik Streeck leitet Deutschlands erstes Institut für HIV-Forschung am Universitätsklinikum Duisburg-Essen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem US-Rückkehrer über sein größtes Ziel gesprochen: eine präventive Impfung gegen HIV.
Die Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern der Homöopathie sind verhärtet. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Homöopathie-Kritikerin Dr. med. Natalie Grams über wissenschaftliche Prinzipien und den verbreiteten Wunsch nach medizinischen Alternativen gesprochen.
Die Blutvergiftung, fachsprachlich „Sepsis“, ist nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs die dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Und sie gilt als die am häufigsten vermeidbare. Gesundheitsstadt Berlin hat anlässlich des Welt-Sepsis-Tags am 13. September mit Prof. Konrad Reinhart von der Universität Jena über das Thema gesprochen. Der Vorsitzende der deutschen Sepsis-Stiftung vertritt die These: Die tatsächliche Zahl der Sepsis-Fälle ist doppelt so hoch wie die der registrierten.