. Berliner Woche der seelischen Gesundheit

Immer mehr Menschen fühlen sich im Stress

Viele Deutsche fühlen sich mit ihrem Alltag überfordert. Neben Arbeit, Familie und Freizeitprogramm bleibt kaum noch Zeit für sich selbst. Das führt zu Stress und nicht selten in der Folge zu psychischen Erkrankungen wie Angsterkrankungen, Burnout oder Depressionen.
Stress, Berliner Woche der Seelischen Gesundheit, psychische Erkrankungen

Überforderung bei der Arbeit kann Menschen krank machen

Seit Jahren steigen die Fehlzeiten aufgrund psychischer Erkrankungen. Doch woran liegt es, dass offenbar immer mehr Menschen Probleme haben, ihren Alltag zu bewältigen? Experten machen dafür unter anderem einen übersteigerten Leistungsdruck, permanente Selbstoptimierung, die Orientierung an unrealistischen Vorbildern, die ständige Erreichbarkeit aufgrund der neuen Medien, aber auch Zukunftsängste verantwortlich – und das in fast allen Altersgruppen.

In Großstädten wie Berlin kann das hektische Leben zusätzlich Auswirkungen auf das seelische Gleichgewicht haben. In der Folge drohen nicht nur Schlafstörungen und Stress, sondern auch ernsthafte psychische Krankheiten wie Depressionen, Anpassungsstörungen oder Angsterkrankungen. Die 12. Berliner Woche der Seelischen Gesundheit, die vom 10. bis 20. Oktober 2018 stattfindet, nimmt sich daher dieses Themas unter dem Motto „Gestresste Gesellschaft – Was tun?“ an.

Arbeit und zu hohe Ansprüche an sich selbst größte Stressfaktoren

Wie gestresst sich die Deutschen tatsächlich fühlen, hat unter anderem die Techniker Krankenkasse (TK) in einer Studie aus dem Jahr 2016 herausfinden wollen. In einer repräsentativen Umfrage stellte sich heraus, dass die wichtigsten Stressfaktoren der Deutschen Druck bei der Arbeit (46 Prozent), hohe Ansprüche an sich selbst (43 Prozent), Termindichte in der Freizeit (33 Prozent), der Straßenverkehr (30 Prozent) sowie die ständige digitale Erreichbarkeit (28 Prozent) waren.

Drei von zehn Beschäftigten gaben an, es belaste sie, dass sie auch nach Feierabend oder im Urlaub für ihren Arbeitgeber oder Kunden erreichbar sein müssten. Bei diesen Menschen lag der Stresspegel der Umfrage zufolge besonders hoch. 40 Prozent von ihnen gaben sogar an, unter Dauerstress zu stehen.

 

Umgang mit Stress ist individuelle, aber auch gesellschaftliche Aufgabe

Wie wir mit Stress umgehen, muss zum Teil jeder für sich selbst entdecken, wie Dilek Kolat, Senatorin für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung sowie Schirmherrin der 12. Berliner Woche der Seelischen Gesundheit, betont: „So vielfältig und individuell die Faktoren sind, die Stress auslösen, so vielfältig und individuell sind auch die Wege, Mittel und Methoden, ihm entgegenzuwirken und ihn zu reduzieren – seien es ganz bewusste langfristige Verhaltensänderungen, erlernbare kleinere oder auch spezielle Entspannungstechniken, mehr Bewegung und Sport oder einfach nur ein gesünderer Schlaf.“

Doch es gibt auch gesellschaftliche Ursachen für die Überforderung, und auch die Arbeitgeber sind gefragt, ihren Mitarbeitern Bedingungen zu bieten, die ihre psychische (und physische) Gesundheit schützen. Das wäre auch in ihrem Interesse: Schätzungen zufolge entstehen den Unternehmen nach jüngsten Berechnungen der Bundesregierung jährlich Produktionsausfälle von rund 26 Milliarden Euro aufgrund psychischer Erkrankungen.

Aktionswoche fordert mehr Toleranz für psychische Erkrankungen

Anlässlich der Aktionswoche wollen die Initiatoren darüber diskutieren, welche Auswirkungen Stress in verschiedenen Lebensbereichen auf unsere seelische Gesundheit hat und wie dem entgegengewirkt werden kann. Außerdem setzen sie erneut ein Zeichen für einen offenen und toleranten Umgang mit psychischen Erkrankungen. Damit sollen auch die Betroffenen ermutigt werden, offen mit ihrer Situation umzugehen und sich die notwendige Hilfe zu holen.

Ab dem 10. Oktober laden Berliner Kliniken, Kontakt- und Beratungsstellen, Therapiezentren und Selbsthilfegruppen in über 230 Veranstaltungen interessierte Bürger zu Workshops, Vorträgen, Fachtagungen, Ausstellungen, Konzerten und vielem mehr ein. Koordiniert wird die Woche vom Aktionsbündnis Seelische Gesundheit.

Foto: © Elnur - Fotolia.com

Autor:
Hauptkategorien: Medizin , Gesundheitspolitik
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Seelische Gesundheit , Depression , Stress , Arbeitsbelastung , Burnout
 

Weitere Nachrichten zum Thema Stress und seine Folgen

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

 
. Weitere Nachrichten
Meteorologen sagen für kommende Woche in Teilen Deutschlands bis zu 40 Grad voraus. Ärzte rechnen mit mehr Notfällen und geben Tipps, wie man die heißen Tage ohne Hitzschlag und Kreislaufkollaps überstehen kann.
Eine gut bestückte Reiseapotheke ist ein gutes Stück mehr Sorglosigkeit im Urlaub. Wer für den Notfall oder für die Dauereinnahme Medikamente im Gepäck hat, muss trotzdem ein paar Dinge beachten: Kühl lagern etwa. Oder: Die Einnahme auf die neue Zeitzone abstimmen, damit Medikamente weiter richtig wirken.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens sind viele Chancen verbunden. Bei manchen Bürgern löst das Thema aber auch Ängste und Sorgen aus. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Prof. Dr. Erwin Böttinger, einem der weltweit führenden Forscher im Bereich Digital Health, über die elektronische Patientenakte und andere digitale Lösungen gesprochen.