. Umfrage zu Arztportalen

Immer mehr Menschen bewerten ihren Arztbesuch

Warum bewerten Patienten ihre Ärzte auf Arztportalen? Eine Umfrage zeigt die Gründe der Online-Bewerter auf.

Online-Arztbewertungen sind zunehmend gefragt.

Patienten bewerten ihre Ärzte auf Arztempfehlungsportalen wie zum Beispiel jameda.de hauptsächlich, um anderen Arztsuchenden bei ihrer Entscheidung für einen passenden Mediziner zu helfen. Weitere Gründe liegen in der Möglichkeit, Ärzten Feedback zu geben sowie Dankbarkeit gegenüber dem behandelnden Arzt auszudrücken. Dies sind zentrale Ergebnisse der Online-Studie „Psychologie des Bewertens“ im Auftrag der Tomorrow Focus AG. Insgesamt wurden für die Umfrage mehr als 3.000 Internetnutzer in Deutschland befragt.

Die Studie zeigt laut Pressemitteilung des Arztbewertungsportals jameda.de Verhaltensmuster und Beweggründe von Menschen auf, die Online-Bewertungen für verschiedene Dienstleister und Produkte abgeben. Immerhin hätten bereits drei von vier Befragten schon mindestens einmal eine Online-Bewertung abgegeben (74,4 Prozent). 35,9 Prozent hätten schon einen Arzt bewertet oder könnten sich dies zumindest vorstellen. In dieser Gruppe sind es vor allem drei Typen, denen sich die Bewerter zuordnen lassen: „die Hilfsbereiten“, „die Optimierer“ und „die Emotionalen“. Fast jeder zweite Befragte gehört demnach der Gruppe der Hilfsbereiten an, nämlich 46 Prozent. Als Hauptgrund für die Abgabe einer Online-Bewertung nennen sie die Möglichkeit, damit anderen helfen zu wollen. So sorgten beispielsweise die aktuell knapp 1 Million Bewertungen von Patienten für weit über 100.000 Ärzte und andere Heilberufler auf jameda nach eigenen Angaben für mehr Transparenz bei der Arztsuche.

Arztbesuch-Bewertungen als Chance gesehen, die Versorgung zu verbessern

Mit 19,4 Prozent stellen „die Optimierer“ die zweitgrößte Gruppe dar. Sie sehen Online-Bewertungen als Chance, konstruktive Rückmeldung zu geben, so dass Verbesserungen vorgenommen werden können. Waren „die Optimierer“ mit einer Leistung zufrieden, möchten sie auch dies mit ihrer Bewertung zum Ausdruck bringen, damit die gute Qualität beibehalten wird. Die drittgrößte Gruppe machen mit 17,7 Prozent „die Emotionalen“ aus. Sie möchten mit einer Bewertung ihre Dankbarkeit oder aber ihre Unzufriedenheit zum Ausdruck bringen.

93,6 Prozent der Befragten, die selbst Arztbewertungen schreiben, finden Online-Bewertungen anderer Nutzer hilfreich bei der Orientierung. 

Immer mehr Menschen vertrauen auf die Erfahrungen anderer Patienten

Die Patientenmeinungen auf Arztbewertungsportalen geben dabei wichtige Anhaltspunkte zur subjektiv wahrgenommenen Behandlungs- und Versorgungsqualität in den Praxen. 84,9 Prozent gaben an, dass die Erfahrungen und Meinungen anderer ihr Vertrauen zum Beispiel in einen Arzt steigern würden. Die enorme Relevanz, die Bewertungsportale mittlerweile auch für Arztsuchende einnehmen, wird einmal mehr von dem Ergebnis unterstrichen, dass sich 80,6 Prozent der Befragten, die selbst Ärzte bewerten, nach eigener Aussage durch Online-Bewertungen bezüglich ihres Handelns beeinflussen lassen. 

Trotz der großen Einflussnahme von Bewertungen auf arztsuchende Patienten müssen Ärzte laut der Studie keine unverhältnismäßige Schelte durch Patienten befürchten. Denn fast acht von zehn Befragten, die bereits Ärzte bewertet haben, gaben an, häufiger positive als negative Bewertungen zu schreiben (77,6 Prozent). 

Foto: fovito - Fotolia

Autor: Cornelia Wanke

Weitere Nachrichten zum Thema Arzbewertung

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
. Weitere Nachrichten
Dass körperliche Inaktivität, hoher Alkoholkonsum, Rauchen und Bluthochdruck Risikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen sind, ist bekannt - wie ungleich diese innerhalb Deutschlands verteilt sind, jedoch weniger. Eine Studie zeigt, dass Menschen aus dem Ostteil des Landes ein ungünstigeres Risikoprofil aufweisen.
. Veranstaltungen
loading...
Terminkalender
. Personen Hauptstadtregion
. Interviews
Für Menschen mit Behinderung sind Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe nach wie vor nicht selbstverständlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit Ulla Schmidt, MdB und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, darüber gesprochen, was getan werden muss, um die Situation von Betroffenen zu verbessern.
Prof. Hendrik Streeck leitet Deutschlands erstes Institut für HIV-Forschung am Universitätsklinikum Duisburg-Essen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem US-Rückkehrer über sein größtes Ziel gesprochen: eine präventive Impfung gegen HIV.
Die Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern der Homöopathie sind verhärtet. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Homöopathie-Kritikerin Dr. med. Natalie Grams über wissenschaftliche Prinzipien und den verbreiteten Wunsch nach medizinischen Alternativen gesprochen.