Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

Immer mehr Masernfälle in Europa

Die Zahl der Masernerkrankungen hat sich im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr innerhalb Europas verdreifacht. Erwartungsgemäß kommen die Masern in den Ländern am häufigsten vor, in denen die Impfquoten besonders niedrig sind. Das ist zum Beispiel in der Ukraine der Fall.
Masern, Masern in Europa, Masern-Epidemie

Masern sind durchaus keine harmlose Kinderkrankheit

95 Prozent der Bevölkerung sollten der WHO zufolge gegen Masern geimpft sein, um einen „Herdenschutz“ zu erreichen und Epidemien zu verhindern. Dies wurde im Jahr 2017 jedoch nur von 34 der 54 Länder erreicht, die zur WHO Region Europa gehören – also neben den Mitgliedern der EU auch Russland, die zentralasiatischen Republiken, die Türkei und Israel. Die niedrigen Impfquoten führen immer wieder zu Masernausbrüchen, zuletzt in der Ukraine, wo nur rund 30 Prozent der Bevölkerung gegen eine Infektion geimpft sind. Insgesamt hat sich die Zahl der Masernerkrankungen im Jahr 2018 gegenüber dem Vorjahr von 25.863 auf 82.596 mehr als verdreifacht - laut WHO eine besorgniserregende Entwicklung.

Höchste Masernrate in der Ukraine

Dennoch gibt es auch eine positive Nachricht: In vielen Ländern ist die Impfquote gestiegen. In anderen Staaten ist sie jedoch so niedrig, dass es zu regelrechten Masern-Epidemien kommt. Häufig sind es nicht aufgeklärte Menschen, die sich nicht impfen lassen, oder überzeugte Impfgegner. In jedem Fall führen die niedrigen Impfraten dazu, dass die Masern immer wieder eine Chance haben, sich auszubreiten.

Häufig ist den Menschen, die das Impfen ablehnen, nicht klar, wie gefährlich Masern werden können. So fühtren im Jahr 2018 zwei Drittel der Infektionen zu Krankenhauseinweisen, 72 Menschen (Kinder und Erwachsene) sind an der Erkrankung gestorben. Die meisten Maserninfektionen gab es in der Ukraine, gefolgt von Serbien, Georgien, Albanien und Israel.

 

Masern sind höchst ansteckend

Masern gehören zu den ansteckendsten Infektionskrankheiten überhaupt. Dabei sind längst nicht nur Kinder betroffen: Jeder dritte Patient ist ein Erwachsener. Typischerweise beginnt eine Masererkrankung mit Kopfschmerzen, Fieber, Husten und Bindehautentzündung. Nach zwei bis drei Tagen erscheinen auf der Wangenschleimhaut weiße Flecken. Danach fällt das Fieber meistens und es tritt der Hautausschlag auf, den die meisten Menschen mit Masern verbinden: grobfleckige, unregelmäßige rote Flecken, die sich über den ganzen Körper ausbreiten. Nach etwa einer Woche geht der Ausschlag wieder zurück.

Es kann aber auch zu dramatischen Verläufen führen, in denen beispielsweise das Gehirn in Mitleidenschaft gezogen wird. Zu den möglichen Komplikationen gehören zudem Bronchitis, Lungenentzündung, Mittelohrentzündung, Gehirnentzündung oder die sklerosierende Panencephalitis, eine besonders bösartige Erkrankung des Zentralnervensystems. Zudem ist der Körper während einer Masererkrankung besonders empfänglich für weitere Infektionen wie beispielsweise Tuberkulose oder Eiterungsprozesse aufgrund eines Befalls mit Staphylokokken.

Foto: © weerapat1003 - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Masern , Impfen , Prävention
 

Weitere Nachrichten zum Thema Masern

Die Zahl der Masernerkrankungen hat sich im Jahr 2018 im Vergleich zum Vorjahr innerhalb Europas verdreifacht. Erwartungsgemäß kommen die Masern in den Ländern am häufigsten vor, in denen die Impfquoten besonders niedrig sind. Das ist zum Beispiel in der Ukraine der Fall.

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten
Zahnpflege ist wichtig. Auf lange Sicht natürlich zum Schutz vor Zahnausfall; aber auch, weil Entzündungen im Mund Krankheiten im gesamten Körper begünstigen können. Manche Lebensmittel aber schwächen beim Essen vorübergehend die Widerstandskraft des Zahnschmelzes. Deshalb gilt hier: Eine halbe Stunde warten. Oder die Zähne VOR dem Essen putzen – beim Frühstück vor allem.


Long-Covid stellt Ärzte vor ein Rätsel. Wegen der enormen Krankheitslast –- etwa jeder zehnte Covid-Patient ist betroffen – wird immerhin intensiv daran geforscht. Was Ärzte inzwischen über das komplexe Krankheitsbild wissen, hat Gesundheitsstadt Berlin Experten gefragt. Eine Zusammenfassung der aktuellen Erkenntnisse.
 
Kliniken
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin