. Stress im Arbeitsleben

Immer mehr Manager fürchten den Burnout

Jeder zweite Manager hat Sorge, dem beruflichen Druck nicht standzuhalten und an einem Burnout zu erkranken. Frauen in Führungspositionen fällt es offenbar besonders schwer, die Work-Life-Balance zu erhalten.
Burnout bei Managern

Jeder zweite Manager fürchtet den Burnout.

Burnout bezeichnet eine starke körperliche, emotionale und seelische Erschöpfung verbunden mit einer verringerten Leistungsfähigkeit. Ausgelöst wird sie meist durch Stress am Arbeitsplatz, aber auch durch familiäre Probleme oder seelische Konflikte. Die Betroffenen versuchen, die täglichen Belastungen durch noch mehr Arbeit in den Griff zu bekommen, was den Zustand nur verschlimmert und die Belastbarkeit immer weiter senkt. Am Ende fühlt sich der Betroffene oft unfähig, selbst die kleinsten Aufgaben zu bewältigen.

Das Risiko, einen Burnout zu erleiden, hängt nicht unbedingt mit der Menge der Arbeit zusammen. Dennoch sind Führungskräfte, die eine hohe Arbeitsbelastung haben, stark gefährdet – vor allem, wenn es ihnen nicht gelingt, einen Ausgleich zu den täglichen Herausforderungen zu finden. So fürchtet jeder zweite Manager in Deutschland, im Laufe seiner Karriere einen Burnout zu erleiden. Das zeigt die aktuelle Studie „Deutschland, Deine Manager“, die von der Baumann Unternehmensberatung durchgeführt wurde.

Frauen von Burnout häufiger betroffen

Die Studie, an der 300 Führungskräfte aus allen Branchen teilgenommen hatten, zeigt, „dass die Führungskräfte unter immenser Anspannung stehen und befürchten, dass ihnen diese Belastung auf Dauer ernsthaft schadet“, wie Baumann-Geschäftsführer Dr. Michael Faller erläutert. Zu den häufigsten Gründen für die Angst vor einem Burnout stehen die zunehmend komplexen Aufgaben kombiniert mit der Notwendigkeit, sehr schnell zu arbeiten, sowie dem Gefühl von Unsicherheit und starkem Erfolgsdruck von oben.

Den Managern sei das Risiko durchaus bewusst, so Faller. Doch viele von ihnen hätten keine geeigneten Strategien, um mit den täglichen Belastungen dauerhaft so umzugehen, dass es der Gesundheit nicht schadet. 20 Prozent der Führungskräfte gaben bei der Befragung an, sich tatsächlich schon einmal ausgebrannt gefühlt zu haben. Frauen sind dabei fast doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Um einem Burnout zu umgehen, ist es wichtig, einen Ausgleich für die tägliche Stressbelastung zu finden. Dieser kann beim Sport, durch erfüllende Erlebnisse mit der Familie, Entspannung oder bei anderen angenehmen Unternehmungen gefunden werden. Doch die hohe Arbeitsbelastung lässt dafür oft nicht genug Zeit. Bei vielen Managern bleiben nach eigenen Angaben wöchentlich maximal fünf Stunden Zeit für Privates. Insbesondere die weiblichen Führungskräfte gönnen sich zu wenig Auszeiten, um vom Beruf Abstand zu finden.

 

Therapeutische Unterstützung sinnvoll

Manager, denen es besonders schwerfällt abzuschalten, können sich auch Unterstützung bei einem Coach oder Therapeuten suchen. Häufig lassen sich dann Methoden entwickeln, um den Stress besser zu verarbeiten und Arbeitsprozesse sinnvoller zu gestalten. Auch die Firmen sollten „möglicherweise zu hoch gesteckte Zielvorgaben überdenken, aber auch für eine Umverteilung der Arbeitslast offen sein“, so Faller.

Nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Burnout keine eigene Krankheit, sondern „nur“ ein Problem der Lebensbewältigung, das aber zu anderen Krankheiten wie Depression, Sucht oder Bluthochdruck führen kann. Wichtig ist es demnach zu unterscheiden, ob die Erschöpfung nur Anzeichen einer vorübergehenden Stressbelastung oder aber Symptom einer anderen, schwerwiegenden Erkrankung ist.

Foto: © Mitmachfoto - Fotolia.com

Autor: red
Hauptkategorie: Medizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Psychische Erkrankungen

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Dr. Iris Hauth, Chefärztin des Alexianer St. Joseph-Krankenhauses für Neurologie, Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Berlin-Weißensee, berichtet in Ihrem Buch "Keine Angst!" über Ursachen und Behandlung von Depressionen - und wie man sich davor schützen kann.
 
. Weitere Nachrichten
Schon vergessen? Der Beginn des neuen Jahres ist gerade einmal zwei Wochen her. Jetzt wäre es an der Zeit, mit den da gefassten guten Vorsätzen ernst zu machen: Jeder Dritte will 2021 gesünder leben und mehr Sport treiben; jeder Fünfte will nach den Feiertagsgelagen abspecken. Manche sagen: Eine mindestens so große Kunst wie das Abnehmen ist es, das erreichte Gewicht auf Dauer zu halten. Hier ein paar Tipps dafür.
 
 
. Kliniken
. Interviews
Unter dem Stichwort der „harm reduction“ werden E-Zigaretten vielfach als weniger gefährlich bezeichnet als herkömmliche Zigaretten und sogar zur Raucherentwöhnung empfohlen. Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) widerspricht dieser Darstellung deutlich. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Pneumologen Professor Wulf Pankow über die Gefahren durch E-Zigaretten und geeignete Methoden für den Rauchentzug gesprochen.
Der klassische Medikationsprozess im Krankenhaus ist fehleranfällig. Untersuchungen untermauern das. Dabei könnte die Digitalisierung die Arzneimitteltherapie wesentlich sicherer machen. Das Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE) hat schon vor Jahren auf ein Closed Loop Medication Management umgestellt. Gesundheitsstadt Berlin hat mit UKE-Krankenhausapothekerin PD Dr. Claudia Langebrake über die Vorteile des digitalen Medikationsprozesses gesprochen.
Hitzewellen sind eine reale Gefahr für die Gesundheit und lassen die Mortalitätsrate ansteigen. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem wissenschaftlichen Leiter des Zentrums für Medizin-Meteorologische Forschung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Freiburg, Prof. Dr. Andreas Matzarakis, über Hitzewarnsysteme und die Auswirkungen von Hitzewellen auf unsere Gesundheit gesprochen.