Immer mehr Hochbetagte werden am Herzen operiert

Früher war mit 70 Jahren Schluss. Heute werden selbst noch über 90-jährige am Herzen operiert. Der Deutsche Herzbericht 2018 nennt Zahlen.
Herzoperationen, Alter

Eingriffe am Herzen sind heute auch im hohen Alter noch möglich

Einen Bypass für die 86-jährige Oma, eine neue Herzklappe für den 90-jährigen Opa. Was vor 30 Jahren noch undenkbar war, ist heute Alltag in der Herzmedizin. Laut dem neuesten Deutschen Herzbericht wurden 2017 genau 16.242 Herzoperationen bei über 80-jährigen durchgeführt. Gegenüber dem Jahr 2000 hat sich diese Zahl vervierfacht.

Der Anstieg lässt sich mit dem medizinischen Fortschritt erklären. Ganz wesentlich sind schonendere Narkosen. Zudem können heute viele Eingriffe minimalinvasiv durchgeführt werden. Ein Beispiel: Ärzte können heute eine Herzklappe mittels Katheter über die Leiste ersetzen, das dauert gerade mal eine Stunde und macht nicht einmal eine Vollnarkose nötig.

Eingriffe am Herzen sind schonender geworden

Früher dauerte der Eingriff am offenen Herzen bis zu vier Stunden. Allein die lange Vollnarkose setzte einem alten Menschen zu, hinzukamen Tage oder Wochen auf der Intensivstation. Heute fällt das alles weg. Die Belastung ist wesentlich geringer, die Erholung geht schneller. Außerdem ist die Generation 80 plus heute fitter als früher. Wer noch in einem guten Allgemeinzustand ist und keine anderen Begleiterkrankungen hat, kann auch im hohen Alter noch an Lebensqualität gewinnen, durch eine neue Herzklappe, einen Koronar-Stent oder einen anderen Eingriff am Herzen.

 

Weniger Herztote in Deutschland

Nach dem Deutschen Herzbericht sind Herzerkrankung weiterhin die Haupttodesursache in Deutschland. Aber die Sterblichkeit ist am Sinken: Besonders deutlich zeigt sich dieser Trend für die Herzschwäche (Herzinsuffizienz), die um mehr als 7.000 Sterbefälle innerhalb eines Jahres auf 40.334 (2016) gesunken ist. Gleiches zeigt sich bei der Koronaren Herzkrankheit (KHK), deren Sterbefälle sich von 128.230 im Jahr 2015 auf 122.274 im Jahr 2016 verringert haben. Das enstpricht einem Minus von 4,6 Prozent. 

Aber keine Entwarnung

„Diese Entwicklung ist erfreulich, sie lässt nicht nur auf eine Verbesserung der ambulanten und stationären medizinischen Versorgung, sondern auch auf Verbesserungen in der Vorsorge von Herzerkrankungen schließen“, betont Prof. Dr. med. Dietrich Andresen, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung, anlässlich der Vorstellung des neuen Deutschen Herzberichts 2018 Der Kardiologe fügt aber hinzu: „Entwarnung darf man nicht geben, denn trotz aller Fortschritte in der Herzmedizin haben Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit über 338.000 Sterbefällen pro Jahr ihren Schrecken noch lange nicht verloren.“

Foto: © romaset - Fotolia.com

Autor: ham
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