Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 
08.11.2018

Immer mehr Fälle von Röteln in Japan

In Japan häufen sich seit einiger Zeit die Infektionen mit Röteln. Das berichtet das CRM Centrum für Reisemedizin. Vor einer Reise nach Japan sollte daher auf ausreichenden Impfschutz geachtet werden. Schwangere ohne ausreichenden Rötelschutz sollten auf eine Reise verzichten.
Röteln, Japan, Impfung

Japan-Reisende sollten an ihren Röteln-Schutz denken

Experten melden eine besorgniserregende Zunahme von Röteln-Infektionen in Japan. Landesweit sollen bereits fast 1.300 Menschen betroffen sein, das sind etwa zwölfmal so viele wie im Vorjahr. Besonders viele Infektionen sind in Tokio und Umgebung aufgetreten. Knapp zwei Jahre vor den Olympischen Spielen in der Hauptstadt sind auch die japanischen Behörden besorgt. Die US-Seuchenbehörde CDC rät insbesondere Schwangeren ohne Röteln-Schutz zurzeit von Reisen nach Japan ab.

Hohe Ansteckungsgefahr durch Röteln

Röteln sind hoch ansteckend. Die Krankheit wird durch Viren ausgelöst und meistens durch Tröpfcheninfektion weitergegeben – das heißt durch Husten, Niesen oder Sprechen. Im Kindesalter verläuft eine Röteln-Infektion meist ohne Komplikationen. Nur etwa bei der Hälfte der betroffenen Kindern kommt es überhaupt zu sichtbaren Krankheitszeichen. Dazu gehört der typische Hautausschlag, der im Gesicht beginnt und sich dann über den Körper ausbreitet. Es können auch erkältungsähnliche Beschwerden auftreten und die Lymphknoten anschwellen. Nach etwa einer Woche sind die Symptome meist wieder verschwunden.

Bei Jugendlichen und Erwachsenen verläuft die Infektion oft schwerer. Hier kann es zu Komplikationen wie Mittelohrentzündungen oder Bronchitis kommen. In sehr seltenen Fällen können auch Gehirnentzündungen oder Herzmuskel- und Herzbeutelentzündungen auftreten.

 

Röteln in der Schwangerschaft besonders gefährlich

Besonders gefährlich ist eine Infektion mit Röteln bei schwangeren Frauen. Sie können die Viren auf das ungeborene Kind übertragen. Man spricht dann von einer Röteln-Embryopathie. Dabei können beim Kind schwere Schädigungen am Innenohr, Herz, Auge und seltener an anderen Organen wie Gehirn, Leber oder Milz auftreten. Auch Früh- oder Totgeburten können durch die Viren ausgelöst werden.

Die Ansteckungsgefahr besteht etwa eine Woche vor bis eine Woche nach dem Auftreten des Ausschlages. Kinder, die an einer Röteln-Embryopathie erkrankt sind, können das Virus über die Atemwege und den Urin bis zu einem Alter von einem Jahr in hohen Mengen ausscheiden. Wer einmal an Röteln erkrankt war, ist lebenslang geschützt und kann sich kein zweites Mal infizieren.

Impfen schützt vor Röteln

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung gegen Röteln, am besten in Kombination mit einer Impfung gegen Masern und Mumps (MMR). Bei Kindern sollte die erste Impfung im Alter von 11 bis 14 Monaten durchgeführt werden. Sie kann aber auch schon ab einem Alter von 9 Monaten erfolgen, wenn das Kind vor dem vollendeten 11. Lebensmonat in eine Gemeinschaftseinrichtung aufgenommen wird. Die zweite Impfung sollte frühestens vier Wochen nach der ersten Impfung und spätestens gegen Ende des zweiten Lebensjahres erfolgen.

Wer nicht geimpft ist, gefährdet sich und andere

Bei ungeimpften Kindern und Jugendlichen sollte die Impfung so schnell wie möglich mit zwei Impfdosen nachgeholt werden. Frauen im gebärfähigen Alter sollten vor Beginn der ersten Schwangerschaft zweimal geimpft sein. Eine Impfung gegen Röteln während der Schwangerschaft ist nicht mehr möglich. Zwischen Impfung und Schwangerschaft sollte mindestens ein Monat liegen.

Auch Mitarbeitern im Gesundheitsdienst sowie Menschen, die Kontakt zu Schwangeren und Säuglingen oder Kleinkindern haben, wird eine Impfung gegen Röteln empfohlen, wenn bisher kein ausreichender Schutz vorhanden ist. Dabei sollte nicht vergessen werden, dass über jede ungeimpfte Person weitere Ansteckungen erfolgen können.

Foto: © Janina Dierks - Fotolia.com

Autor: anvo
Hauptkategorien: Medizin , Prävention und Reha
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: Infektionskrankheiten , Impfen , Masern , Schwangerschaft
 

Weitere Nachrichten zum Thema Infektionskrankheiten

Röteln spielen in Deutschland kaum noch eine Rolle, weil es eine wirksame Impfung gibt. Doch nun ist die Viruserkrankung wieder im Gespräch. Zwei Forschergruppen haben unabhängig voneinander enge Verwandte des Rötelnvirus erstmals bei Tieren gefunden. Bislang galt der Mensch als einziger Wirt.

Aktuelle Nachrichten

 
Weitere Nachrichten
Sie wiegen so viel wie unser Gehirn und viel mehr als unser Herz – und sind genauso lebenswichtig: die Darmbakterien. Sie verdauen unser Essen, entsorgen Giftstoffe und schützen uns als Teil des Immunsystems vor Krankheitserregern. Mit seiner Ernährung hat es der Mensch selbst in der Hand, ob er dieses unsichtbare „Organ“ schwächt – oder stärkt.

Für Babys ist liebevolle Berührung existenziell: um sich geborgen zu fühlen, physisch und psychisch zu gedeihen und später normale Beziehungen eingehen zu können. Zwischenmenschliche Berührung wirkt auf sie wie ein sanftes Arzneimittel: Sie verlangsamt den Herzschlag, baut Stress ab und führt im Körper zu Entspannung.

 
Kliniken
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin