. Vorläufige Winterbilanz 2012

Im Winter drohen Knochenbrüche

Schnee und Glatteis erhöhen die Gefahr von Knochenbrüchen. In den vergangenen Wochen hatten Rettungsstellen alle Hände voll zu tun. Verglichen mit vergangenen Jahren ist die Situation jedoch harmlos.
Im Winter drohen Knochenbrüche

Knochenbrüche und Gehirnerschütterung sind die typischen Verletzungen des Winters

Mit dem ersten Schneefall stieg auch in diesem Winter die Zahl der Knochenbrüche an. Die Passanten können mit der plötzlichen Umstellung der Witterungs- und Straßenverhältnisse meist nicht umgehen – und ziehen sich mitunter verhängnisvolle Verletzungen zu.

Knochenbrüche und Zerrungen, Kopfverletzungen und Prellungen

Die Zentralen Notaufnahmen der DRK Kliniken Berlin hatten deshalb in den vergangen Tagen vermehrt Knochenbrüche und Zerrungen zu versorgen. „Typisch für die kalte Jahreszeit sind bei Kindern Kopfverletzungen und Prellungen oder Brüche im Bereich der Arme“, berichtet Dr. med. Daniel Schachinger, Ärztlicher Leiter der Zentralen Notaufnahmen. „Bei den älteren Patienten kommt es beim Versuch, sich abzufangen, eher zu Brüchen der Unterarme und der Schultern, zu Wirbelkörper- und Oberschenkelfrakturen.“ Schnee, Matsch und Glatteis auf Gehwegen und Straßen seien deshalb besonders für ältere Menschen gefährlich, da sie sich zumeist nicht mehr abfangen können und ihre Knochenstruktur weniger stabil ist.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern stiegen mit dem ersten Schnee die Patientenzahlen. Innerhalb von nur sechs Stunden mussten allein die Unfallchirurgen am Universitätsklinikum Greifswald zehn Knochenbrüche versorgen. „Normalerweise sind es drei am Tag“, sagt der Leitende Oberarzt Dr. Peter Hinz. Inzwischen habe sich die Lage wieder normalisiert. Die Menschen hätten sich an den Schnee gewöhnt. Möglich sei auch, dass die Winterdienste besser vorbereitet sind als in den Vorjahren.

Der Winter 2010 bleibt bislang unübertroffen

Dem Unfallchirurgen ist der strenge Winter vor zwei Jahren noch bestens in Erinnerung. Damals herrschte Ausnahmezustand mit Urlaubsstopp. „Im Zeitraum vom 20. Dezember 2009 bis zum 20. Februar 2010 haben wir 46 Prozent mehr Brüche behandelt", erinnert sich Peter Hinz. Bei den Gehirnerschütterungen kam es fast zu einer Verdopplung der Unfälle aufgrund des Glatteises und die Zahl der Wirbelsäulenfrakturen hatte sich gegenüber den Vergleichsmonaten des Vorjahreszeitraumes sogar verdreifacht

In Berlin wurden damals 25 Prozent mehr Menschen Knochenbrüche registriert als im Winter zuvor. Allein am Unfallkrankenhaus Berlin Marzahn wurden in den ersten sieben Wochen des Jahres 2010 rund 10.000 Knochenbrüche versorgt, das waren etwa 3.000 Glätteopfer mehr als im Vorjahr.

Der bisherige Winter ist dagegen weitaus weniger dramatisch verlaufen. „Die Schneesituation hat nur für eine sehr kurze Zeit mehr wetterbedingte Unfallopfer in die Klinik gebracht“, sagt Hinz. Brüche des Handgelenks, des Sprunggelenks, Hüft- und Beckenfrakturen waren zu versorgen, für den Unfallchirurgen nichts Ungewöhnliches. Auffällig sei, dass sich auch viele junge Menschen Brüche des Oberschenkelhalses oder der Hüfte zugezogen hätten, die normalerweise typisch für ältere Menschen sind.

Foto: VRD Fotolia.com

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