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26.07.2018

Im Alter sinkt das Selbstwertgefühl

Anders als bislang vermutet steigt das Selbstwertgefühl im Laufe des Lebens stetig an, auch die Pubertät kann diese Entwicklung nicht aufhalten. Erst im Alter beginnt die Selbstachtung zu sinken. Das haben Psychologen nun in einer Meta-Studie zeigen können.
Selbstwertgefühl, Alter

Wer hat das größte Selbstwertgefühl? Studie zeigt Entwicklung von Kindheit, Pubertät bis hin ins hohe Alter

Unser Selbstwertgefühl ist im laufe des Lebens Schwankungen ausgesetzt. So können äußere Umstände – zum Beispiel der Verlust des Arbeitsplatzes – die Selbstachtung mindern. Genauso gut können aber erfreulichere Ereignisse das Selbstwertgefühl ansteigen lassen, etwa eine glückliche Partnerschaft oder Erfolge im Studium und Beruf. Solche Veränderungen der Selbstachtung können kurzfristig sein, aber auch nachhaltige Spuren hinterlassen.

Psychologen der Universität Bern (Schweiz) wollten nun wissen, ob es einen typischen Entwicklungsverlauf des Selbstwertgefühls über die menschliche Lebensspanne gibt. Dafür haben sie in ihrer Meta-Studie insgesamt 331 Einzelstudien analysiert. Mehr als 160.000 Personen im Alter von 4 bis 94 Jahren waren darin wiederholt zu ihrem Selbstwertgefühl befragt worden.

Pubertät nicht so schlimm wie angenommen

Die Auswertung zeigt, dass der durchschnittliche Anstieg des Selbstwerts von der Kindheit bis zum Übergang ins Rentenalter auch im Vergleich zu anderen Persönlichkeitsmerkmalen groß ist. Besonders überraschend: Auch wenn der Anstieg im Alter von 11 bis 15 Jahren vorübergehend stagnierte - die Pubertät, die gemeinhin mit großen Selbstzweifeln assoziiert ist, scheint den Anstieg nicht aufhalten zu können. „Erfreulicherweise ist das Selbstwertgefühl in der Zeit um die Pubertät zumindest stabil. Anders als lange in der Literatur vermutet, erleben die meisten Jugendlichen in dieser Zeit keinen Tiefpunkt in ihrer Selbstachtung“, sagt Studienautor Ulrich Orth vom Institut für Psychologie an der Universität Bern.

Und noch ein weiteres überraschendes Ergebnis brachte die Meta-Studie an den Tag. Die Generation „Ich“, also Personen der 1980er und 1990er Jahrgänge, zeigte den gleichen Entwicklungsverlauf wie Geburtskohorten, die 20 oder 40 Jahre früher aufwuchsen.

 

Mit 70 Jahren kommt ein Knick

Wie aber sieht es mit dem Selbstwertgefühl im Alter aus? Laut Studie kommt ein leichter Knick um den 70. Geburtstag herum. Die Selbstachtung beginnt dann leicht zu sinken. Zunächst sehr langsam, so dass ein 75-jähriger vermutlich immer noch mehr Selbstwertgefühl besitzt als ein 15-jähriger. Stärkere Selbstzweifel treten in der Regel mit 90 Jahren und mehr ein. Trotzdem ziehen die Studienautoren ein positives Fazit: „Viele Menschen haben also auch im Alter über weite Strecken ein höheres Selbstwertgefühl als in jungen Jahren.“

Foto: Jochen Tack

Autor: ham
Hauptkategorie: Demografischer Wandel
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