. Chirurgie

Hypnose fördert Genesung nach Operationen

Hypnose kann Schmerzen nach chirurgischen Eingriffen lindern und den Genesungsprozess beschleunigen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Meta-Analyse, die jetzt im Fachblatt „Clinical Psychology Review“ veröffentlicht wurde.
Hypnose bewirkt keine Wunder, kann aber hilfreich bei stressreichen Eingriffen sein

Hypnose bewirkt keine Wunder, kann aber hilfreich bei stressreichen Eingriffen sein

Die Wirksamkeit von Hypnose im Rahmen chirurgischer Eingriffe wird seit mehr als fünf Jahrzehnten erforscht. Nun haben Psychologen der Universitätskliniken Jena und Bern 34 Einzelstudien mit knapp 2.600 Patienten ausgewertet. In ihrer Meta-Analyse kommen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass Patienten tatsächlich von Hypnose vor, während und nach chirurgischen Eingriffen profitieren. Etwa bei gynäkologischen Eingriffen, Herzbypass-Operationen oder der schmerzhaften Versorgung von Brandwunden. „In der Auswertung der Studien erwies sich Hypnose als wirksame Intervention“, fasst Susan Tefikow vom Institut für Psychosoziale Medizin und Psychotherapie am Uniklinikum Jena das Ergebnis zusammen, „sie trägt dazu bei, Ängste und Stress der Patienten zu reduzieren, Schmerzen zu lindern und auch die Genesung nach dem Eingriff zu fördern.“ Patienten, die Hypnos (Hypnotherapie) erhalten hatten, benötigten laut Meta-Analyse im Vergleich zu Patienten ohne eine solche Behandlung durchschnittlich weniger Schmerzmedikamente, und der operative Eingriff konnte in kürzerer Zeit durchgeführt werden.

Weniger Ängste und Stress durch Hypnose

„Unsere Analyse zeigte, dass Hypnose die Patienten bei der Bewältigung stressreicher Operationen oder schmerzhafter Eingriffe effektiv unterstützen kann. Dies kam nicht nur in den Einschätzungen der Patienten zum Ausdruck, sondern war auch an objektiven klinischen Kriterien messbar“, erklärte Mitautorin Dr. Jenny Rosendahl vom Uniklinikum Jena. Dass sich die Wirksamkeit der Hypnose sowohl anhand patientenrelevanter Aspekte wie psychischer Belastung oder Schmerzen als auch in Bezug auf Genesung, Medikamentenverbrauch und Dauer des Eingriffs belegen lässt, sehen die Psychologen als ein wichtiges Ergebnis ihrer Meta-Analyse. „Das kann auch als Entscheidungsgrundlage für Ärzte und Kostenträger dienen. Da es sich um eine Kurzzeitintervention handelt und zudem die Möglichkeit besteht, CDs einzusetzen, lässt sich Hypnose vergleichsweise einfach in die medizinische Routine einbinden“, so Susan Tefikow. Allerdings bedürfe es weiterer qualitativ hochwertiger Studien, um besonderes geeignete Hypnoseformern und Patientengruppen zu identifizieren und die Wirksamkeit weiter wissenschaftlich zu untermauern, betont Jenny Rosendahl. Die jetzt im Fachjournal Clinical Psychology Review veröffentlichte Meta-Analyse ist im Rahmen eines Forschungsprojektes zum Nutzen psychologischer Betreuung von chirurgischen Patienten entstanden: Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt.

 

Positive Effekte auch mit Hypnose-CD

Das zentrale Element der Hypnotherapie sind therapeutische Suggestionen, die auf Veränderungen in der subjektiven Wahrnehmung und im Verhalten der Patienten abzielen. In der Operationssituation sind diese Suggestionen hauptsächlich auf die Vermittlung von Entspannung, die Reduzierung von Schmerzen und eine schnelle, komplikationslose Wundheilung ausgerichtet. In den meisten der 34 untersuchten Studien wurde die Hypnose von einem anwesenden Therapeuten durchgeführt, aber auch in Selbsthypnose mit Hilfe einer CD. Die Behandlung dauerte in der Regel zwischen 30 und 60 Minuten.

Foto: © hyperworx - Fotolia.com

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