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Hygiene am Arbeitsplatz: Darauf kommt es an

Donnerstag, 27. Oktober 2022 – Autor:
Für den Corona-Infektionsschutz im öffentlichen Raum in diesem Winter gibt es das Maßnahmenpaket der Bundesregierung. Doch was können (und sollten) Unternehmen tun, wo sich täglich auch Millionen von Mitarbeitern und Kunden begegnen? Fünf Tipps vom Experten.
Putzmann reinigt Tastatur an einem Büroarbeitsplatz.

Hygiene im Betrieb: Idealerweise sollten alle Oberflächen, die häufig mit den Händen in Berührung kommen, täglich gereinigt werden. Dazu zählen PC-Tastaturen, Türgriffe und Lichtschalter. – Foto: AdobeStock/LIGHTFIELD STUDIOS

Der dritte Winter seit Beginn der Corona-Pandemie steht vor der Tür. Zur Prävention von Infektionen hat die Bundesregierung für besonders sensible öffentliche Bereiche eine eigenes Infektionsschutzpaket beschlossen. Seit Oktober (und bis Anfang April nächsten Jahres) gilt die FFP-II-Maskenpflicht im Fernverkehr, in Krankenhäusern, Pflegeheimen, Arztpraxen und weiteren medizinischen Einrichtungen – in stationären Einrichtungen muss zudem ein negativer Corona-Test vorgelegt werden. Für Innenräume, Gastronomie, Sport-, Kulturstätten und Schulen können die Länder darüber hinaus eigene Standards festlegen. Doch wie sieht es in Betrieben aus, wo sich täglich Millionen Menschen – Mitarbeiter und Kunden – genauso nahe sind?

Sven Klee, Hygiene-Unternehmensberater aus Troisdorf bei Bonn, zeigt auf, welche fünf Maßnahmen Unternehmen jetzt durchführen können und sollten, um die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu schützen und eine Ausbreitung von Krankheitskeimen zu verhindern.

1. Vorbeugende Maßnahmen gegen Infektionen

Es hört sich banal an, doch die effektivste Vorbeugung gegen das Coronavirus und andere Krankheitserreger ist das regelmäßige und richtige Händewaschen. „Darum muss in jedem Büro ein Waschbecken mit Seife und Papierhandtüchern bereitgestellt werden“, sagt Klee. „Zusätzlich sollten die Toiletten regelmäßig desinfiziert werden.“ Damit Viren nicht so leicht übertragen werden, ist es zudem ratsam beim Husten oder Niesen in die Armbeuge zu husten oder ein Taschentuch vor den Mund zu halten und dieses anschließend entsorgt zu werden. Um eine weitere Ausbreitung des Virus zu vermeiden, empfiehlt es sich zusätzlich mindestens einen Meter Abstand von anderen Menschen zu halten.

 

2. Regelmäßig reinigen: Türgriffe, Lichtschalter, Telefone

Die Häufigkeit der Reinigung ist ein wichtiger Faktor für die Hygiene am Arbeitsplatz. Je häufiger die Reinigung erfolgt, desto weniger Bakterien und Keime können sich ansiedeln und vermehren. Idealerweise sollten alle Oberflächen, die häufig mit den Händen in Berührung kommen, täglich gereinigt werden. Als große Hygienefallen im Alltag gelten Türgriffe, Lichtschalter, Telefone und PC-Tastaturen. In Bereichen, in denen es besonders wichtig ist, Keime zu vermeiden, wie beispielsweise in Krankenhäusern oder in der Lebensmittelindustrie, muss die Reinigung sogar noch häufiger erfolgen.

3. Arbeitnehmer durch Aufklärung für Hygiene sensibilisieren

Viele Unternehmen setzen auf professionelle Aufklärungskampagnen, um ihre Mitarbeiter für das Thema Hygiene zu sensibilisieren. Dabei ist es wichtig, dass die Kampagnen nicht nur an die Angestellten, sondern auch an die Führungskräfte gerichtet sind. Nur so kann sichergestellt werden, dass die Hygieneregeln im Unternehmen eingehalten werden.

4. Klima- und Lüftungsanlagen sorgfältig warten

Die Wartung der Anlagen, wie etwa einer Klima- oder Lüftungsanlage, aber auch von Heizungen ist ein wesentlicher Aspekt der Hygiene am Arbeitsplatz. Durch eine regelmäßige und sorgfältige Wartung wird sichergestellt, dass die Anlagen in einem hygienisch einwandfreien Zustand bleiben. Eine unterlassene oder schlecht durchgeführte Wartung kann zu Schäden an den Anlagen führen, die wiederum die Hygiene am Arbeitsplatz beeinträchtigen können.

Für eine Entkeimung der Raumluft kommt ergänzend auch die sogenannte Photokatalyse-Technologie infrage: Dabei handelt es sich um eine spezielle Schutzbeschichtung in Form eines farb- und geruchslosen Lacks, der auf Fenstern angebracht die Luft reinigt. Diese selbsttätig wirkende Beschichtung kann Feinstaub, Viren, Bakterien oder Schimmel aus der Luft herausfiltern. Der Vorteil sei, sagt Hygieneberater Klee: „Es werden weder Strom noch Wartung benötigt, da das Produkt mit Photokatalyse, also allein durch Sonnenlicht oder das Licht aus einer normalen Lampe funktioniert.“

5. Hygienestandards einhalten

In einem Unternehmen ist es wichtig, dass Hygienestandards eingehalten werden. Dies gilt sowohl für die Angestellten als auch für die Kunden. Um dies sicherzustellen, müssen Unternehmen einige Maßnahmen ergreifen. Zunächst sollten den Angestellten regelmäßige Schulungen zum Thema Hygiene angeboten werden. Darüber hinaus bieten sich auch regelmäßige Kontrollen an, um das Einhalten der Hygieneregeln sicherzustellen. Ergreifen Unternehmen diese Maßnahmen, kann das Krankheits- und Ansteckungsrisiko deutlich gemindert werden.

Hauptkategorie: Prävention und Reha
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