Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
Logo Gesundheitsstadt Berlin
Das Gesundheitsportal aus der Hauptstadt
 

HPV-Impfung ringt um Akzeptanz bei den Mädchen

Die HPV-Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs erzielt noch immer nicht die angestrebten Quoten. Nur 40 Prozent der Mädchen in Deutschland sind gegen humane Papillomviren (HPV) geimpft.
Impfquote bei 40 Prozent: In Deutschland ist die HPV-Impfquote noch nicht da, wo sie eigentlich sein sollte

Impfquote bei 40 Prozent: In Deutschland ist die HPV-Impfquote noch nicht da, wo sie eigentlich sein sollte

Die HPV-Impfung sollte eigentlich ein Durchbruch im Kampf gegen Gebärmutterhalskrebs werden. Doch die vor neun Jahren eingeführte Impfung ringt noch immer um Akzeptanz. So zeigt eine aktuelle Untersuchung des Robert Koch-Instituts, dass nur 40 Prozent der 17-jährigen Mädchen die komplette Impfung erhalten haben. Bei den 15-jährigen sind es 29 Prozent und bei den 12-jährigen nur ein Prozent. Ursprünglich wurde die Impfung für 12 bis 17-jährige empfohlen, seit vergangenem Jahr wurde das Impfalter auf 9- bis 14-Jährige gesenkt.

Im Osten wird häufiger gegen HPV geimpft als im Westen.

Die aktuellen Daten basieren auf den Abrechnungsdaten der Krankenkassen für die Jahre 2008 bis 2013. Sie wurden vom Robert Koch-Institut gemeinsam mit den Kassenärztlichen Vereinigungen für den Versorgungsatlas aufbereitet. Dabei zeigt sich ein für Impfungen bekanntes typisch deutsches Phänomen: Im Osten wird häufiger geimpft als im Westen. Schlusslicht bei den 12-Jährigen sind demnach Baden-Württemberg und Bremen – nur 0,3 Prozent der Mädchen haben dort die vollständige HPV-Impfung erhalten. Dagegen verzeichnete Sachsen-Anhalt mit 2,2 Prozent die höchste Impfquote in dieser Altersgruppe. Bei den 17-Jährigen sind die Quoten in Bremen mit 30 Prozent am geringsten und in Mecklenburg-Vorpommern mit 59 Prozent am höchsten.

Die Auswertung geht bis auf Kreisebene runter. Einige Landkreise in Bayern untertrafen sogar noch die Schlusslichter unter den Bundesländern. In der bayerischen kreisfreien Stadt Kaufbeuren konnten die Wissenschaftler in den Daten der 12-Jährigen zum Beispiel kein einziges Mädchen identifizieren, bei dem die HPV-Impfung zumindest begonnen wurde. Im bayerischen Landkreis Mühlendorf am Inn waren nur 13 von 100 17-jährgen Mädchen vollständig immunisiert. Im Bundesschnitt liegt dieser Wert bei 40 Prozent und im Kyffkäuserkreis in Thüringen sogar bei 70 Prozent.

 

HPV-Impfung mit Vorsorgeuntersuchung verknüpfen

Die Forscher sehen daher bei der Aufklärung über die HPV-Impfung noch einigen Nachholbedarf - vor allem im Westen. Sie hoffen, dass die jüngste Änderung der Impfempfehlung die Akzeptanz der HPV-Impfung künftig verbessern kann. Bei den 9- bis 14-jährigen genügen nämlich zwei statt drei Impfungen. Außerdem kann die Impfung mit den Vorsorgeuntersuchungen U11 oder J1verknüpft werden. Viele haben bei diesen Untersuchungen im Alter von 12 bis 14 zum letzten Mal Kontakt mit ihrem Kinderarzt.

In Deutschland erkranken jedes Jahr 6.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs, rund ein Drittel stirbt daran. Forscher PD Dr. Andreas Kaufmann von der Charité ist zuversichtlich, dass die Zahl der Krebsfälle unter den Geimpften drastisch zurückgehen wird. Etwa in zehn Jahren könne man dies auch mit Zahlen belegen. 

Foto: © georgerudy - Fotolia.com

Hauptkategorien: Prävention und Reha , Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: HPV-Impfung , HPV , Gebärmutterhalskrebs , Prävention
 

Weitere Nachrichten zum Thema HPV-Impfung

Aktuelle Nachrichten

Mehr zum Thema
 
Weitere Nachrichten
Eine Zecke auf der Haut ist erst mal kein Grund zur Panik. Aber es ist wichtig, sie nach einer Entdeckung schnell und vor allem mit dem richtigen Instrument und der richtigen Technik zu entfernen. Je früher es geschieht, desto geringer ist die Gefahr, sich mit Borreliose zu infizieren. Beim Entfernen muss man aber ein paar Punkte beachten.


Sie wiegen so viel wie unser Gehirn und viel mehr als unser Herz – und sind genauso lebenswichtig: die Darmbakterien. Sie verdauen unser Essen, entsorgen Giftstoffe und schützen uns als Teil des Immunsystems vor Krankheitserregern. Mit seiner Ernährung hat es der Mensch selbst in der Hand, ob er dieses unsichtbare „Organ“ schwächt – oder stärkt.
 
Interviews
Chronische Fatigue gehört zu den häufigen Langzeitfolgen einer Covid-Infektion. Oft bessert sich der zermürbende Erschöpfungszustand nach einigen Wochen oder Monaten von allein. Doch einige Patienten entwickeln das Vollbild einer myalgischen Enzephalopathie/ Chronisches Fatigue Syndrom (ME/CFS). Gesundheitsstadt Berlin hat mit Professor Carmen Scheibenbogen von der Charité über die Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten des schweren Krankheitsbilds gesprochen.


Wegen Corona suchen Patienten mit psychischen Erkrankungen oft erst spät Hilfe. Auch der Wiedereinstieg in den Alltag ist häufig erschwert. Gesundheitsstadt Berlin hat mit dem Chefarzt der Psychiatrisch-Psychosomatischen Tagesklinik Waldfriede Dr. med. Herald Hopf darüber gesprochen, wie sich die COVID-19-Pandemie auf die Psyche auswirkt und welche Veränderungen im klinischen Alltag zu bemerken sind.
Logo Gesundheitsstadt Berlin