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Hormonersatztherapie erhöht das Risiko für Brustkrebs

Gegen Wechseljahresbeschwerden wird Frauen nicht selten eine Hormonersatztherapie verschrieben. Eine Meta-Studie zeigte jetzt, dass diese das Risiko für Brustkrebs erhöht.
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Hormone, die gegen Wechseljahresbeschwerden eingenommen werden, erhöhen das Brustkrebsrisiko

Gegen Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen, Schafstörungen oder depressive Verstimmungen wird Frauen nicht selten eine Hormonersatztherapie verschrieben. Eine im Fachmagazin Lancet veröffentlichte Meta-Studie zeigte jetzt, dass diese das Risiko für Brustkrebs erhöht.

Für die Untersuchung wurden fast 60, in den Jahren 1992 bis 2018 erstellte Studien ausgewertet, wobei die Forscher der Oxford University sich insbesondere auf die Langzeitwirkung der Hormonersatztherapie konzentrierten.

Östrogen allein oder kombiniert mit Progesteron

Berücksichtigt wurden das Alter der Frau bei der ersten Anwendung, die Dauer der Anwendung und ob nur Östrogen oder Östrogen kombiniert mit Progesteron eingenommen wurde. Die Hormone konnten als Pflaster, vaginal, Injektion oder als Tablette verabreicht werden.

Die Metaanalyse umfasste 108.647 Brustkrebsfälle - das mittlere Alter bei Diagnosestellung betrug 65 Jahre- , die nach Alter, Geburtsjahr und Wohnort mit bis zu vier Kontrollgruppen abgeglichen wurden.

Hormonersatztherapie erhöht das Risiko für Brustkrebs

Ergebnis: Frauen, die die Hormonersatztherapie kurz nach der Menopause begannen, hatte im Vergleich zu Frauen, die keine Hormone einnahmen, ein signifikant erhöhtes Risiko für Brustkrebs.

Die relativen Risiken waren für die Kombinationstherapie größer als für Östrogen allein. Je länger Frauen die Hormone zu sich nahmen, desto größer war das Risiko. Die mit 1 bis 4 Jahren verbundene Gefährdungsquote betrug 17 Prozent für Östrogen allein und 60 Prozent für die Kombinationstherapie.

Nach 10 bis 14 Jahren verdoppelte sich das Risiko

Für 10 bis 14 Jahre der Nutzung verdoppelte sich das Risiko jeweils für Östrogen allein und für Östrogen und Progesteron. Bei Frauen, die die Hormonersatztherapie beendet hatten, waren die relativen Risiken geringer als bei Frauen, die sie noch einsetzten, aber die Risiken blieben mehr als 10 Jahre nach dem Absetzen bestehen.

Die Autoren schätzten auch das absolute Risiko für Brustkrebs im Alter von bis zu 70 Jahren im Zusammenhang mit 5 oder 10 Jahren Anwendung der Hormonersatztherapie, beginnend mit 50 Jahren für Frauen mit durchschnittlichem Gewicht. Die geschätzte Inzidenz von Brustkrebs betrug 6,3 Prozent für Nie-Anwender im Vergleich zu 8,3 Prozent für 5 Jahre der Anwendung der Kombitherapie - eine absolute Zunahme von 2 Prozent beziehungsweise eine zusätzliche Krebserkrankung für jeweils 50 Frauen.

Verschreibungszahlen gingen zurück

Bereits im Jahr 2002 hatte eine Studie der Women's Health Initiative (WHI) vor einem erhöhtes Brustkrebsrisiko bei Anwendung einer Kombinationstherapie (Östrogen und Progesteron) gewarnt,  Östrogen allein hatte danach keinen beobachteten Effekt. Danach gingen die Verschreibungszahlen weltweit zurück.

Im Jahr 2016 revidierten dann andere Autoren mit einer im Fachmagain NEJM erschienenen Untersuchung die Ergebnisse der WHI-Studie. Deren Probandinnen seien zu Beginn der Hormontherapie schon sehr alt gewesen (Schnitt: 63 Jahre) und hätten an Vorerkrankungen gelitten. Mit der aktuellen Metastudie könnte diese Revision nun  wieder revidiert werden.

Auch Menopause birgt Krankheitsrisiken

Es sei wichtig, die Krebsrisiken genau einschätzen zu können, wenn Frauen unter den Folgen Menopause leiden, heißt es weiter in einer Pressemitteilung des Lancet. Denn die Menopause erhöht andere Krankheitsrisiken: für Osteoporose, erhöhten Blutdruck und kognitiven Verfall.

Bei übergewichtigen Frauen (ab BMI 30) hatte die Hormonersatztherapie nur geringe negative Auswirkungen. Dies könnte daran liegen, dass die Menge an Östradiol aus der körpereigenen Produktion im Fettgewebe größer ist als die, die durch die Östrogen-Gabe aufgenommen wird.

Foto: motortion/fotolia.com

Autor: bab
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