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Hormon könnte schüchterne Männer mutiger machen

Dienstag, 14. November 2017 – Autor:
Das Hormon Kisspeptin steigert das sexuelle Verlangen und verringert Ängste, zumindest bei männlichen Mäusen. Es könnte möglicherweise auch schüchterne Männer mutiger machen.
Schüchtern

Ein Hormon macht männliche Mäuse es aktiver und mutiger - eventuell wirkt es auch beim Menschen – Foto: ©olly - stock.adobe.com

Kisspeptin ist ein Hormon, das vom Hypothalamus freigesetzt wird und unter anderen die körperlichen Umbauvorgänge während der Pubertät anstößt. Neuronen, die auf Kisspeptin reagieren, wurden nun auch in einem Teil des Gehirns entdeckt, der für die Regulierung von Gefühlen und des Sexualtriebs von zentraler Bedeutung ist, der Amygdala.

Dieser Bereich ist auch eng mit der Reaktion auf Pheromone verknüpft, das sind Hormone, die Männer und Frauen freisetzen und die als sexueller Lockstoff dienen. Mehrere Studien hatten bereits gezeigt, dass Männer sich stärker von Frauen angezogen fühlen, die sich in der Phase des Eisprungs befinden. Auch dieses Verhalten wird teilweise durch Kisspeptin-responsive Neuronen beim Menschen beeinflusst.

Hormon könnte schüchterne Männer mutiger machen

Ein Forscherteam um Dr. Daniel Adekunbi vom King's College in London testete nun den Einfluss des Hormons Kisspeptin auf männliche Mäuse. Wenn die Amygdala-Kisspeptin-Neuronen aktiviert wurden, schenkten die Männchen den weiblichen Mäusen mehr Aufmerksamkeit. In einem weiteren Test zeigten sie weniger Ängste.

Die Befunde weisen darauf hin, dass auf Kisspeptin ansprechende Neuronen in der Amygdala die sexuelle Motivation und das Angstverhalten auf eine Art und Weise beeinflussen, die Sex fördert und somit die Chancen einer erfolgreichen Fortpflanzung erhöht, so der Forscher. Kisspeptin könnte womöglich auch das menschliche Fortpflanzungsverhalten beeinflussen - und quasi schüchterne Männer mutiger machen.

 

Neuer Ansatz zur Behandlung von sexueller Dysfunktion

Das Hormon könnte einen neuen Ansatz zur Behandlung von männlicher sexueller Dysfunktion oder von Angststörungen darstellen. Zu den sexuellen Dysfunktionen zählen erektile Dysfunktion oder vorzeitige Ejakulation. Auslöser können wiederum Versagenängste sein. Dr. Adekunbi und seine Kollegen wollen die Funktion der Amygdala-Kisspeptin-Neuronen weiter untersuchen, indem sie diese gezielt an- und abschalten und die Wirkung auf das Sexual- und Angstverhalten beobachten.

Dr. Adekunbi: „Wir vermuten, dass Kisspeptin auch die sexuelle Orientierung modulieren kann. Wenn die Amygdala-Kisspeptin-Neuronen inaktiviert sind, könnte es sein, dass männliche Mäuse lieber mit anderen Männchen als mit Weibchen interagieren.“ Die Studie wurde auf der Jahreskonferenz der Society for Endocrinology im November 2017 in Harrogate vorgestellt.

Foto: olly/fotolia.com

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