. Alternative Heilmethoden

Homöopathie in Russland zur Pseudowissenschaft erklärt

Homöopathie ist soeben von der Russischen Akademie der Wissenschaften zur Irrlehre erklärt worden. Es gebe keine medizinische Begründung für die Wirksamkeit homöopathischer Mittel, heißt es aus der Akademie.
Russlands Wissenschaft distanziert sich von der Homöopathie. Auch in den USA wurden die Bestimmungen verschärft

Russlands Wissenschaft distanziert sich von der Homöopathie. Auch in den USA wurden die Bestimmungen verschärft

Homöopathie ist eine Heillehre aus dem 18. Jahrhundert. Viele Menschen schwören auf das Konzept, Krankheiten durch hochverdünnte Wirkstoffe zu therapieren. Doch nun hat die Russische Akademie der Wissenschaften (RAW) die Homöopathie offiziell als Pseudowissenschaft eingestuft. Wie die russische Agentur Interfax meldet, zweifeln die russischen Wissenschaftler die Wirksamkeit homöopathischer Mittel an. Es gebe keine wissenschaftlich haltbaren Belege, wird aus der Stellungnahme zitiert. Mit der Einstufung zur Pseudowissenschaft soll auch eine Empfehlung an das russische Gesundheitsministerium verbunden sein, homöopathische Medikamente nicht mehr an staatlichen Kliniken zu verwenden. Das Moskauer Ministerium wolle nun eine Arbeitsgruppe einsetzen, um die Empfehlung zu überprüfen, meldet die Agentur weiter.

Russland steht bislang der Homöopathie offen gegenüber, das heißt es gibt kein Verbot und die staatlichen Einrichtungen dürfen homöopathische Mittel einsetzen.

Bei Patienten beliebt, unter Experten umstritten

In Deutschland freut sich die Homöopathie unterdessen wachsender Beliebtheit. Laut einer Umfrage des Allenbach Instituts aus dem Jahr 2014 hat mehr als die Hälfte der Bevölkerung bereits homöopathische Arzneimittel angewendet. Der Anteil der Nutzer stieg von 53 Prozent im Jahr 2009 auf 60 Prozent in 2014. Unter den Frauen waren es sogar 73 Prozent, die homöopathische Mittel gegen verschiedene Beschwerden eingenommen hatten. Am häufigsten bei grippalen Infekten. Viele Kassen bieten inzwischen Homöpathie in gewissem Umfang als Zusatzleistung an, um attraktiver für Versicherte zu werden.

Schulmediziner sehen die Homöpathie jedoch oft kritisch. Vergangenes Jahr hatte sich der G-BA-Vorsitzende Josef Hecken dafür ausgesprochen, homöopathische Therapien künftig als freiwillige Kassenleistungen zu verbieten. Auch er argumentiert, dass es für die Wirksamkeit homöopathischer Mittel keine Evidenz gebe.

 

USA hat Warnhinweise eingeführt

In den USA müssen homöopathische Medikamente neuerdings mit dem Warnhinweis versehen sein, dass es keine wissenschaftlichen Nachweise für die Wirksamkeit gebe und die homöopathische Lehre von den meisten modernen Medizinern nicht akzeptiert werde. Diese Bestimmung wurde im Herbst 2016 und damit noch unter Obamas Präsidentschaft erlassen.

Die Homöopathie basiert auf den Lehren des deutschen Arztes Samuel Hahnemann. Danach wird Ähnliches mit Ähnlichem therapiert. Das bedeutet: Unverdünnt würde eine Substanz genau die Krankheitssymptome hervorrufen, an denen der Patient leidet. Der therapeutische Effekt kommt laut der Heilslehre durch die extreme Verdünnung (Potenzierung) zustande. Dass oft kaum noch nachweisbare Mengen der Ausgangssubstanz in den Medikamenten und Salben enthalten sind, wird von vielen Medizinern kritisch gesehen. Hinzukommt, dass es nur selten wissenschaftliche Studien zu homöopathischen Arzneimitteln gibt.

Foto: © kerdkanno - Fotolia.com

Hauptkategorie: Medizin
Lesen Sie weitere Nachrichten zu diesen Themen: homöopathische Arzneimittel , Komplementärmedizin
 

Weitere Nachrichten zum Thema Homöopathie

 
 

Aktuelle Nachrichten aus der Gesundheit

. Mehr zum Thema
Die Fronten zwischen Gegnern und Befürwortern der Homöopathie sind verhärtet. Gesundheitsstadt Berlin hat mit der Homöopathie-Kritikerin Dr. med. Natalie Grams über wissenschaftliche Prinzipien und den verbreiteten Wunsch nach medizinischen Alternativen gesprochen.
 
. Weitere Nachrichten
Das Bundesverfassungsgericht hat am Donnerstag das 2015 eingeführte Verbot der geschäftsmäßigen Sterbehilfe gekippt. Es gebe ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben, urteilten die Karlsruher Richter. Eine Verpflichtung zur Suizidhilfe gebe es jedoch nicht.
„Dr. Google“ ist für viele Menschen die erste Anlaufstelle, wenn sie gesundheitliche Symptome an sich entdecken, die sie sich nicht erklären können. Doch eine Studie zeigt nun: Die Internetrechercher kann schon nach kürzester Zeit zu Sorgen und psychischem Unbehagen führen.
. Fortbildungen Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Termine Hauptstadtregion
loading...
Terminkalender
 
. Kliniken
. Interviews
Die Universitätsmedizin Essen ist Smart Hospital und aktiv am Aufbau des virtuellen Krankenhauses in Nordrhein-Westfalen beteiligt. Über die Chancen der digitalen Transformation und die Hürden auf diesem Weg hat Gesundheitsstadt Berlin mit der Digital Change Managerin der Universitätsmedizin Dr. Anke Diehl gesprochen.