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Homeoffice macht viele Beschäftigte krank

Was viele sich lange wünschten, wurde unter dem Druck der Pandemie Wirklichkeit: Arbeiten im Homeoffice. Doch jetzt zeigt sich: Die neue Freiheit ist nicht immer auch gesund. Mehr als ein Drittel der Heimarbeiter klagt über Rückenschmerzen und andere Beschwerden. Auch der negative Stress wird mehr.
Homeoffice auf dem Holzfußboden mit Katze.

Die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung vorangetrieben und auch den Wunsch vieler nach (mehr) Homeoffice. Rückenschmerzen bekommt man aber auch hier, wenn der Arbeitsplatz nicht ergonomisch ist.

Die Arbeit im Homeoffice ist für viele Beschäftigte Fluch und Segen zugleich: Über ein Drittel im Homeoffice Tätigen klagt über gesundheitliche Beschwerden wie Rückenschmerzen oder Kopfschmerzen. Auch der negative Stress wird mehr. Das sind Ergebnisse des Dekra-Arbeitssicherheitsreports 2021. Einen positiven Aspekt hat die Arbeit zu Hause aber: Die übergroße Mehrheit (84 Prozent) fühlt sich so vor einer Infektion mit dem Coronavirus gut geschützt.

Stressfaktoren: zu kleine Bildschirme, instabiles Internet

Rund jeder dritte Befragte klagt im Homeoffice über gesundheitliche Probleme wegen eines mangelhaften, nicht-ergonomischen Arbeitsplatzes. 36 Prozent leiden unter Verspannungen, Rücken- oder Kopfschmerzen. Ähnlich viele haben mit fehlender oder unzulänglicher Arbeitsausstattung wie einem zu kleinen Bildschirm oder instabilem Internet zu kämpfen (34 Prozent). Längere Arbeitszeiten oder Arbeiten zu untypischen Zeiten, beispielsweise am Abend oder am Wochenende, betreffen 32 Prozent.

„Die häufig neue Arbeitssituation in der Pandemie hat für viele Beschäftigte negative Auswirkungen auf die körperliche und häufig auch auf die mentale Gesundheit", sagt Karin Müller, Leiterin des Bereichs Mensch & Gesundheit bei DEKRA. Dabei stünden Arbeitgeber in der Pflicht, auch im temporären Homeoffice Gefährdungen für die Mitarbeiter zu erfassen, vor allem im Hinblick auf Ergonomie und ungesunden Stress. Dabei seien digitale Schulungs- und Befragungs-Tools geeignet, die Mitarbeiter zu Hause besser zu schützen und anzuleiten.

 

Rückenbeschwerden und psychische Probleme

Schon im ersten Corona-Jahr 2020 registrierten die Krankenkassen erste gesundheitliche Auswirkungen: So stieg laut DAK die Zahl der Ausfalltage aufgrund von Rückenbeschwerden im Vergleich zum Vorjahr um sieben Prozent. Auch die Fehlzeiten aufgrund von psychischen Erkrankungen nahmen um acht Prozent zu und erreichten einen neuen Höchststand.

Positiv am Homeoffice: Wenig Angst vor Corona-Ansteckung

Weil Esstisch, Sofa oder gar das Bett auf Dauer zum ergonomischen Arbeiten nicht konzipiert sind, haben manche Experten diesen Trend kommen sehen. Viele, die im Homeoffice arbeiten, können dieser Form von Beschäftigung aber auch gute Seiten abgewinnen. Aerosolforscher haben ja eben erst vor einer erhöhten Ansteckungsrisiken in Innenräumen mit vielen Menschen gewarnt, darunter an Arbeitsstätten wie etwa auch in Großraumbüros. 84 Prozent der im Homeoffice tätigen halten die Gefahr, sich dort mit dem Corona-Virus zu infizieren, für deutlich geringer als im Betrieb. Ähnlich viele (82 Prozent) finden es gut, dass sie sich den Weg zum Büro sparen können. Jeweils 67 Prozent begrüßen, dass sie zu Hause in gemütlicher Kleidung arbeiten können oder ihre Arbeitszeit flexibel einteilen können.

Für den Arbeitssicherheitsreport 2021 befragten DEKRA und Meinungsforschungsinstitut Forsa bundesweit 1.502 Beschäftigte. Ziel der repräsentativen Studie war es, den Stand des Arbeits- und Gesundheitsschutzes zu ermitteln: Wie steht es um die Arbeitssicherheit, die Gesundheit und das psychische Wohlbefinden in der Corona-Pandemie? Und wie gut kümmern sich die Arbeitgeber um ihre Beschäftigten?

Foto: AdobeStock/agcreativelab

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Hauptkategorie: Corona
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